Gletscher, Wanaka und Mount Cook

Wir kommen heute für unsere Verhältnisse recht früh los und sind schon kurz nach 9 am Einstieg der Wanderung. Mit 4° war die Nacht dann doch recht frisch, aber gefroren haben wir zum Glück nicht. Wir haben uns nach langem hin und her heute für die Peter’s Point Wanderung entschieden, von der alle schwärmen. Hoffentlich wird es wirklich so toll! Als wir los laufen ist es immer noch ganz schön kühl, uns wird aber schnell warm beim Laufen. Es geht direkt rein in den Wald und dann kommt die erste Hängebrücke. Immer wieder gilt es kleine Wasserfälle zu überqueren, nette Blicke ins Tal, noch mehr Hängebrücken und später müssen wir sogar ganz schön klettern, ein Riesenspaß! Nach nicht mal zwei Stunden kommen wir schon an der Aussichtsplattform an, das war schneller als gedacht, und genießen den Blick auf den Franz Josef Gletscher in der Sonne.

Dann geht es den gleichen Weg zurück und wir biegen kurz vorm Parkplatz noch zu Peter’s Pool ab. Dort kann man eine perfekte Spiegelung des Gletschers im Wasser sehen, ein gelungener Abschluss am Franz Josef. Nach insgesamt ca. 14 Kilometern kommen wir super zufrieden wieder am Auto an.

Dann geht es in Richtung Fox Gletscher, wo wir einen Viewpoint mit dem Auto ansteuern, von dem man wirklich einen tollen Blick auf den Gletscher und sogar den Mount Cook hat. Auf dem Weg tanken wir noch ein paar Liter und dann verlassen wir die Gletscher-Region leider schon wieder. In Bruce Bay halten wir dann schon wieder an, dort steht nämlich ein sehr verlockender Eis- und Kaffeewagen. Wir nehmen direkt beides (sogar Cappucini) und verputzen das mit Meerblick im Sonnenschein. Himmlisch!

Dann geht es weiter, mit zahlreichen traumhaften Aussichtspunkten aufs Meer und einem letzten Stopp an den Blue Pools. Nach einer knappen halben Stunde laufen kommen wir dort an und es sieht wirklich toll aus. Das Wasser ist so türkisblau und klar, total surreal. Wahrscheinlich auch gar nicht so schlecht, dass wir so spät sind (es ist schon 7), außer uns ist am Ende keiner mehr da. Auf dem Rückweg zum Auto überlegen wir, was wir morgen machen und entscheiden uns für eine Wanderung zu Roys Peak zum Sonnenaufgang bei Wanaka.

Daher fahren wir dann doch nicht direkt zum Campingplatz, sondern nach Wanaka zu Subway (Kochen würde zu spät werden). Unterwegs sehen wir sogar noch einen traumhaft schönen Sonnenuntergang über den Seen, der Tag spult aber heute auch das volle Programm ab. In Wanaka verputzen wir schnell unsere Subs und fahren zum Red Bridge Freedom Camp. Bis wir im Bett liegen ist es schon 10 und der Wecker klingelt um halb 4, das wird eine kurze Nacht 😀. Aber nach dem tollen Tag kann uns sowieso nichts mehr schocken oder die Laune verderben.

Am nächsten Morgen sind wir so schnell wie noch nie, um 10 nach 4 sitzen wir wieder auf den vorderen Sitzen und düsen zum Parkplatz. Um kurz nach halb 5 geht es dann auch schon los und wir starten direkt mit dem Anstieg. Mit die beste Investition des Urlaubs war wohl eine Stirnlampe mit USB, die kommt wieder ordentlich zum Einsatz. Wenn wir nicht gerade auf den Weg schauen, kann man aber auch super nach oben blicken und den Sternenhimmel bewundern. Um 10 vor 7 haben wir die 1.300 Höhenmeter hinter uns grbracht, sind am Gipfelkreuz angekommen und warten auf den Sonnenaufgang. Es ist super kalt, aber dafür belohnt uns die tolle Aussicht auf die bunten Farben. Nach einer Stunde geht dann auch tatsächlich die Sonne auf und wir können das Panorama wirklich im Tageslicht bewundern.

