Wir machen uns direkt auf den Weg nach Interlaken, wo wir für 5 Nächte ein Iglu im Lazy Rancho gemietet haben. Gut 2,5 Stunden später haben wir getankt, eingekauft und eingecheckt. Nachdem ich erfolgreich auf dem winzigen Parkplatz eingeparkt habe, richten wir uns häuslich ein und essen erstmal zu Abend. Es gibt Brot mit Käse, Tomaten, Avocado und Bärlauchcreme (wir hatten einen riesen Hunger und es musste schnell gehen 😃). Gestärkt überlegen wir uns, was wir morgen machen könnten, springen schnell unter die Dusche und fallen platt ins Bett.
Schynige Platte und Interlaken
Am nächsten Morgen reißt uns der Wecker nach 9,5 Stunden aus dem Schlaf. Da hatten wir wohl was nachzuholen 😃. Wir frühstücken entspannt und warten auf die Sonne (laut Wetterbericht sollte sie den ganzen Tag scheinen). Heute wollen wir eigentlich einen Regenerationstag einlegen, mal schauen wie das am Ende so klappt.
Um 10 machen wir uns auf den Weg zum Bus, der uns durch Interlaken nach Wilderswil zum Bahnhof bringt. Dort besorgen wir uns Tickets und sprinten zur Bahn, die uns zur Schynige Platte bringt. Das ist eine über 130 Jahre alte Zahnradbahn mit alten Holzsitzen, richtig urig. Die Bahn zuckelt gemütlich den Berg hoch und nach einer knappen halben Stunde haben wir traumhafte Ausblicke ins Tal, auf den Thuner- und den Brienzersee und alles was dahinter liegt. Dann fahren wir durch die Wolken, das sieht super verrückt aus. Die Aussicht ist ein Traum.


Nach ungefähr 50 Minuten kommen wir an der Bergstation an und sind super froh, dass wir die 110€ für die Fahrt investiert haben. Es ist wirklich traumhaft schön und wir haben einen super Ausblick auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Die beiden Seen verstecken sich leider noch ziemlich unter der Wolkendecke, aber das kann sich ja noch ändern. Wir entscheiden uns für den Panoramaweg, der eine schöne Runde rund um das Plateau macht und wandern los. Direkt am Anfang biegen wir falsch ab, da hier aber alles unglaublich schön ist, ist das eigentlich auch egal. An der Daube, dem ersten Aussichtspunkt, sind wir dann auf dem richtigen Weg. Wir machen erstmal eine kleine Pause, bevor es richtig losgeht.



So richtig geht es dann aber doch nicht los, weil wir alle paar Meter für Fotos stehen bleiben oder einfach die Aussicht genießen. Der Weg geht natürlich genauso schön weiter wie er angefangen hat, nach jeder Ecke sieht es wieder anders schön aus.







Nach der Runde machen wir eine kurze Kaffee- uns Eispause an der Bahnstation und holen dann den Rest des verpassten Rundwegs nach. Leider gibt es immer noch keinen wirklich guten Blick auf die Seen, dann muss das wohl so reichen. Anschließend geht es wieder zurück und wir nehmen die Bahn um 16.21 (pünktlich auf die Sekunde natürlich) wieder nach unten.


Dauer 4,5h; Strecke 9,41km; Auf- und Abstieg 520m
In Wilderswil nehmen wir die nächste Bahn nach Interlaken Ost, von wo aus wir in die Innenstadt schlendern. Erstmal geht es an der surreal blauen Aare entlang und dann durch die engen Straßen mit vielen schönen, alten Häusern zum sri manee Isaan Thai House, wo wir uns den Bauch vollschlagen. Mit dem Bus geht es anschließend zurück zu unserem Iglu und unter die Dusche. Was für ein toller Tag!


Wasserfälle in Lauterbrunnen
Am Donnerstagmorgen sieht es leider wieder recht bewölkt aus. Wir frühstücken entspannt unser Müsli, machen uns fertig und laufen zum Bus. Mit der Gästekarte können wir in der Region kostenlos den ÖPNV nutzen, bei den Parkgebühren hier eine lukrative Sache. Heute fahren wir nach Lauterbrunnen Wasserfälle schauen, dafür geht es erstmal wieder mit dem Bus nach Wilderswil und von dort in die Bahn. Leider hat der Bus Verspätung (und das in der Schweiz 😳), aber der zweite Bus hält sogar extra nochmal für uns an und so klappt das auch prima mit der Bahn nach Lauterbrunnen.
Dort steigen wir aus der Bahn, besorgen uns noch einen kleinen Snack und sehen direkt den ersten Wasserfall 😍. Der Ort liegt wunderschön im Tal, rechts und links sind wahnsinnig hohe Berge und gefühlt alle paar Meter gibt es Wasserfälle, die in die Tiefe stürzen.




