Nach guten drei Stunden auf der Fähre kommen wir in Picton auf der Südinsel an. Leider war das Wetter heute nicht ganz so schön wie gestern, die Fahrt durch Cooks Strait ist aber trotzdem toll anzusehen.







Heute steuern wir den Queen’s Street Holiday Park in Nelson an. Morgen startet der Abel Tasman Coastal Track für uns und wir müssen vorher nochmal unsere Elektronik laden, daher gönnen wir uns wieder einen Platz mit Strom. Auf dem Weg dorthin legen wir eine kurze Pause an der Pelorus Bridge ein, schauen uns kurz den traumhaften Fluss an (aber wirklich nur kurz, weil es hier von Sandflies wimmelt), trinken einen Kaffee und essen Muffins. Um kurz nach 4 kommen wir an unserem heutigen Stellplatz an und stöpseln erstmal die Elektronik ein.




Leider wird das Wetter dann immer schlechter, aber dafür gibt es ein kleines Fitnessstudio, dass ich natürlich gern besuche, während es draußen schüttet. Marcus kommt sogar mit, es gibt dort nämlich auch zwei Massagesessel. Daher kommen wir beide auch glücklich eine Stunde später zurück zum Bus 😀. Nach einer schnellen Dusche wird gekocht, heute wieder Quinoa-Gemüsepfanne mit Tofu. Weil die Hütten hier auch leider nicht bewirtschaftet sind, kochen wir direkt mehr, sodass wir das morgen Abend kalt essen können. In der Küche treffen wir noch drei andere Deutsche, mit denen wir noch ewig quatschen. Auch mal wieder schön ☺️. Nach dem Essen gibt es noch eine schnelle Runde Billard, bevor wir dann auch schon wieder ins Bett hüpfen.


Am nächsten Morgen wachen wir tatsächlich nicht ganz so erholt auf. Es hat die Nacht ziemlich gestürmt und geregnet, im Camper nicht die allerbeste Kombi. Dafür ist es heute so weit, unser erster Great Walk! Damit kommen dann auch die Schlafsäcke wieder zum Einsatz, die wir uns 2020 in Queenstown für die Great Walks besorgt hatten. Die Etappen des Abel Tasman Coastal Track sind nicht sonderlich lang und mit wenigen Höhenmetern, daher frühstücken wir ganz entspannt in der Sonne. Danach wird wieder alles fahrtauglich verstaut, Frischwasser aufgefüllt und das Grauwasser entsorgt und dann geht es los. Auf halber Strecke besorgen wir uns noch ein bisschen Essen für die Wanderung und um halb 1 fahren wir auf den großen Parkplatz. Dort packen wir erstmal die beiden Rucksäcke, essen noch eine Kleinigkeit und dann wird eine gute Stunde später losgewandert! Der Weg ist wunderschön, rechts von uns das Meer und links Wald und immer wieder kleine Bäche mit Wasserfällen.



Außerdem sind wir fast durchgehend im Schatten, was es auch sehr angenehm macht. Trotz der durchwachsenen Vorhersage scheint nämlich tatsächlich die Sonne ☺️. Immer wieder haben wir tolle Blicke auf das Meer und es gibt ganz viele Abstecher zu Stränden, Buchten oder Aussichtspunkten, von denen wir natürlich keinen auslassen. So werden aus den ursprünglichen 12,4km schnell über 16 und doch auch ein paar Höhenmeter.













Am Ende kommen wir auch später als gedacht an der Anchorage Hut an und essen erstmal das vorbereitete Essen von gestern Abend. Das tut super gut und schmeckt auch noch wirklich lecker. Wir suchen uns schnell zwei Betten, schauen uns kurz in der schönen Hütte um, die direkt am Meer liegt und machen uns dann, da es schon dunkel wird, Bettfertig.


Nach einer recht erholsamen Nacht stehen wir am nächsten Morgen um kurz nach 8 auf und essen unsere gestern geschmierten Käsebrötchen. Leider ohne Kaffee, aber was soll man machen ohne Herd. Nach dem die Zähne geputzt und die Rucksäcke gepackt sind, lassen wir den großen Rucksack noch an der Hütte und laufen den kleinen Pott Head Loop Track. Das Wetter ist noch besser als gestern und die Aussicht ein Traum!





