Kota Kinabalu, Mount Kinabalu und Deramakot Forest

Gegen halb 2 landen wir in Kota Kinabalu, im malaysischen Teil Borneos. Nachdem wir unsere Stempel im Pass haben, heben wir noch schnell etwas Bargeld ab und besorgen uns eine Sim-Karte. Dann geht es mit einem Grab (sowas wie Uber) ins TOOJOU, unserem Hostel für die nächsten Tage. Nach einem Sprung unter die (heiße!) Dusche geht es dort nur noch ins Bett.

Am nächsten Morgen wird natürlich ausgeschlafen, was bei mir leider nur bedingt klappt. Danach gibt es ein entspanntes Frühstück im Hostel, das einzige vegetarische auf der Karte ist allerdings Toast mit Erdnussbutter, aber das macht ja nichts. Und der Kaffee dazu ist super! Dann machen wir uns auf den Weg in eine Mall, in der es quasi nur Elektroläden gibt. Dort sagt man uns leider, dass man unsere dji nicht reparieren kann und schickt uns in eine andere Mall in den dji Store. Dort fahren wir dann schnell mit einem Grab hin (es ist einfach zu heiß zum laufen), allerdings können sie dort auch nichts machen. Also wohl erstmal weiterhin keine Unterwasserbilder. Dafür ist die Mall super verrückt, total westlich und bunt, außerdem ist dort gerade die Wahl zur Miss Sabah 2023 oder so, also viel los.

Außerdem versuchen wir, noch einen Platz für die Wanderung auf den Mount Kinabalu zu bekommen. Das sieht aber leider irgendwie auch schlecht aus, also nicht so wirklich erfolgreich heute. Wir schlendern dann noch etwas am Wasser entlang, dort stinkt es aber ziemlich, weshalb wir dann doch zurück ins Hostel gehen. Dort entdecken wir die Kaffeemaschine und entspannen etwas in der Lounge, bevor wir später dort zu Abend essen. Für Marcus gibt es eine Tofu-Bowl und ich nehme Kürbispasta, was beides überraschend lecker ist.

Danach passiert auch nicht mehr viel, bevor wir müde ins Bett fallen nach unserem ersten Tag auf Borneo.

Am nächsten Morgen schlafen wir wieder aus und diesmal klappt das auch für mich. Dann laufen wir ins Nook Café für ein spätes Frühstück. Dort gibt es mal wieder eine leckere Smoothie Bowl, Kaffee und Saft, bevor wir uns mit einem Grab in die Stadtmoschee fahren lassen. Die liegt super schön am Wasser und wenn man schonmal in einem muslischem Land ist, muss man sich das ja auch anschauen. Wir betrachten sie erst einmal von außen, was schon ziemlich cool ist. Da es aber viel zu heiß ist und wir sowieso erstmal weiter nichts vor haben, beschließen wir, das Ganze auch noch näher zu betrachten. Dafür müssen wir uns verschleiern, total verrückt. Mit Kopftuch und dem Kleid ist es, als ob man gleich noch einen großen Teil seiner Persönlichkeit ablegt. Ist aber eine interessante Erfahrung, auch wenn wir als Nicht-Muslime in der Moschee selbst nur einen kleinen Teil betreten und auch nur 15 Minuten dort bleiben dürfen.

Anschließend haben wir schon wieder Hunger und fahren mit einem Grab zum People Café. Dort teilen wir uns erstmal einen Salat und geröstetes Brot. Dann scheint das auch endlich mit der Wanderung zu klappen, die wir auf den Mount Kinabalu machen wollen und wir wägen eine Ewigkeit die Optionen ab, die wir haben. Mit knapp über 4.000m ein ganz schön hoher Berg und die Besteigung ist vor allem eins – teuer. Aber nach den letzten Wochen haben wir so Lust auf eine sportliche Challenge, ist nur noch die Frage ob mit oder ohne Klettersteig. Am Ende entscheiden wir uns für den Klettersteig und das gleich morgen. Nach einem Kaffee und einem Brownie geht es daher nochmal in die Stadt ein paar Dinge besorgen. Tabletten gegen Höhenkrankheit, Kopfhörer und Marcus bekommt endlich eine neue Schutzfolie für sein Handy. Nachdem das alles erledigt ist, geht es zum Mother India zum Abendessen. Während wir auf das Essen warten besorge ich noch schnell eine zweite Stirnlampe und dann wird geschlemmt! Das Essen ist super lecker und wie immer beim Inder wahnsinnig viel. Mit einem Grab geht es dann ins TOOJOU, wo wir unser Frühstück für morgen vorbereiten und dann noch packen müssen. Das geht zum Glück aber auch recht flott, auch wenn wir natürlich trotzdem viel zu spät schlafen dafür, dass wir am nächsten Morgen um 10 nach 6 abgeholt werden.

