Northland und ein Fallschirmsprung

Nach 1,5 Stunden Fahrt kommen wir an unserem heutigen Freecamp, der Port Albert Domain, an. Leider ist es super wolkig und regnet zeitweise auch, super schade bei den schönen Ausblicken aufs Meer. Als wir ankommen trinken wir noch einen Kaffee, bevor es dann aber auch schon wieder dunkel wird. Wir planen noch ein bisschen die nächsten Tage, bis wir Burger vorbereiten, unser heutiges Abendessen. Wieder mit den leckeren Rote Bete Patties vom letzten Mal, Blauschimmelkäse, Avocado und anderen Leckereien. Die Avocados hier sind übrigens aus Neuseeland und wir haben heute das erste Mal Highlandrinder hier gesehen, das Land bekommt also noch mehr Pluspunkte! Danach bereiten wir das Bett vor und lesen noch eine Weile.

Nach einer erholsamen ersten Nacht in Fridolin kommt zum Frühstück tatsächlich die Sonne raus! Da es aber super windig ist, frühstücken wir trotzdem drinnen. Nachdem wir uns noch kurz den Steg unseres Camps angeschaut haben und wieder alles weggepackt ist, geht es dann an der Westküste weiter in Richtung Norden.

Den ersten Stopp legen wir in dem Tokatoka Scenic Reserve ein, wo wir die kleine Wanderung zum Gipfel machen. Leider ist es gerade ziemlich düster und sieht nach Regen aus, immerhin kommen wir aber trotzdem trocken zurück zu Fridolin.

Danach geht es weiter zum Maungaraho Rock. Der ist aus einem Vulkanausbruch entstanden und ganz schön hoch! Man kann drumrumlaufen, aber auch den Gipfel besteigen, was wir uns natürlich nicht zweimal sagen lassen. Das ist auch mehr ein Klettersteig als ein Wanderweg und macht wahnsinnig viel Spaß! Dafür ist das Wetter super merkwürdig, es stürmt ohne Ende, ab und zu regnet es und dann kommt zeitgleich die Sonne raus.

Nach einer Dreiviertelstunde sind wir auch schon wieder bei Fridolin und es geht weiter. Wir entscheiden uns dazu, an der Küste entlang zu fahren, was trotz des grauen Himmels eine super schöne Strecke ist. Unterwegs halten wir noch am Tane Mahuta, dem größten Kauribaum Neuseelands. Der ist ungefähr 2.000 Jahre alt und wirklich riesig! Über 51m hoch und der Stamm hat einen Umfang von knapp 14m. So einen riesen Baum haben wir definitiv noch nicht gesehen.

Inzwischen kommt auch die Sonne mal richtig raus, was perfekt passt, weil wir dann auch tatsächlich an der Küste entlang fahren. Der nächste Halt ist im Arai te Uru Recreation Reserve, wo wir zum Signal Point spazieren. Traumhaft schön, wir gucken gegenüber auf eine große Sanddüne, das Meer ist herrlich türkis und alles andere saftig grün.

Dann geht es wieder ein kleines Stück weiter zu den Koutu Boulders. Das sind Felsen im Meer, die vom Wasser quasi kugelrund sind. So etwas haben wir auf der Südinsel schon gesehen und die waren noch etwas cooler, trotzdem ein netter kleiner Abstecher. Als nächstes fahren wir zur Fähre in Rawene, durch die wir uns ein paar Kilometer sparen.

Nach einem letzten Stopp an der Tankstelle steuern wir unser heutiges Nachtlager an, den Pukenui Holiday Park. Im Norden gibt es leider keine Freecamps, deshalb gibt es heute wieder mal einen normalen Campingplatz. Dafür gibt es dann auch Duschen, auch nicht so verkehrt 😀. Erstmal wird aber gekocht, Gnocchi mit Linsenbolognese – natürlich wieder super lecker. Dann geht es unter die Dusche und wir schauen noch zwei Folgen Outer Banks, bevor dieser schöne und ereignisreiche Tag auch schon wieder zu Ende ist.

Am nächsten Morgen ist leider der Himmel komplett grau, zum Glück ist es aber trotzdem recht warm. Wir frühstücken schnell drinnen, da wir heute auch wieder einiges vor haben und machen uns dann auf den Weg zum Cape Reinga, dem nördlichsten Punkt Neuseelands. Nach einer Stunde Fahrt kommen wir dort an und hier ist es super windig, aber tatsächlich sonnig! So ein riesen Glück, das war tatsächlich nicht vorhergesagt. Wir beobachten, wie das tasmanische Meer und der Pazifik zusammenfließen und genießen, dass außer uns auch gar nicht so viele Leute dort sind. Leider sind die Wanderwege hier alle gesperrt, sodass wir nur die kleine Runde zum Leuchtturm laufen können. Wirklich ein sehr schönes Kap!

Danach geht es ein paar Minuten zurück in Richtung Süden, bevor wir zu den Te Paki Sanddünen fahren. Dort kann man sich Bodyboards ausleihen und die Düne runterrutschen, das machen wir natürlich mit! Wäre das hochlaufen nicht, könnte man das den ganzen Tag machen 😀. Wir bleiben trotzdem eine ganze Weile dort, rutschen was das Zeug hält und belohnen uns zwischendurch mit Spicy Fruit Buns (da Ostern ja jetzt vorbei ist ohne „Hot Cross“) und Kaffee.

