Havanna und Viñales

Heute geht es endlich wieder in den Urlaub! Alles klappt wie es soll, die Wohnung ist aufgeräumt und wir sind pünktlich auf dem Weg zum Flughafen. Mit insgesamt 23,5 Kilo Gepäck (inklusive Mitbringsel) geht es mit verhältnismäßig leichtem Gepäck los. Beim Check-in erfahren wir, dass unser Flug Verspätung hat, also wird das wohl ein sehr entspannter Vormittag am Flughafen.

Die Verspätung wird dann natürlich noch mehr, bis wir dann schließlich im Flugzeug sitzen, ist es kurz vor halb 3 (eigentlich sollten wir um halb 12 fliegen) und dann muss noch Papierkram erledigt werden, sodass wir dann mit knapp 4 Stunden Verspätung Frankfurt verlassen. Der Flug ist aber sehr entspannt und wir landen „leider“ nur gut 2,5 Stunden zu spät (ab 3 Stunden hätte es eine Entschädigung gegeben). Der Flughafen in Havanna ist sehr übersichtlich, gerade für eine Hauptstadt sehr süß. Aber dafür klappt alles recht fix und wir haben schnell unsere Stempel im Pass und unsere Rucksäcke auf dem Rücken. Über unsere Unterkunft haben wir ein Taxi vorbestellt und das ist sogar ein Oldtimer 🤩. Das geht ja richtig gut los hier! Mit dem geht es dann durch das nächtliche Havanna in die Isabella Casa, wo wir uns für die nächsten 3 Nächte einquartiert haben. Unser Zimmer ist riesig, mit eigenem Bad und Klimaanlage, die Dusche ist warm und es gibt sogar einen Föhn, das ist wesentlich mehr Luxus als wir erwartet hatten. Nach einer schnellen Dusche geht es dann aber auch direkt ins Bett, nach über 20 Stunden auf den Beinen reicht es uns für heute.

Am nächsten Morgen wachen wir richtig erholt auf, ein Traum! Es geht direkt zum Frühstück, wo wir richtig verwöhnt werden. Es gibt zwei verschiedene frische Säfte, Kaffee, Toast, Käse, Ei und Wurst (damit haben wir nicht gerechnet und daher nicht gesagt, dass wir kein Fleisch essen). Anschließend kommt noch eine Platte mit Früchten, Rote Beete und Tomaten, Fischfrikadellen und zum Abschluss ein Pistazienpudding. Danach sind wir verständlicherweise pappsatt. Nachdem wir Geld gewechselt, uns ein paar Tipps besorgt und Zähne geputzt haben, stürzen wir uns dann ins Getümmel der kubanischen Hauptstadt. Durch „Havana Centro“ geht es nach „Habana Vieja“, der Altstadt, was auch gleichzeitig das touristische Zentrum ist. Wir sind ein bisschen überfordert von den zahllosen Eindrücken, finden uns dann aber zurecht. Ein kubanisches Pärchen zeigt uns eine coole Bar und gibt uns noch einige Tipps für Havanna und die ganze Reise. Dafür lassen sie sich dann aber auch direkt auf ein Getränk einladen, auf die Masche sind wir dann also auch direkt reingefallen 😃. Nach einigem Suchen finden wir auch endlich eine (viel zu teure) Sim-Karte und haben damit unsere To do-Liste für heute abgearbeitet. Soviel schlendern macht hungrig, deshalb gibt es eine leckere Stärkung im „El Café“, sogar ein veganes Sandwich haben sie auf der Karte 🤩.

Satt und zufrieden schlendern wir dann noch ein wenig umher und melden uns spontan zu einer Free Walking Tour für die Altstadt um 4 an. Die ist super interessant, wir erfahren sehr viel über die Geschichte, das Land, die Leute und Gebäude in der Altstadt und lernen noch ein paar schöne Ecken der Stadt kennen. Danach qualmt der Kopf und der Magen knurrt, deshalb geht es direkt in eine Restaurantempfehlung, das La Vitrola. Dort gibt es leckeres Bier und eine vegetarische Paella, welch gelungener Abschluss für den ersten Tag in Kuba.

Dann geht es müde, kaputt und mit schmerzenden Füßen (so lang in Flipflops laufen sind wir nicht mehr gewohnt) durch das nächtliche Havanna zurück zur Isabella Casa, wo wir nach einer schnellen Dusche platt ins Bett fallen.

Am nächsten Morgen gibt es wieder ein herrliches Frühstück, wir quatschen ein wenig mit Marissa und Nico aus Stuttgart, die gestern angekommen sind. Dann machen wir uns entspannt fertig und laufen diesmal in Richtung Meer. Dann geht es entlang des Malecón (der Weg entlang der Küste) bis zur Innenstadt. Wir hatten überlegt, uns das Fort auf der anderen Seite der Bucht anzuschauen, entscheiden uns dann aber doch dagegen. Wir besuchen stattdessen eine versteckte Kirche und einen alten Bahnwaggon des Präsidenten und schlendern weiter. Dann treibt uns der Hunger ins „El Dandy“, wo es frischen Saft und leckere Tapas zum Mittag gibt.

