Hüttentour rund um die Dents du midi 🏔

Wir fahren an Montreux vorbei, wo wir wieder einen herrlichen Blick aur den Genfer See haben. Durch den (fast) wolkenlosen Himmel sehen wir sogar schon die Dents du Midi. Ganz schön weiß da oben😃. Bis Champéry schrauben wir uns noch etwas die Berge hoch, stellen unser Auto an der Seilbahn ab und marschieren los.

Von Champéry zur Cabane de Susanfe

In Champéry ist heute ein Trailrun, weshalb uns direkt ganz viele sehr fitte Jungs und Mädels entgegenkommen. Wir sehen später dass die teilweise 57km laufen, also so viel wie wir in den 4 Tagen 😃. Absolut verrückt! Zwischen den kurzen Pausen zum vorbeilassen und anfeuern geht es stetig durch den Wald bergauf. Ab und zu gibt es traumhafte Ausblicke ins Tal, das hat sich ja jetzt schon gelohnt. Nach gut der Hälfte der Strecke werden es immer weniger Bäume und die Landschaft wird langsam aber sicher immer weißer, bis wir schließlich komplett durch Schnee laufen. Ganz schön anstrengend! Zum Glück sieht man den Weg aber super.

Nach 3 Stunden 15 Minuten erreichen wir dann unsere Herberge für heute Nacht, die Cabane de Susanfe. Eine super süße, kleine Hütte mit Außentoiletten. Und das bei den Temperaturen ❄️. In der Hütte sprechen zum Glück alle Englisch und so verstehen wir auch die wichtigsten Dinge. Wir bekommen unsere Betten zugewiesen und wärmen uns im warmen, gemütlichen Gemeinschafsraum auf. Um halb 7 gibt es dann eine leckere Gemüsesuppe, gefolgt von Linsen Dal mit Reis und einem Schokomuffin. Ein richtiges Gourmetessen! Danach mache ich Marcus noch viermal bei Skip-Bo platt, bevor wir gegen 10 ins Bett fallen.

Dauer 3h15; Strecke 8,05km; 1.103m Aufstieg und 65m Abstieg

Von der Cabane de Susanfe zur Auberge du Salanfe

Nach einer doch recht erholsamen Nacht klingelt der Wecker um 20 vor 7. Wir verputzen frisches Brot mit Kräuterquark, Bircher Müsli und dazu Tee. Während wir frühstücken geht die Sonne auf, ein Traum! Damit steigen unsere Gipfelchancen heute erheblich 🥳.

Um halb 9 sind wie startklar und laufen zur Col de Susanfe. Das ist wieder ganz schön schneelastig, zum Glück aber nicht ganz so matschig und rutschig wie gestern. Dort angekommen könnten wir abbiegen zum Gipfel dem Haute Cime, das macht aber mit dem ganzen Schnee (hüfthoch!) leider keinen Sinn, weshalb wir uns direkt auf den Abstieg zur Auberge de Salanfe machen.

Auf der anderen Seite des Sattels sieht es gleich ganz anders aus, nur noch ganz oben liegt Schnee und wir sehen schon die Hütte am Stausee, traumhaft schön! Mit diesem Ausblick geht es dann noch eine Weile bergab und geradeaus. Wetterbedingt müssen wir gefühlt alle fünf Minuten stehen bleiben und unsere Jacken wechseln. Am Ende braucht man aber dann gar keine mehr, da ist das alles nicht mehr so schlimm.

Um halb 1 erreichen wir unser heutiges Ziel. Diesmal deutlich touristischer, eigentlich eher wie ein Berggasthof. Wir beziehen unser Lager und gönnen uns erstmal Kaffee und Kuchen auf der Terrasse in der Sonne. Heeeerrlich! Wir quatschen noch ein bisschen mit zwei Mädels und schauen uns dann die schöne Umgebung genauer an. Von der Staumauer aus hat man einen tollen Blick auf die Berge rundherum und an der süßen, kleinen Kapelle gibt es zu der tollen Aussicht und einer Rentnerbank sogar ein bisschen Internet, so ein Luxus! Passend dazu gibt es sogar noch eine heiße Dusche 😍.