Gegen halb 9 treten wir durchgefroren den Rückweg an, allerdings nur bis zum Aussichtspunkt. Dort ist es zum Glück auch nicht mehr ganz so kalt und wir gönnen uns Cracker mit Käse zur herrlichen Aussicht auf die Seen. Dann geht es auch den Rest wieder runter, immer mit unglaublichen Blicken. Marcus rennt und ist um kurz nach 10 wieder am Camper, ich gehe normal und komme 50min später am Parkplatz an. Dort gibt es erstmal Kaffee in der Sonne, was eine herrliche Wanderung, die es definitiv wert war, mitten in der Nacht aus dem Bett zu springen.

Anschließend fahren wir zurück nach Wanaka und duschen für 5$ an der Tankstelle (eine ganz neue Erfahrung 😀). Wieder frisch geht es dann zurück an den See, an dem wir bis zu DEM Baum entlangspazieren. Das ist ein einzelner Baum, der einige Meter weit im See steht und wahrscheinlich das bekannteste an Wanaka ist. Sieht auch wirklich ziemlich cool aus. Dann laufen wir zurück, am Auto vorbei und zu Kamino, wo wir uns Schokomoussetörtchen und Kaffee in der Sonne gönnen.

Satt und vor allem glücklich nach der vielen Schokolade geht es zurück zum Camper und mal wieder einkaufen. Da unsere Batterie immer mal wieder leer ist, versuchen wir nicht allzu viel Zeug in den Kühlschrank zu packen, weshalb wir dann natürlich auch öfters einkaufen müssen. Dann füllen wir noch unser Trinkwasser auf und fahren wieder zum Red Bridge Campground von gestern, weil der ganz günstig liegt und recht nett war für ein Freedom Camp.

Dort angekommen setzen wir uns erst noch eine Weile in die Sonne (es ist erst 5) und dann wird gekocht. Heute Nudeln mit Tofu, Zwiebeln und Champignons. Danach sind wir dann schon leicht müde, schauen noch eine Folge der heute show und schlafen direkt ein.

Am nächsten Morgen wird dann erstmal ausgeschlafen, 10 Stunden Schlaf sind eine Wohltat nach den letzten kurzen Nächten. Die Sonne scheint auch schon, daher frühstücken wir im „Kofferraum“ im besten Tageslicht. Heute haben wir auch wieder was gelernt: die Sonne geht auf der Südhalbkugel auch im Osten auf und im Westen unter, Mittags steht sie hier allerdings im Norden. Macht total Sinn, da hat mir aber mein Sachkundelehrer damals was anderes beigebracht und ich war erstmal verwirrt. Häuser mit Südausrichtung sind in Neuseeland dann wohl auch deutlich weniger attraktiv als in Europa 😀. Als wir abfahrbereit sind geht es los in Richtung Mount Cook. Einen ersten Stopp legen wir am Lindis Pass Summit Lookout ein, bevor es weiter zu den Lehmklippen in Omarama geht. Dort laufen wir ein Stück zu den Klippen und schauen sie uns an, was ziemlich cool ist! So etwas haben wir in Neuseeland auch noch nicht gesehen.

Über einen kurzen Stopp in Twizel (Abwasser ablassen, was aber irgendwie momentan nicht funktioniert) geht es dann zum Mount Cook. Unterwegs haben wir wieder traumhafte Ausblicke auf Lake Pukaki und Neuseelands höchsten Berg. Diesmal schaffen wir es auch auf den White Horse Hill Campground, der 2020 schon geschlossen war als wir dort ankamen.

Wir trinken einen schnellen Kaffee, verputzen Hot Cross Buns und wollen das top Wetter noch nutzen. Wir beeilen uns und entscheiden uns, den Hooker Valley Trail heute noch zu laufen. Eigentlich wollten wir ja einen Tag Pause machen, der Weg ist aber recht flach und die Sonne einfach zu verlockend. Als wir loslaufen, hängt Mount Cook leider in den Wolken, trotzdem sieht das Tal super toll aus mit drei Hängebrücken, einem Fluss, rechts Bergen und links Gletschern. Und wir haben Glück, als wir am Ende angekommen sind, haben sich die Wolken tatsächlich verzogen! Direkt unterhalb des Berges liegt ein See mit riesen Eisstücken der Gletscher, total beeindruckend. Dann geht es den traumhaften Weg zurück zum Auto, wo schnell gekocht wird.