Nach einer guten Stunde kommen wir wieder an der Hütte an und die eigentliche Etappe startet. Heute gibt es zwei Optionen, entweder durch den Wald oberhalb des Meeres oder quer durch die Bucht, was natürlich nur bei Ebbe möglich ist. Obwohl sogar gerade Ebbe ist, entscheiden wir uns für die erste Option, da wir sonst schon in ein paar Stunden an der nächsten Hütte wären. Der Weg ist auch tatsächlich abenteuerlich, da es vor einiger Zeit einen Erdrutsch gab, kommt man nicht mehr zu der Brücke über einen Bach. Daher müssen wir raus aus den Schuhen, Barfuß durchwaten und wieder rein in die Schuhe. Auch irgendwie cool 😀. Im Anschluss nehmen wir wieder ein paar Extrameter zu den Cleopatra Pools mit. Als nächstes geht es nach Torrent Bay, von wo der Blick aufs Meer unfassbar schön ist. Dort legen wir dann auch eine kurze Pause ein, verputzen unsere Hot Cross Buns und gönnen unseren Rücken eine Rucksackpause.





Dann geht es eine Zeit lang bergauf und ein Stück weiter weg von der Küste durch den Wald. Dabei überqueren wir eine tolle Hängebrücke, bis wir dann, wieder näher am Meer, am Sandfly Beach noch einmal kurz Pause machen. Marcus springt sogar ins Meer, ich darf ja leider noch nicht wegen meiner Tattoos (wahrscheinlich wäre ich aber eh nicht reingegangen 😀). Nach zwei weiteren kurzen Abstechern zu einem Aussichtspunkt und einem Strand bringen wir dann auch die letzten Kilometer hinter uns und kommen gegen 5, nach insgesamt knapp 19 Kilometern, an der Bark Bay Hut an. Wir sichern uns wieder unsere Betten, machen uns frisch und dann wird gegessen. Heute gibt es Wraps mit Avocado, Käse, Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Chips und Bohnen. Eine super Stärkung, auch nach der Wanderung heute wieder eine Wohltat. Nachdem wir alles verputzt und gespült haben, laufen wir nochmal kurz ums Haus, das ist aber ganz schön frisch, weshalb wir dann doch Zähne putzen und uns in die Schlafsäcke verziehen.









Am letzten Morgen unserer Wanderung wachen wir wieder recht erholt auf. Heute gibt es Bananenporridge zum Frühstück, damit sollten wir genug Energie für die heutige Etappe haben. Wir packen alles zusammen und um kurz vor 9 geht es in Richtung Awaroa, wo uns um 3 das Watertaxi erwartet und uns zurück zum Parkplatz bringt. Das erste Stück des Weges ist wieder traumhaft schön, heute laufen wir bei Flut los, das sieht auch toll aus. Und nach zwanzig Minuten kommt auch noch eine Hängebrücke! 😍 Das geht ja gut los. Danach geht es recht wellig weiter, wodurch wir aber immer wieder auch tolle Ausblicke auf die zahlreichen Buchten und Strände haben.








Dann geht es ein Stück am Onetahuti Beach entlang, bevor es auf der anderen Seite wieder bergauf geht. Wir laufen ein Stück durch den Wald und irgendwann rechts weg, weil wir nicht bis zur Awaroa Hut laufen. Dafür kommen wir sogar an einer Schaukel mit Meerblick vorbei, ein Traum! In der Awaroa Lodge, kurz vor der Bootsanlegestelle, gönnen wir uns Cappuccini und Kuchen, ein gelungener Abschluss der grandiosen Wanderung.











Gestärkt geht es zum Strand, wo wir noch etwas Zeit haben bis das Aquataxi kommen soll. Marcus nutzt die Zeit, um noch einmal ins Wasser zu springen, es ist zu herrlich! Pünktlich um 3 sitzen wir im Aquataxi und fahren in einer halben Stunde zurück nach Marahau. Zum Schluss werden wir von einem Traktor aus dem Wasser gezogen, der unser Boot bis zum Büro von Aquataxi fährt, also über die Straße, auch mal ein neues Erlebnis 😂.




Zu Fuß geht es dann wieder die letzten Minuten zurück zum Camper, der unsere Abwesenheit scheinbar gut verkraftet hat. Auf vier Rädern geht es dann in Richtung Westküste und ab in den Süden. In Tapawera halten wir an einem Supermarkt und besorgen noch Frühstück für die nächsten beiden Tage, ein paar weitere Kleinigkeiten und Eis, damit wir es auch bis zum Abendessen schaffen. Eine knappe Stunde, viele traumhafte Kulissen und einen Stopp am Hope Saddle später kommen wir am Riverside Holiday Park Murchison an, wo wir heute übernachten wollen.


Nach den drei Tagen wandern ist mal wieder eine Dusche fällig und eine Waschmaschine brauchen wir ebenso, da passt das ganz gut. Nach dem einchecken schauen wir uns erstmal das Luftkissen an, ein riesen Spaß 😀. Danach ist dann aber auch Zeit zu kochen, heute schnelle Nudeln mit Linsen-Tomatensoße. Das schmeckt super, besonders mit einem kalten Bier 😏. Dann geht es endlich unter die Dusche, waschen wird aber auf morgen verschoben, weil es schon zu spät ist. Dafür gibt es dann noch die neue Folge Bergretter 😎.