So ist der Tag auch irgendwie schnell vorbei und um 7 sitzen wir pünktlich zum Abendessen in der Hütte. Wir haben heute Fondue vorbestellt und bekommen eine riesen Portion 😃. Zum Nachtisch gibt es eine Kugel Aprikoseneis, das haben wir auch noch nie gegessen, schmeckt aber auch super. Im Anschluss schafft es Marcus tatsächlich, im SkipBo zu gewinnen 😳.

Danach spielen wir noch Rummikub, wo er ebenfalls gewinnt (2mal). Das wars wohl mit meiner Siegessträhne. Um 10 liegen wir wieder im Bett und hoffen auf eine erholsame Nacht.

Dauer 4h; Strecke 8.8km; 490m Aufstieg und 615m Abstieg

Von Salanfe nach Chindonne

Die Nacht war leider nicht ganz so erholsam wie erhofft. Diesmal hatten wir leider einige Schnarchende im Zimmer, was uns einiges an Schlaf gekostet hat, vor allem Marcus. Um 7 sitzen wir wieder beim Frühstück mit Kaffee, Bircher Müsli und Baguette mit Käse.

Nach dem Frühstück wird wieder gepackt und es geht direkt los. Erstmal hoch auf den Col du Jorat und dann schrauben wir uns laaange nach unten. Das ist für die Knie ziemlich herausfordernd, aber der Ausblick entschädigt auch hier mal wieder.

Es geht vorbei an super vielen kleinen und großen Wasserfällen (dem Schmelzwasser sei Dank) bis nach Mex, einem super süßen alten Bauerndorf. Dort gibt’s ne kurze Stärkung mit tollem Ausblick. Irgendwann muss der ganze Proviant ja weg, den wir hier mitschleppen. Frisch gestärkt geht es dann auf die zweite Hälfte der heutigen Tagesetappe.

Zuerst ein Stück flach im Wald, bis es dann wieder bergauf geht, diesmal über Almen. Die sind verdammt steil, wie machen das nur diese Kühe hier?! Nach einer kleinen herausfordernden Alm mit gefühlt tausend Kühen, die mitten auf dem Weg stehen, sind wir schon fast an der Auberge de Chindonne. Dort sichern wir uns die zwei besten Betten, springen unter die Dusche und setzen uns ins Restaurant.

Nach ein paar Spielen gibt es dann zum Glück endlich essen. Nach einem Salat wird uns Polenta mit Ratatouille gezaubert und zum Nachtisch gibt es einen leckeren Kuchen. Danach sind wir pappsatt 😃. Außer uns sind nur Rebecca, Pauline und Aaron aus Heidelberg auf der Hütte, das wird dann wohl mal eine ruhige Nacht. Wir quatschen dann noch eine halbe Ewigkeit und gehen erst um 11 ins Bett. Richtig wild heute!

Dauer 6h18; Strecke 18,57km; 1.048m Aufstieg, 1.359m Abstieg

Von Chindonne zurück nach Champéry

Die Nacht war tatsächlich um einiges erholsamer als die Vorherige. Zum Glück, für unsere letzte Etappe brauchen wir nochmal Kraft. Nach einem entspannten Frühstück mit den anderen packen wir ein letztes Mal unsere Rucksäcke, verabschieden uns und laufen gegen viertel vor 9 los in Richtung Lacs d’Antheme. Zu Beginn geht es ein Stück bergauf, bevor es recht hügelig weitergeht. Über Almwiesen, durch Wälder und an vielen Kühen und Wasserfällen vorbei, mit Blick auf die Nordseite der Dents du midi.

Nach der Hälfte der Strecke machen wir einen spontanen Abstecher zum Signal de Soi, wo wir noch einmal eine herrliche Aussicht genießen und eine kurze Pause einlegen. Dann geht es noch ein Stück hoch zur Cabane d’Antheme, die traumhaft schön liegt. Nach einer weiteren kurzen Pause kommt dann der Rest der Tour.

Nach einem flachen Part geht es die letzten 1.000 Höhenmeter wieder runter, ganz schön anstrengend. Um kurz nach 3 kommen wir schließlich wieder am Auto an und sind kaputt, aber auch super happy, dass wir 4 so schöne und abwechslungsreiche Tage erleben durften.

Alles in allem eine super Hüttenwanderung. Wir haben nur nette Leute getroffen, die Hütten waren alle super (die erste hat uns am Besten gefallen) und die Etappen waren anspruchsvoll, aber gut machbar.

Dauer 6h18; Strecke 18,83km; 802m Aufstieg und 1.333m Abstieg

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