Die kurze Nacht ist dann auch dementsprechend schon um halb 6 beendet, wir machen uns fertig und packen unsere Rucksäcke. Um 10 nach 6 holt uns unser Fahrer ab und wir fahren mit einem Minibus zum Mount Kinabalu Park. Dort bekommen wir unsere Besucherausweise und Lunchpakete, verputzen schnell unser Frühstück (Frischkäse-Avocadobrot 😍) steigen in einen anderen Bus und werden zum Timpohon Gate auf 1.866m gebracht, wo die eigentliche Wanderung startet. Von dort aus geht es 6km und rund 1.400 Höhenmeter bergauf. Am Anfang geht es durch viel Wald und etwas weiter oben wird es etwas karger und felsiger und auch ganz schön anstrengend! Zwischendurch legen wir immer wieder kleine Pausen ein, verputzen unsere Lunchbox und kommen gegen halb 2 an unserer Hütte, der Pendant Hut, an.

Wir suchen uns erstmal Betten aus und trinken Kaffee und Tee, bis um halb 4 das Briefing beginnt. Dort bekommen wir detailliert erklärt, was uns morgen erwartet und das klingt gar nicht so ohne und wird ganz schön stressig. Um 06:30 Uhr müssen wir spätestens am Einstieg zum Klettersteig sein und davor geht es noch auf den Gipfel, der von der Hütte noch 2,9km und 800 Höhenmeter entfernt ist. Anschließend geht es zum Abendessen, was es als Buffet gibt. Dabei ist die vegetarische Auswahl tatsächlich überraschend vielseitig und lecker, ein Traum! Wegen des straffen Programms morgen liegen wir schon um halb 8 im Bett und unsere erste Nacht über 3.000m bricht an.

Obwohl um 2 Weckzeit ist, meinen 2 Witzbolde, sich um 20 nach 1 lautstark unterhalten zu müssen 🙄. Das war es dann mit dem Schlaf, und das nach nur ein paar Stunden 🤦🏽‍♀️. Dafür sitzen wir dann pünktlich um zwei beim kleinen Frühstück mit Tee und Erdnussbuttertoast mit Marmelade. Um halb 3 sind wir bereit zum loslaufen, leider regnet es aber, weshalb die Parkranger keine Erlaubnis zum Starten geben bzw. das Tor nicht aufschließen. Um 3 wird nochmal geschaut, allerdings mit dem gleichen Resultat. Den nächsten Versuch gibt es um halb 4, was es aber dann schon fast unmöglich macht, Gipfel und Klettersteig rechtzeitig zu schaffen. Da klappt es dann auch tatsächlich! Es nieselt zwar noch etwas, aber wir flitzen natürlich direkt los. Leider sieht man wirklich nichts, da zum Nieselregen auch noch Nebel dazukommt. Und die 800 Höhenmeter haben es wirklich in sich, man merkt schon auch dass man auf über 3.000m ist. Wir wechseln uns mit dem Rucksack ab und legen immer wieder Pausen ein. Nach dem ersten Kilometer wird der Weg auch sehr felsig, zum Glück kann man dort aber gut hochlaufen. Nach gut 2 Stunden erklimmen wir dann endlich den Gipfel auf 4.095m. Hier ist das Wetter leider noch schlechter, der Regen ist es etwas stärker und es zieht ganz ordentlich.

Da man damit ohnehin nichts sieht, steigen wir nach ein paar Beweisfotos auch schon wieder ab. Wir sind sogar schon um 20 nach 6 am Startpunkt für den Klettersteig, leider ist der aber heute dann auch geschlossen wegen des schlechten Wetters. Na toll! Daher geht es dann ohne Kletterpartie wieder zur Hütte zurück, wo wir um halb 8 ankommen. Dort gibt es dann erstmal das zweite Frühstück aus Kartoffelbrei, Eiern, Baked Beans und Pilzsuppe. Weil wir so unfassbar müde sind, legen wir uns dann tatsächlich nochmals hin und schlafen ein Ründchen, bevor es dann um kurz vor 10 wieder zurück ins Tal geht. Die 6 Kilometer ziehen sich, insbesondere der letzte Kilometer ist eine einzige Tortur. Aber auch der ist irgendwann geschafft und wir kommen unfassbar platt, aber auch ein bisschen stolz (unseren ersten 4.000er bezwungen) am Timpohon Gate an.

