Das Zentrum der Nordinsel mit dem Tongariro Northern Circuit

Wir fahren durch Masterton durch und noch zwanzig Minuten weiter zum Mount Holdsworth. Dort gibt es noch eine Wanderung für uns heute. Es geht direkt in den Wald und wir laufen den River Ridge Track am Fluss entlang. Super schön idyllisch und wahnsinnig grün. Irgendwann biegen wir nach links ab und dann geht es steil bergauf. Der Weg ist ganz schön matschig mit der ein oder anderen Pfütze, macht aber auch total Spaß. Es fängt auch etwas an zu regnen, vielleicht wären die Regenjacken passender als die Sonnenbrillen gewesen 😀. Zum Glück ist das aber schnell wieder vorbei und dann laufen wir die erklommenen Höhenmeter wieder runter. Diesmal ziemlich flach, weshalb wir auch ziemlich schnell sind. Unterwegs schauen wir uns noch kurz den Rocky Lookout an, dann donnert es allerdings und wir machen uns fix auf den Rückweg. Wir sind leider nicht schnell genug, auf den letzten 1,2km gewittert es dann ziemlich heftig und fängt an zu schütten. Daher wird dann auch mal gerannt, wir kommen aber natürlich trotzdem klatschnass am Auto an.

Zum Glück hatten wir sowieso geplant wieder an den Hanley Lake zu fahren und eine heiße Dusche zu nehmen. Das hatten wir auch noch nicht, dass wir so plötzlich vom Regen überrascht wurden 😀. Als wir dort ankommen, sind die Duschen leider schon zu (eigentlich sollten die bei Tageslicht offen sein, wahrscheinlich sind wir 2 Minuten zu spät, obwohl es eindeutig noch hell ist). Aber dafür gibt es ein Waschbecken mit warmem Wasser, also nicht allzu tragisch. Leider hat mein Handy den Regen nicht so gut vertragen. Es blinkt noch wild in den buntesten Farben und ist dann fast komplett tot. Na super! Erstmal wird aber natürlich gegessen, heute gibt es Falafelwraps mit Avocado, Oliven und gesundem Füllmaterial. Dann schauen wir noch ein bisschen Serie und schlafen für unsere Verhältnisse ziemlich früh und kaputt ein.

Am nächsten Morgen wird dann endlich geduscht! Dann fahren wir direkt nach Masterton zu einem Handyreparaturladen. Die haben aber leider mein Display nicht dort und auch der zweite Laden nicht. Dann rufe ich ungefähr alle Läden in Palmerston North an, was sowieso auf unserer heutigen Route liegt. Von denen haben drei ein Display da und wir machen uns auf den Weg zum Günstigsten. Nach einer guten Stunde sind wir da und ich gebe mein Handy ab. Wir fahren erstmal zum Pak’n’save um die Ecke und frühstücken auf dem Parkplatz. Mittlerweile ist es zwölf und wir haben ordentlich Hunger! Satt und mit Kaffee im Bauch geht es dann noch einkaufen, bevor wir mein Handy wieder abholen, schnell tanken und dann weiter in Richtung Tongariro (vorbei an einigen Aussichtspunkten) fahren. Morgen startet unsere dreitägige Wanderung dort, weshalb wir heute noch ein Stück fahren müssen. Unterwegs halten wir an einer Dump Station, unser Frischwasser hat nämlich gerade so noch für den Kaffee gereicht. Dabei bricht uns leider der Schlüssel fürs Frischwasser- und Strom-Fach ab. Ungünstig, weil wir eigentlich heute Nacht nochmal alle Geräte aufladen wollten. Immerhin passiert das, nachdem wir das Wasser aufgefüllt haben. Wir legen die letzten Kilometer zum KiwiCamp im National Park Village zurück, wo wir heute Nacht bleiben wollen. Dort kann man kostenlos stehen und zahlt für Wäsche waschen, Strom etc. jeweils zusätzlich. Wir stellen also erstmal eine Maschine Wäsche an und laden eine Stunde unsere Elektronik, während wir essen kochen. Heute Chili sin Carne und außerdem braten wir schon ein bisschen für morgen vor. Währenddessen gewittert und regnet es ordentlich, ein Glück dass wir im Trockenen sitzen. Dann geht es auch schon wieder ins Bett, irgendwie ein schräger Tag.