Heute gibt es mal wieder Quinoa, mit Brokkoli, Kichererbsen und Käse. Es tut total gut, nach dem langen Tag etwas zu essen. Nach einem Stück Schokolade zum Abschluss geht es auch bald schon ins Bett, irgendwie war der Tag wieder anstrengend.

Am nächsten Morgen ist das Wetter tatsächlich so schlecht wie es vorhergesagt war. Es regnet und windet, zum Glück aber erst als wir sowieso schon wach sind, wir konnten also gut schlafen und im Camper ist es super gemütlich. Wir frühstücken daher auch erst mega spät und warten, bis der Regen etwas abnimmt. Dann wird gespült und wir fahren eine Viertelstunde zu einem anderen Parkplatz, um uns den Tasman Gletscher See anzuschauen. Tatsächlich ist es auch gerade trocken und wir spazieren ein paar Minuten zum See. Der Ausblick ist toll, auch mit den Wolken und ohne Sonne. Wir gehen noch zum Viewpoint und sehen die Blue Lakes, die heute allerdings nicht mehr blau, sondern grün sind. Der Gletscher ist heute zu klein um sie zu speisen, daher bilden sich mit Regenwasser und Wärme Algen.

Nach einer guten Stunde sind wir wieder am Auto. Es regnet mittlerweile auch wieder deutlich stärker. Wir fahren dann wieder zurück zum Campground von gestern, jetzt kommt dann der entspannte Teil des Tages. Das heißt erstmal Kaffee, Tee und Hot Cross Buns mit Erdnussbutter. Dann gibt es noch einen Kaffee, noch mehr Tee und wir machen es uns gemütlich. Marcus liest und ich höre mein Hörbuch weiter. Gegen sechs hört es dann auch tatsächlich auf zu regnen! Perfekt um sich gleich dem Kochen zu widmen, heute wieder Wraps mit Falafel, diesmal mit Joghurt, Bohnen, Käse, Paprika, Zwiebeln und Gewürzgurken. Sehr lecker und zum Glück schnell fertig. Zum Nachtisch gibt’s noch ein bisschen Schokolade, wir spülen und dann geht es schnell ins Bett, die nächste Folge Bergretter wartet schließlich auf uns!

Am Sonntag steht wieder eine anspruchsvollere Wanderung an, daher klingelt der Wecker schon um viertel nach 7. Heute gibt es Porridge zum Frühstück, als das, Kaffee und Tee verputzt sind, geht es los in Richtung Muller Hut. Dazu geht es erst einmal auf den Sealy Tarns Track. Der besteht eigentlich nur aus 2.200 Stufen 😀. Nach den Ersten haben wir aber schon traumhafte Ausblicke auf das Hooker Valley und den Mount Cook. Ein super Panorama gibt es dann noch am eigentlichen Sealy Tarn, einem kleinen See.

Dann geht es auf den Muller Hut Track, nach den schon erklommenen 600 Höhenmetern folgen weitere 400 bis zur Hütte. Dort gibt es auch keine Stufen mehr, sondern Felsen, Geröll und einen steinigen Pfad. Das letzte Stück zur Hütte ist flach, davor gibt es aber nochmal einen herrlichen Ausblick.

An der Hütte laufen wir erstmal vorbei zum Mount Ollivier. Dort wird nach 2,5 Stunden Aufstieg erstmal eine kleine Pause mit Nüssen und Hot Cross Buns eingelegt. Anschließend geht es auch noch auf den Gipfel, wo wir sogar Lake Pukaki sehen können!

Nach vielen Fotopausen geht es dann um kurz nach eins wieder bergab. Der Rückweg geht dann nochmal deutlich schneller, gegen drei sind wir wieder am Camper.

Dafür, dass das 1.200 Höhenmeter waren und der Weg mit ca. 8 Stunden angegeben wurde waren wir schneller als gedacht. Wir setzen uns erstmal in die Sonne und knabbern etwas Käse, Oliven und saure Gurken. Nach einem Kaffee brechen wir auf und verlassen den traumhaft schönen Mount Cook Nationalpark. Da wir wieder Strom, eine Dusche und eine Waschmaschine brauchen, geht es erneut nach Twizel. Die zwei Tage am Mount Cook waren auf jeden Fall die lange Wartezeit wert, die Gletscher nochmal krasser als Franz Josef und die Wanderungen einfach traumhaft. Wir denken einfach immer „schöner wirds jetzt nicht mehr“ und Neuseeland setzt immer wieder eine Schippe drauf 😀.

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