Etwas weiter hinten gibt es einen Startpunkt für Base Jumper, total verrückt wie die sich da (erstmal) nur mit einem Wingsuit in die Tiefe stürzen. Wir beobachten das Spektakel eine ganze Weile, machen ein Päuschen und biegen dann links ab. Wir wollen uns eigentlich noch die Trümmelbachfälle anschauen, die kosten allerdings 15 Franken Eintritt, die lassen wir dann doch aus. Dann gibt es den heutigen Anstieg, der es in sich hat. Wir laufen gut 800 Höhenmeter nach oben und werden alle paar Meter mit grandiosen Ausblicken belohnt.





Kurz vor dem höchsten Punkt kommt dann nochmal ein richtiges Highlight, ein Steinbock, nur wenige Meter vor uns auf einer Wiese 😳. Wahnsinn!



Anschließend geht es ein gutes Stück wieder bergab, bis wir schließlich in Wengen ankommen. Wir machen einen kurzen Abstecher zur Lauterhornabfahrt, die aber jetzt in grün wesentlich weniger eindrucksvoll aussieht als in weiß und im Fernsehen, wenn die Skirennfahrer da runtersausen. Wir laufen noch durch den Ort bis zum Bahnhof, wo wir in die nächste Bahn nach Lauterbrunnen steigen. Die 500m Abstieg sparen wir uns heute.



In Lauterbrunnen steigen wir um in den Zug nach Interlaken, wo wir uns dann schnell etwas zum Abendessen suchen. Wir werden im Top o’Met fündig, einem Rooftop-Restaurant auf einem Hotel. Sieht erst ein bisschen teuer aus, ist aber dann total lecker und preislich vollkommen okay. Wir sind eigentlich nur hier, weil es vegetarisches Rösti gab, der tolle Ausblick ist natürlich ein nettes Add-On 😃. Nachdem die Sonne weg ist machen wir uns dann auf den Heimweg, das war wieder ein langer, aber auch wunderschöner Tag.





Dauer 5h8; Strecke 15,18km; 1065m Aufstieg und 611m Abstieg
Wanderung zum Augstmatthorn
Am nächsten Tag steht wieder eine coole Wanderung für uns an. Da der Bus nach Habkern nur einmal die Stunde fährt, beeilen wir uns mit dem Frühstück und erwischen tatsächlich den nächsten Bus. Mit dem geht es eine Viertelstunde bergauf. Wir steigen erstmal eine Haltestelle zu spät aus und laufen zum Startpunkt der heutigen Wanderungen zurück 😃. Heute geht es auf das Augstmatthorn, quasi gegenüber von der Schynige Platte, wo wir vorgestern waren. Heute ist es nicht so wolkig, deshalb stehen die Chancen ziemlich gut, dass wir den Brienzersee heute von oben bewundern können. Es geht eine ganze Weile über schöne, sonnige Almwiesen nach oben, bis wir schließlich am Grat ankommen.



Dort hat man wirklich einen traumhaften Blick auf den See und das Panorama rundherum. Wir laufen bis zum Gipfel des Augstmatthorns, genießen die Aussicht bei einem Päuschen und laufen dann über den Grat in Richtung Interlaken. Wir haben immer wieder traumhafte Blicke nach unten und auf die Berge, herrlich!









Nach ein paar Kilometern und vieeelen Fotos und Videos, biegen wir wieder vom Grat ab und machen uns an den Abstieg. Der ist ganz schön anstrengend, aber wir haben es trotzdem irgendwann geschafft.