Am nächsten Morgen startet das nächste Abenteuer und der nächste Great Walk, der Tongariro Northern Circuit! Für uns geht es in drei Tagen einmal um den Mount Ngauruhoe, den Herr der Ringe Fans sicherlich bestens als den Schicksalsberg kennen. Nach dem Frühstück wird erstmal alles gepackt, ganz schön viel was wir dort für zwei Übernachtungen brauchen. Hier ist es auch um einiges kälter als im Abel Tasman, also brauchen wir deutlich mehr Klamotten und irgendwie sind auch ohne Wasser die Rucksäcke voller als beim letztem Mal. Wir laden unsere Geräte nochmal für eine Stunde und um 12 fahren wir in Richtung Tongariro Nationalpark. Dort besorgen wir uns eine Parkerlaubnis und ein paar letzte Infos, schlüpfen in die Wanderschuhe und los geht’s zur Mangatepopo Hütte. Der Himmel ist ziemlich grau und natürlich fängt es nach ein paar Minuten an zu regnen. Eine halbe Stunde später hört er wieder auf und so geht es weiter. Gefühlt bleiben wir ständig stehen um die Regenjacken an- und auszuziehen 😀. Mount Ngauruhoe sieht man leider auch nicht, der hängt komplett in den Wolken. Der Weg ist außerdem ziemlich schlecht, es gibt riesige Pfützen um die man teilweise gar nicht herumlaufen kann. Immerhin hört der Regen irgendwann auf und wir laufen sogar eine ganze Weile in der Sonne! Gegen halb 5 kommen wir an der Hütte an und suchen uns zwei Betten. Solang sie noch da ist, genießen wir die letzten Sonnenstrahlen draußen, zum Glück ist es auch gar nicht so kalt wie wir befürchtet hatten.

Nach zwei schnellen Runden Kniffel widmen wir uns dem Abendessen! Zuerst wird der Brokkoli schnell gekocht, mit Tofu und Zwiebeln von gestern zusammengerührt und mit Joghurt und Feta (was der Kühlschrank noch so hergab) in Wraps gegessen. Sehr lecker und auf jeden Fall besser als das Instant-Tütenessen, was die Anderen in der Hütte so verputzen. Zum Nachtisch gibt es dann noch ein Stück Schokolade und noch drei weitere Runden Kniffel, die ich allerdings alle verliere 🙄. Dann machen wir uns auch schon bettfertig und liegen um viertel vor 8 in den Federn, bzw. unseren Schlafsäcken.

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker schon um 6. Da die zweite Hütte schon ausgebucht war, stehen heute knapp über 20km mit einigen Höhenmetern auf dem Programm. Damit das nicht zu stressig wird, wollen wir möglichst früh los und quälen uns mitten in der ohnehin nicht so erholsamen Nacht aus unseren Schlafsäcken. Nachdem der Kaffee getrunken und unser Porridge gegessen ist, wird alles wieder verpackt und um halb 8 laufen wir los. Wir schauen in einen blauen, wolkenlosen Himmel, besser geht es ja kaum! Hier startet auch das Tongariro Crossing, weshalb tatsächlich einiges los ist. Es geht nach einem flachen Stück direkt bergauf bis zum Red Crater. Der Weg ist wunderschön und die Aussicht ein Traum! Wir haben freie Sicht auf Mount Ngauruhoe und der Red Crater am höchsten Punkt ist total beeindruckend.

Von dort oben sehen wir auch schon die Emerald Lakes, drei wunderschön türkisblaue Bergseen. Zu denen geht es dann bergab und wir laufen noch einen kleinen Schlenker zum Blue Lake. Der ist aber nicht sonderlich spektakulär nach den Emerald Lakes und es zieht auch leider zu, weshalb wir nach ein paar Nüssen wieder umdrehen und an den Emerald Lakes zur Oturere Hut abbiegen. Bis dahin sind es noch einmal 1,5 Stunden, aber wieder durch traumhaft schönes Terrain. Außerdem haben wir damit die Schnittmenge mit dem Crossing hinter uns gelassen und begegnen nur noch einer Hand voll Menschen. Um 20 nach 12 kommen wir an der Hütte an und legen erstmal unsere Mittagspause ein. Es gibt Cracker mit Käse und Avocado in der Sonne, ein Traum!

Nach einer knappen Stunde und Hot Cross Buns zum Abschluss der Pause geht es auf die letzte Etappe für heute zur Waihohonu Hut. Der Weg dorthin ist klassisch Colombian Flat, also eigentlich nur bergab und wieder bergauf. Die Weiten sind wieder unfassbar und nachdem wir durch einige Krater gelaufen sind, geht es noch durch einen Wald. Wieder ganz anderes Gelände und trotzdem super schön. Um halb 4 sehen wir die Hütte dann endlich am Horizonz und 20 Minuten später suchen wir auch schon unsere Betten aus. Die Hütte ist total schön und ziemlich neu. Es gibt riesige Fenster mit Blick auf den Mount Ngauruhoe. Wir machen uns erstmal einen Kaffee und schauen uns die Bilder von heute an. Kann man wirklich nicht in Worte fassen.

Nach ein paar Runden Maumau bekommen wir Hunger und kochen unser heutiges Abendessen, Nudeln mit Tomaten-Linsensoße. Perfektes Hüttenessen, vor allem die Schokolade zum Nachtisch! Nach ein paar weiteren Runden Maumau (heute gewinne ich, ha!) machen wir uns dann auch schon wieder bettfertig. Marcus liest und ich höre etwas Hörbuch, bevor wir nach der gestrigen kurzen Nacht früh schlafen.