Nachdem wir uns verausgabt haben, geht es wieder weiter zurück in Richtung Süden, diesmal aber die Ostküste entlang. Leider fängt es unterwegs an, etwas zu regnen, wir entscheiden uns aber trotzdem, die kurze Wanderung zum St. Pauls Rock noch mitzunehmen. Die ist auch wirklich nicht lang, nach knappen 20 Minuten sind wir schon auf dem Gipfel und haben einen traumhaften Rundumblick. Leider ist es recht diesig und dunkel, mit Sonne muss das wirklich unfassbar schön sein. Trotzdem hat sich der kleine Abstecher gelohnt und wir sind immerhin trocken geblieben.

Kurz darauf wird es dann auch schon wieder dunkel, da sitzen wir zum Glück aber schon im Auto zu unserem nächsten Freecamp in Kawakawa. Dort stellen wir das Auto am Hundertwasser Parkplatz ab und nehmen eine kalte Dusche, um den ganzen Sand abzuwaschen. Dann gibt es endlich was zu essen, heute mal wieder Falafelwraps 😍.

Am nächsten Morgen sieht man leider wieder keinen blauen Himmel. Nach dem Frühstück schauen wir uns noch die Hundertwasser-Toiletten an, die sind wirklich ziemlich cool gemacht. Hundertwasser hat für ein paar Jahre in Kawakawa gelebt, deshalb wird hier an jeder Ecke an ihn erinnert, gefällt mir sehr gut.

Dann fahren wir trotz des schlechten Wetters zur Bay of Islands. Zuerst geht es nach Opua, von wo aus wir die Fähre nach Okiato nehmen. Dort fahren wir zum Tapeka Point, von dem aus wir zum View Point wandern. Man hat einen tollen Blick auf die vielen kleinen Inseln leider aber halt wieder ohne blauen Himmel. Trotzdem eine nette kleine Wanderung.

Dann fahren wir langsam durch den Nieselregen weiter in Richtung Süden. Den nächsten Stopp legen wir an den Whangarai Falls ein. Dort kann man eine kleine Runde um den Wasserfall gehen und hat von allen Seiten einen tollen Blick auf ihn, super schön! Da es aber die ganze Zeit regnet, sind wir schnell zurück bei Fridolin, machen uns einen Kaffee und essen unsere Buns mit Erdnussbutter ☺️.

Wir beschließen, das schlechte Wetter zu nutzen und noch ein paar Erledigungen zu machen, die größere Stadt passt da ganz wunderbar. Nachdem wir noch eine neue Sonnenbrille für Marcus und Lebensmittel besorgt haben, fahren wir noch zu den Waipu Caves, einer super coolen Tropfsteinhöhle, wo wir wieder super viele Glühwürmchen sehen und außerdem ein bisschen höhlenforschen können 😎.

Danach steuern wir mit dem Ruakaka Beach unser heutiges Freecamp an. Dort gibt es erstmal Essen, heute eine Nudel-Gemüsepfanne mit Erdnusssoße. Danach lesen wir noch eine Weile und dann wird geschlafen.

Am nächsten Morgen frühstücken wir mit Meerblick! Und auch wenn die Sonne noch nicht so richtig rauskommt, ist immerhin etwas blauer Himmel zu sehen. Mit dem zweiten Kaffee gehen wir noch kurz am Meer spazieren, bevor wir dann in Richtung Fallschirmsprung aufbrechen 😱.

Dort angekommen warten wir kurz, bekommen unsere Sicherheitseinweisung, lernen unsere Tandempartner kennen und ehe wirs uns versehen sitzen wir auch schon in dem kleinen Flugzeug. Es dauert eine ganze Weile, bis wir auf einer Höhe von 20.000 Fuß angekommen sind und zack befinden wir uns im freien Fall. Das ist absolut verrückt und man braucht tatsächlich ein paar Sekunden bis man sich sortiert hat. Dann können wir es aber nur genießen und rasen mit 220km/h auf die Erde zu. Absolut verrückt 😀. Auf ca. 5.000 Fuß öffnet sich der Fallschirm und wir gleiten den Rest nach unten. Das ist auch unfassbar cool, der Blick auf die grünen Wiesen und das Meer ist der Hammer. Nach gefühlt 10 Sekunden landen wir auch schon wieder und sind restlos begeistert. Was ein cooles Erlebnis und das wahrscheinlich beste Geburtstagsgeschenk aller Zeiten ☺️.

Nach dem ganzen Adrenalin sind wir natürlich hungrig, fahren nur ein kurzes Stück und legen eine Kaffee- und Hot Cross Bun-Pause (ja wir haben tatsächlich wieder welche ergattert💪) ein. Dann geht es einmal quer durch Auckland, was eine einzige Katastrophe ist. Wieder alles voller Stau, weshalb wir fast 3 Stunden zu unserem heutigen Freecamp in Ngatea brauchen, doppelt so lang wie normalerweise 😳. Einen Teil der Strecke sind wir auch mit allen drei Campern gefahren, auch irgendwie verrückt. Um kurz vor 6 kommen wir am Council Carpark an und suchen uns ein nettes Plätzchen. Dann wird Essen gezaubert, vegetarische Würstchen mit Kohl- und Möhrengemüse und dazu Reis und Quinoa. Zum Nachtisch gibt es noch Kiwi und ein paar Stückchen Schokolade, bevor ich noch etwas Serie schaue und Marcus Harry Potter zu Ende liest. Super witzig, mit dem ersten Teil hat er damals 2020 in Neuseeland angefangen, so schließt sich dann auch dieser Kreis. (Obwohl es mir natürlich ein Rätsel ist, wie man sich für Harry Potter so viel Zeit lassen kann.)

Am nächsten Morgen schlafen wir endlich mal wieder aus. Wir Frühstück draußen, entsorgen unser Grauwasser und steuern Rotorua an.

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