Danach machen wir uns auf die Suche nach einer Dachterrasse, von der aus wir die Stadt von oben sehen können. Gar nicht so einfach wie gedacht 😃. Wir werden dann aber im Gran Teatro de Havanna fündig. Dort muss man zwar ein paar Euro Eintritt zahlen, bekommt aber neben dem Zutritt zum Dach noch eine Führung obendrauf. Total cool und der Ausblick ist wirklich beeindruckend. Nette Fotos bekommen wir auch noch, ein Träumchen!

Direkt gegenüber startet dann die nächste Free Walking Tour für uns, diesmal nach Centro Havana. Die ist auch wieder super spannend, wir lernen wahnsinnig viel über die Geschichte des Landes, die Herausforderungen daraus und die aktuelle Situation der Bevölkerung. Wie schwierig beispielsweise die medizinische Versorgung ist und warum so viele junge Leute auswandern. Daneben sehen wir natürlich auch wieder schöne oder interessante Gebäude, anhand derer wir etwas erklärt bekommen. Den Abschluss gibt es dann am Hotel Nacional de Cuba, von wo aus wir uns schnell etwas zu Essen suchen. Nach dem langen Tag auf den Beinen brauchen wir dringend eine Stärkung. In dem Restaurant, was uns der Guide empfohlen hatte, ist heute leider eine geschlossene Gesellschaft, weshalb wir nebenan in ein türkisches Restaurant gehen und vegetarische Dürüms essen.

Danach machen wir uns schnell wieder auf den Weg zu unserer Casa, morgen geht es weiter nach Viñales, da müssen wir schon um 6 am Bubahnhof sein. Das wird wohl eine kurze Nacht. Daher geht es nur schnell unter die Dusche, wir packen und schlafen direkt.

Am nächsten Morgen holt uns das Taxi schon um 20 vor 6 ab und bringt uns zum Busbahnhof. Unser Bus fährt erst um halb 8, aber man muss das Ticket vorher noch einmal bestätigen (totaler Quatsch). Dafür klappt das mit dem Ticket prima und vor der Tür startet gleich ein Marathon (es ist 6 😳), da können wir dann ein bisschen zuschauen, außerdem läuft dort gute Musik 😃. Natürlich geht es auch nicht um 7:30 Uhr los, wir sind ja in Kuba. Der Bus kommt 20 vor 9 an, dann trinkt der Busfahrer noch einen Kaffee und dann ist kein Diesel da 😃. Als sich alle anstellen, um ihr Geld zurückzufordern, taucht magischerweise welches auf und wir sitzen schließlich um viertel nach 10 im Bus nach Viñales.

Danach klappt immerhin alles wumderbar und wir kommen gegen halb 2 in Viñales an. Dort werden wir von Jesus Juan, dem Bruder unserer Gastgeberin, am Bus erwartet. Er bringt uns zu unserer Casa, wo wir unser süßes Zimmer beziehen und einen Begrüßungskaffee im Garten genießen. Anschließend laufen wir in den kleinen Ort und schauen uns ein wenig um – richtig entspannt nach dem ganzen Trubel in Havanna. Wir schauen ein paar Jungs beim Baseball zu und kehren dann für ein spätes Mittagessen bei „Los Robertos“ ein. Heute gibt es dann auch endlich die erste kubanische Pizza für uns.

Danach sind wir pappsatt und schlendern ein bisschen durch den Ort. Richtig schön, mit den vielen Bergen rundherum. Wir spazieren in den botanischen Garten, wo wir eine Führung bekommen und viel neues über die hiesige Pflanzenwelt lernen. Einiges kommt uns schon aus Zentralamerika bekannt vor. Der Guide kennt aber auch viele deutsche Bezeichnungen, total witzig. Ich muss ihn nur ein wenig zurechtweisen, als er anfängt „FC Bayern, Stern des Südens zu singen“. Und das obwohl er sogar die Eintracht kennt! Anschließend schlendern wir noch über einen kleinen Markt für Kunsthandwerk, bevor wir uns dann für einen Cocktail zum Sonnenuntergang eine nette Dachterrasse suchen. Dort gibt es Mojito und Daiquiri, hervorragend! Danach geht es noch einmal ins Los Robertos, wo wir zum Tagesabschluss noch eine Kleinigkeit essen, einen Cocktail schlürfen und uns anschließend in unsere Casa begeben.

Am nächsten Morgen werden wir in der Casa mit ganz viel Obst und einem Pancake beim Frühstück verwöhnt. Für heute haben wir Räder gemietet, mit denen wir direkt zum ersten Programmpunkt radeln, der Cueva del India. Dort geht es zu Fuß hinein und dann gibt es noch eine kleine Bootstour durch die Höhle, ein sehr schöner kleiner Ausflug 🙂. Dann radeln wir zurück nach Viñales und legen auf der Dachterrasse der Poker Bar ein Mittagspäuschen ein. Wir essen Tacos und Enchiladas mit Gemüse, beides wahnsinnig lecker und dazu gibt es einen genauso leckeren Saft.