Dort geht es nach einer kurzen Verschnaufpause mit einem Minibus ins Headquarter, wo wir unsere Urkunden für den erfolgreichen Aufstieg erhalten. Zum Abschluss werden wir noch zu einem Restaurant in der Nähe gefahren, wo es noch ein spätes Mittagessen gibt. Für Marcus Reis mit Gemüse und für mich Reis mit Pilzen. Wir haben beide keinen riesen Hunger, es tut aber trotzdem gut was zu essen. Dort holt uns kurz darauf unser Fahrer ab, der uns zurück ins TOOJOU bringt. Die Fahrt dauert knapp zwei Stunden und wir sind so kaputt, dass wir beide im Auto einschlafen 😀. Dort beziehen wir unser nächstes Zimmer und springen direkt unter die Dusche, laufen dann zum nächsten Geldautomaten und informieren uns über den Busfahrplan für morgen, es steht nämlich eine Fahrt nach Telupid an. Dann waschen wir noch eine Ladung Wäsche und spielen währenddessen Billard und Tischkicker. Als das erledigt ist geht es zurück aufs Zimmer, wo dann mal wieder gepackt wird. Nach einem Tatort wird dann auch direkt geschlafen, wir sind schon wieder so müde nach dem anstrengend Tag.

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um halb 7, wir packen noch den Rest und fahren mit einem Grab zum Inanam Bus Terminal. Dort erfahren wir, dass der Bus um 8 schon voll ist und es erst um 10 zwei freie Plätze gibt. Das passt uns gar nicht, weil wir um 2 in Telupid abgeholt werden und das dann natürlich nicht klappt. Wir haben nämlich für die nächsten 2 Nächte ein Safaripaket im Deramakot Forest gebucht! Das ist einer der besten Wälder Borneos zum Tiere sehen und außerdem ein toller, geschützter Wald, das muss man sich wohl auf jeden Fall anschauen. Nach einer kurzen Rücksprache mit dem Veranstalter buchen wir zwei Tickets für den Bus um 10 und gehen erstmal ins Clover Café um die Ecke zum Frühstück. Leider gibt es dort nur Reis, Nudeln und Kuchen, dann gibt es eben Käsekuchen, Tee und Mangosaft zum Frühstück 😀. Der Kaffee ist hier nämlich auch ganz schräg, es gibt oft nur Instantkaffee mit Zucker 🤦🏽‍♀️. Wenigstens etwas gestärkt geht es dann zum Terminal zurück und wir steigen endlich in den Bus, da hätten wir ja auch noch zwei Stunden länger schlafen können. Nach vier Stunden Fahrt, eine Viertelstunde vor dem Ziel, machen wir noch eine Pause, na toll 😀. Um viertel vor 3 sind wir dann endlich in Telupid, wo wir schon von Renaud erwartet werden. Den haben wir auf der Wanderung gestern kennengelernt und wir begleiten ihn auf „seiner“ Tour. Auch mal ganz nett wenn ich mich mal nicht um die Orga kümmern muss 😀. Wir steigen mit ihm und unserem Guide Alcey in ein Allradfahrzeug und es geht los zu unserer Unterkunft. Auf dem Weg zum Wald sehen wir sogar schon einen Waran. Der ist riesig, ich denke erst, dass es ein Krokodil ist 😀. Dann geht es weiter in die Deramakot Forest Reserve. Wir sind noch gar nicht weit gefahren, da sehen wir auf einmal zwei Elefanten direkt am Straßenrand! Leider verschwinden sie kurz darauf wieder im Busch, aber nur ein paar Meter weiter sehen wir sie wieder. Während wir noch nach ihnen Ausschau halten, sehen wir auf einmal eine ganze Herde hinter dem Auto! Total verrückt. Da merkt man auch direkt, dass sie nicht an Menschen gewöhnt sind, sie beobachten uns eine ganze Weile und wissen gar nicht, was jetzt passiert. Insgesamt sind es 16 Elefanten und davon 3 Babys, total putzig! Die sind zwar nicht riesig, da es hier natürlich keine afrikanischen Elefanten gibt, aber trotzdem noch eindrucksvoll und einfach groß 😳. Als wir weiterfahren, sehen wir sogar noch zwei Hornbills, auch sehr bekannte Vögel mit einer verrückten Frisur.