Wir fahren mit dem nächsten Bus zurück, diesmal aber direkt zum Campingplatz. Dort kochen wir heute selbst, naja eigentlich wärmen wir nur Chili sin Carne aus der Dose auf und dazu gibt es Wraps, Käse und Gemüse. Auf jeden Fall sehr lecker und genau richtig nach dem langen Tag. Satt und zufrieden geht es direkt ins Bett, wo wir noch überlegen, was wir morgen schönes unternehmen können.
Dauer 6h34; Strecke 18,0km; 1.249m Auf- und Abstieg
Beatushöhlen und Interlaken
Die Planung für den heutigen Tag gestaltete sich etwas schwierig. Nach den vielen anspruchsvollen Wandertagen merken wir unsere Beine und Knie ordentlich. Eine Wanderung ohne viele Höhenmeter bergab war uns zu teuer bei den horrenden Preisen für die Bergbahnen hier. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, den Tag in der Umgebung zu verbringen. Das heißt ausschlafen 😍 und entspannt in der Sonne frühstücken. Um halb 12 machen wir uns dann auf den Weg zum Bus, der uns zu den Beatushöhlen bringt.



Die sind wirklich cool, einen knappen Kilometer geht es in den Berg hinein und überall sind tolle Gesteinsformationen zu bewundern. Außerdem gibt es richtige Wasserfälle in den Höhlen. Insgesamt sind die Höhlengänge 12,2km lang, aber natürlich nicht alles erschlossen. Da lohnt es sich außerdem, das wir unsere Jacken mitgebracht haben, bei frischen 8-10°.





Als wir wieder aus der Höhle rauskommen, gibt es einen kleinen Snack, während wir auf den Bus zurück warten. Wir fahren aber nur bis zum Naturschutzgebiet Weissenau, wo wir hindurchschlendern. Von dort haben wir immer wieder tolle Ausblicke auf den Thuner See und erklinmen sogar die Ruine Weissenau. Dann geht es an der Aare wieder nach Interlaken, wo wir erstmal im Velo Café Kaffee und Kuchen verputzen und kurz die Beine ausstrecken.








Danach schlendern wir noch etwas weiter durch Interlaken und schauen uns die Altstadt von Unterseen an, die auch superschön ist. Irgendwann haben wir wieder Hunger und fallen ins Gleis 3 ein. Dort gibt es für uns Älpler-Makkaroni mit Champignons, wir hatten nochmal Lust auf Schweizer Küche am letzten Abend. Das sind riesen Portionen und es schmeckt super lecker! Auch ohne Wanderung sind wir heute schon wieder über 20.000 Schritte gelaufen, das macht sich im Hunger bemerkbar 😀. Weil der nächste Bus erst in einer halben Ewigkeit kommt, laufen wir einfach direkt zurück zum Lazy Rancho. Dort wird gepackt und geduscht, bevor es ein letztes Mal in Interlaken ins Bett geht.

Oeschinensee
Am nächsten Morgen klingelt der Wecker mal wieder früh (um 8). Es gibt ein letztes leckeres Frühstück, bevor wir alles zusammenpacken und gegen halb 10 wieder auf die Straße rollen. Während unserer Zeit hier in Interlaken haben wir das Auto tatsächlich nicht bewegt, mega cool! Natürlich können wir nicht heimfahren ohne eine letzte kleine Wanderung, deshalb fahren wir noch einen kleinen Umweg zum Oeschinensee.


Als wir loslaufen ist es noch etwas bedeckt und wir hoffen einfach mal, dass sich die Sonne heute nochmal zeigt. Da wir mal wieder zu große Sparfüchse für die Bergbahn sind, laufen wir komplett nach oben. Nach einer guten Dreiviertelstunde sehen wir den See, wirklich wunderschön! Wir laufen ein Stück am Ufer entlang, bis es nach oben geht. Eigentlich wollten wir nach 1,5 Stunden umdrehen, aber es ist einfach zu schön, deshalb entscheiden wir uns spontan doch für den ganzen Rundweg 😀.




Passend dazu kommt tatsächlich auch die Sonne raus, als wir den höchsten Punkt der Wanderung erreichen, unfassbar schön! Natürlich nehmen wir jeden Aussichtspunkt noch mit und genießen die letzten Minuten am Berg. Dann geht es wieder runter zum Auto, mit dem wir uns dann jetzt leider wirklich auf den Heimweg machen.





Dauer 4h27; Strecke 14,26km; 926m Auf- und Abstieg
Fazit
Wir sind total begeistert von unseren 11 Tagen in der Schweiz. Abgesehen davon, dass wir wahnsinniges Glück mit dem Wetter hatten, waren die Wanderungen ein Traum und so super abwechslungsreich, das hätten wir niemals gedacht. Alles in allem ein grandioser Urlaub, den wir haargenau so wieder machen würden 😊!