Am nächsten Morgen stehen wir wieder um kurz nach 6 auf. Diesmal haben wir zum Glück auch recht gut geschlafen, der Schlafsaal war diesmal aber auch nur halb so voll. Wir genießen Porridge und Kaffee, packen wieder unsere Sachen und machen uns auf die letzten 15,4km zu unserer Mechthild. Heute ist es wieder ziemlich bewölkt, weshalb man auch die beiden großen Vulkane nicht wirklich sieht. Ein paar Minuten später legen wir noch einen kurzen Abstecher zur alten Waihohonu Hut ein. Auch verrückt wie das vor 100 Jahren mal aussah.

Dann geht es wieder durch wellige, ziemlich karge Landschaft, bis wir beim Abzweig zu den Tama Lakes ankommen. Mittlerweile kommt auch immer wieder mal die Sonne raus und ab und zu sieht man auch einen der beiden Gipfel. Die Tama Lakes nehmen wir auch noch mit, leider zeigen sich da die Gipfel beide gerade nicht. Trotzdem war es die paar Extrakilometer auf jeden Fall wert.

Der letzte Teil des Weges ist wieder super schön und nach einem letzten kurzen Abstecher zu den Taranaki Falls kommen wir um viertel vor zwei wieder am Auto an. Am Ende dann doch wieder um die 20km und wir sind ganz schön platt, aber auch restlos begeistert von der tollen Wanderung. Wir springen direkt auf die vorderen Sitze und fahren wieder zum KiwiCamp, wo wir uns noch eine heiße Dusche gönnen und unsere Geräte währenddessen laden wollen. Zuerst gibt es aber einen Kaffee und die heutigen Hot Cross Buns, die haben wir uns sowas von verdient!

Frisch geduscht und satt geht es dann nach Taupo, wo wir nach ein paar Fotostopps und 1,5 Stunden Fahrt am Pak’n’save ankommen. Dort besorgen wir noch ein paar Kleinigkeiten und fahren dann zum Pizza House, wo wir zwei Pizzen und Kartoffelecken zum mitnehmen bestellen. Genau das richtige nach den letzten Tagen! Mit den Pizzen im Gepäck geht es dann zur Hipapatua Recreational Reserve, unserem heutigen Freecamp. Dort wird dann erstmal gegessen, wir haben einen Bärenhunger! Danach passiert auch nicht mehr viel, wir lesen noch ein bisschen und schauen eine Folge Outer Banks, bevor uns die Augen zufallen.

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um halb 8, heute geht’s nämlich nach Hobbiton! Bis dahin ist aber noch etwas Zeit, erstmal gibt es Frühstück und dann fahren wir ein paar Minuten zu den Huka Falls. Die sind beeindruckend, das Wasser ist unfassbar klar und da kommt ganz schön viel Wasser runter. Wir fahren dann noch ein Stück weiter zu einem anderen Lookout und laufen ein kleines Stück, überall ein traumhafter Blick auf den Wasserfall und den Fluss.

Um viertel vor 10 geht es dann wirklich in Richtung Hobbiton, wo wir Karten für 12:10 Uhr gebucht haben. Nachdem wir noch kurz getankt haben, kommen wir pünktlich an und sitzen ein paar Minuten später im Bus, der uns zum Set bringt. Dort werden wir von unserem Guide durch Hobbiton geführt, was wirklich total cool ist. Sieht wirklich so aus wie im Film und man erfährt auch noch viele interessante Fakten. Zum Beispiel, dass es zwei Größen bei den Hobbithöhlen gibt, einmal in Menschengröße und einmal 60%, wenn alles extra klein wirken sollte. Außerdem ist der Baum auf Bilbos Höhle komplett künstlich und kurz vor den Dreharbeiten mussten die Blätter einzeln nochmal besprüht werden, weil die Farbe durch die Sonne ausgeblichen war.

Nach einer guten Stunde gibt es noch ein Getränk am Green Dragon, wo Marcus ein Schwarzbier und ich einen Cider nehme. Zum Abschluss bekommt jeder noch eine Tasse (wo soll die noch hin?!), bevor es wieder zurück zum Parkplatz geht.

Wir fahren dann ein Stück in Richtung Auckland zur Onewhere Domain, wo wir heute Nacht schlafen wollen. Dort gibt es erstmal Kaffee und Hot Cross Buns und dann wird es auch schon dunkel. Wir lesen noch ein bisschen, bis heute eine Champignon – Quinoa Pfanne mit Feta gezaubert wird. Nach einem Geburtstagsanruf geht es dann auch schon wieder ins Bett.

Der Sonntag beginnt schon wieder früh für uns, heute müssen wir nämlich unsere Mechthild zurückgeben. Nach dem Frühstück wird daher alles ordentlich weggeräumt, wir fahren noch unser Grauwasser entsorgen, Gas auffüllen und voll tanken und rollen um viertel nach 12 bei JUCY auf den Parkplatz, um unseren dritten und hoffentlich letzten Camper abzuholen. Das klappt super, wir räumen alles von Mechthild in Fridolin, fahren um die Ecke zu Kiwi Campers und trennen uns von der treuen Mechthild. Nach einem Einkauf bei Pak’n’save machen wir uns dann auf den Weg zum Nordzipfel der Insel.

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