Gestärkt schwingen wir uns wieder auf die Räder, zum Mural de la Prehistoria. Das ist ein riesiges 60 Jahre altes Gemälde am Felsen, welches das Leben in der Vergangenheit Kubas repräsentieren soll. Das ist wirklich groß und beeindruckend und der Abstecher hat sich auch hier gelohnt. Spontan entscheiden wir, noch zu einer Tabakfarm zu fahren. Der Weg dorthin ist hügeliger als gedacht, dafür werden wir aber direkt mit tollem Ausblick belohnt. Auf der Finca erklärt uns José, wie die Pflanzen angebaut, geerntet und getrocknet werden. Er erzählt auch, dass in Kuba 90% der getrockneten Tabakblätter an die Regierung verkauft werden müssen. Die übrigen 10% nutzt die Finca selbst und stellt Zigarren her. Das bekommen wir dann auch gezeigt und dürfen sogar eine probieren, gar nicht so schlecht 😃. Auf dem Rückweg halten wir noch bei einem Aussichtspunkt, bevor wir uns auf den Rückweg nach Viñales machen.

Wir stellen die Räder an unserer Casa ab, springen schnell unter die Dusche und laufen zum Agroecological Sunset Restaurant. Dort gibt es zum Sonnenuntergang wieder Cocktails und danach ein kubanisches Menü mit spanischer Tortilla, Salat, zwei verschiedenen Sorten Reis, Yukka, Kochbanane und Obstsalat. Eine Riesenportion und super lecker! Das wird mit dem nächsten Mojito genüsslich runtergespült, bevor es wieder zurück zur Casa geht. Dort organisieren wir noch eine Tour für morgen zum Sonnenaufgang und gehen dann auch schon ins Bett, wir müssen ja morgen dann wieder früh raus.

Um 04:25 klingelt der Wecker, das ist wirklich früh 😃. Wir machen uns schnell fertig und warten auf das Taxi, das uns gegen 5 abholt. Im Auto warten schon Sophie und Lisa aus Bayern, mit denen wir die Tour machen. Wir fahren 10 Minuten aus der Stadt zum Startpunkt der Wanderung und stapfen los. Man sieht natürlich (noch) nichts, das macht aber nichts. Nach knapp 45min Aufstieg sind wir auch schon am Ziel angekommen und machen es uns gemütlich. Wir schauen bei einem Kaffee zu, wie die Sonne aufgeht und quatschen dabei mit den beiden Mädels. Der Sonnenaufgang über dem Tal ist total schön, als es dann aber hell ist, ist es genauso schön (nur hell halt). Dann geht es, an allerhand Tieren und Pflanzen vorbei, wieder zurück zum Taxi.

Dann geht es zurück in die Casa, wo wir erstmal ganz entspannt frühstücken. Dann setzen wir uns noch eine Weile auf den Balkon, bis wir zum zweiten Programmpunkt für heute abgeholt werden, wir gehen reiten 😀. Auch was Neues für uns. Unsere Pferde Pasqual und Moro sind aber sehr routiniert (semi-automatic) und wissen zum Glück sehr gut, was sie tun. Nach ein paar Minuten vertrauen wir ihnen auch und können den kleinen Ausritt genießen. Es geht durch einen kleinen Bach, über kleine Hügel (das fühlt sich erstmal etwas unsicher an), durch Matsch und durch enges Gestrüpp. Und die ganze Zeit über haben wir eine traumhafte Aussicht. Dann gibt es ein Päuschen an einem Restaurant, wo wir einen Saft trinken und anschließend eine kleine Führung über die Kaffee- und Honigfarm inkl. Rum-Tasting bekommen. Danach reiten wir weiter ins „Tal der Stille“, was seinem Namen gerecht wird. Ein super idyllisches Fleckchen mit einem kleinen See und den Bergen im Hintergrund. Nach einer kleinen Pause geht es wieder zurück zur Farm, wo wir unsere Pferde wieder abgeben und zurück zur Casa gebracht werden.

Nach dem Tag haben wir uns die Dusche definitiv verdient. Auch wenn die kalt ist, weil gerade mal wieder Stromausfall ist 😃. Nachdem wir uns noch kurz ausgeruht haben, laufen wir wieder ins Zentrum und trinken im El Patio Mojitos und essen kubanische Pizza. Das ist im Angebot, da kann man doch nicht nein sagen. Dann treffen wir uns noch mit Marissa und Nico aus Stuttgart und Veda aus der Schweiz. Wir teilen uns noch eine Tortilla und haben einen sehr netten Abend zu fünft. Die anderen drei ziehen dann noch weiter in eine Bar, da wir aber ja schon lang auf den Beinen sind und noch packen müssen, klinken wir uns aus und erledigen das schnell. Um halb 11 liegen wir im Bett und sind bereit für den morgigen Reisetag.

Um 8 werden wir abgeholt, daher klingelt der Wecker um viertel vor 7 und um 7 sitzen wir am Frühstückstisch und genießen ein letztes leckeres Frühstück im Garten. Das Collectivo steht dann sogar schon um viertel vor 8 vor der Tür, da müssen wir schnell Zähne putzen 😃. Und dann geht es auch schon in Richtung Trinidad.

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