Um viertel nach 6 kommen wir an unserer Unterkunft für die nächsten zwei Nächte, dem Deramakot Base Camp, an. Für ein Base Camp ist das recht luxuriös und groß, aber wir freuen uns über die Klimaanlage im Zimmer und das eigene Bad. Nach einer schnellen Dusche geht es dann auch schon zum Abendessen, auf das wir hungrig hinfiebern. Das lohnt sich, das beste vegetarische Essen seit langem! Es gibt Reis mit drei verschiedenen Gemüsesorten dazu, eins besser als das andere. Besonders lecker ist die Aubergine in Pilzsoße. Nach dem Abendessen geht es direkt los zur Nachtsafari! Und es startet direkt super, nach wenigen Minuten Fahrt sehen wir bereits einen kleinen Affen. Etwas später sehen wir eine Wildkatze, die sieht wirklich aus wie ein Minileopard! Dann geht es weiter mit einem kleinen Vogel, einem schlafenden Hornbill, einem kleinen Wildtier, was so ähnlich aussieht wie ein Reh. Darauf folgen noch ein Flughörnchen, eine weitere kleine Katze, einen Plumplori, zwei Frösche und, als wir gegen halb 11 das Auto parken, eine Eule zum Abschluss. Da es am nächsten Morgen schon um halb 7 mit der ersten Safari losgeht und wir nach dem langen Tag super müde sind, geht es direkt ins Bett. Was ein toller Tag!

Der Wecker klingelt am nächsten Morgen wieder mitten in der Nacht (um 6), wir ziehen uns an und hüpfen (wie man mit schlimmen Muskelkater eben so hüpft) in den Speisesaal für einen schnellen Kaffee vor der ersten heutigen Safari. Leider regnet es etwas, weshalb sich das ganze etwas nach hinten verschiebt. Dafür gibt es dann schon zwei Toasts und noch einen Tee, bevor wir dann schließlich um halb 8 aufbrechen. Nach ein paar Minuten sehen wir direkt einen indonesischen Paradiesvogel, der sieht mit seinem wehenden Schwanz total schön aus im Flug. Ein paar Kilometer weiter sehen wir unser Highlight, ein Orang Utan-Baby mit seiner Mutter! Die sind zwar ein ganzes Stück entfernt im Baum, aber mit dem Fernglas kann man sie super beobachten. Und wilder geht es nicht! Wir staunen eine ganze Weile, bevor wir weiterfahren. Wir sehen noch einen Hornbill, bevor wir gegen 10 wieder am Base Camp ankommen. Dort gibt es dann erstmal das zweite Frühstück, es gibt Spiegelei mit Toast, Pancakes mit Erdnussbutter und Marmelade – ein wahres Festmahl!

Anschließend besorgen wir uns WLAN und ruhen uns ein wenig aus. Um 1 gibt es dann Mittagessen, für uns Omelette mit Glasnudeln und Gemüse und kochen können sie hier wirklich! Nach der Stärkung kümmern wir uns um die Planung der nächsten zwei Wochen, aber nur wenig erfolgreich. Bisher war es wirklich nirgends so kompliziert wie auf Borneo, ganz schön frustrierend. Um 5 geht es dann auch schon weiter mit dem Programm, statt einer Safari vor und einer nach dem Abendessen fahren wir von 5 bis 9 und essen danach. So haben wir die beste Zeit um den Sonnenuntergang komplett zur Verfügung, juhu! Am Anfang sehen wir wieder Hornbills und Affen, dann fahren wir eine längere Strecke ohne Tiersichtungen bis zum Sonnenuntergang. Der ist auch super schön und wir bekommen sogar noch Snacks und Kaffee dazu. Dann geht es im Dunkeln noch ein Stück weiter, bevor wir umdrehen und ein Flughörnchen aus der Nähe betrachten können, super faszinierend, sieht aus wie ein Eichhörnchen, aber mit längerem Schwanz und den Hautlappen zwischen Armen und Beinen zum Gleiten, wie bei einem Wingsuit 😀. Danach sehen wir noch weitere Flughörnchen und einen Plumplori, bevor wir um viertel nach 9 zurück am Base Camp sind. Dort gibt es direkt Abendessen, wieder Reis mit Gemüse und wieder super lecker.

Dann buchen wir schnell unsere nächsten beiden Unterkünfte, bevor wir fix unsere sieben Sachen packen und ins Bett fallen. Am nächsten Morgen klingelt der Wecker schon um halb 6 🤦🏽‍♀️. Renaud möchte gern früh los, da er heute eine längere Reise vor sich hat. Außerdem sind die Chancen so früh natürlich besser, noch ein paar Tiere zu sehen, daher machen wir da dann eben mit. Um kurz nach 6 sind wir beim Frühstück und um 10 vor 7 sitzen wir wieder im Auto auf dem Weg nach Telupid.

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