Am nächsten Morgen kümmern wir uns dann erstmal um die Wäsche und während die munter vor sich hin wäscht und trocknet, wird gemütlich gefrühstückt. Leider ist es heute recht grau und bewölkt, mal sehen was wir dann heute schönes machen. Als wir die Wäsche aus dem Trockner holen wollen, ist die leider noch nicht trocken. Also müssen wir wohl etwas später auschecken und gehen dafür nochmal auf das Sprungkissen. Um viertel vor 11 ist das aber dann wirklich erledigt und wir fahren los in Richtung Westküste. Bis dahin fahren wir am Buller Gorge entlang und haben immer wieder tolle Ausblicke auf das klare Wasser mit Bergen und Felsen im Hintergrund.



Dann geht es an der Küste entlang weiter in Richtung Süden mit diversen Stopps an Aussichtspunkten und den Pancake Rocks. Die kann man auf einem netten kleinen Rundweg bestaunen und sie sehen tatsächlich aus wie Pancakes, super verrückt.










Anschließend geht es noch ein Stück weiter zum Motukiekie Beach Walk, wo man bei Ebbe zwischen riesigen Felsen am Strand entlang läuft. Gerade ist sogar Ebbe, das passt also perfekt! Der kleine Spaziergang ist mit dem Blick auf die Felsen wirklich schön, es fängt nur leider unterwegs an zu regnen. Nach einer guten Stunde sind wir wieder zurück am Auto und trinken erstmal einen Kaffee.





Dann geht es weiter nach Greymouth, wo wir im Countdown mal wieder etwas größer einkaufen, bevor wir zum Blaketown Tip Head fahren, wo wir heute mal wieder ein kostenloses Camp nutzen. Wir ergattern zum Glück noch einen der wenigen freien Plätze. Allerdings haben wir natürlich schon wieder Hunger, deshalb werden schnell Gnocchis mit Käse-Spinat Soße gezaubert. Währenddessen wackelt hier alles vor sich hin, ganz schön stürmisch am Meer. Im Bett wird dann noch etwas Serie geschaut, bevor wir uns in den Schlaf schaukeln lassen.

Nach einer eher unruhigen Nacht sind wir etwas unschlüssig bezüglich unserer heutigen Tagesplanung. Das Wetter soll wieder ziemlich schlecht werden und eigentlich wollten wir uns heute den Franz Josef Gletscher anschauen, was aber bei dem Wetter absolut keinen Sinn macht, außerdem bräuchte unser Kühlschrank mal wieder Strom. Wir verschieben die Entscheidung auf später und frühstücken erstmal gemütlich im Trockenen. Gestärkt fahren wir noch kurz ein paar Meter ans Meer, bei dem Sauwetter heute sieht das aber alles nicht ganz so eindrucksvoll aus. Wir nutzen das Wetter noch zum Boxershorts kaufen, Tanken und Gasstand checken, bevor es wieder weiter in den Süden geht.


Wir fahren einen kleinen Umweg zum Hokitika Gorge, wo wir den kleinen Rundweg laufen und das Panorama bewundern. Durch den vielen Regen ist das Wasser leider nicht so türkisblau wie es meistens ist, sondern grau. Das sieht aber auch verrückt aus! Zurück am Camper gibt es Kaffee, Tee und Hot Cross Buns mit Erdnussbutter und dann geht es nach Franz Josef.











Nach guten zwei Stunden und einmal kurz verfahren entdecken wir sogar schon den Gletscher. Die ganze Strecke ist aber ein Traum, der Bergblick wird immer besser und man kann sogar etwas blau am Himmel erahnen! Wir sichern uns im Orange Sheep Campervan Park einen Platz und schauen nochmal kurz gegenüber beim Infocenter vorbei. Dann wird erstmal gekocht, heute gibt’s Falafelwraps mit Brokkoli, Avocado, Zwiebeln und Champignons. Das schmeckt überraschend gut!




Nach dem spülen ist es auch schon dunkel und wir gehen ein paar Minuten zum Terrace Walk. Dort soll man ganz viele Glühwürmchen sehen und das stimmt! Nachdem sich unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben sehen wir lauter kleine, leuchtende Punkte im Unterholz. Das sind in Neuseeland auch wirklich Würmchen, die bewegen sich nicht, sondern leuchten nur vor sich hin. Nachdem wir uns den ganzen Weg angeschaut haben, gehen wir noch kurz am Tartate Tunnels Walk vorbei, bei dessen Anfang sich auch super viele Glühwürmchen tummeln. Außerdem genießen wir zwischendurch auch immer wieder den Blick nach oben, die Wolken haben sich nämlich verzogen und man hat einen atemberaubenden Blick auf die Sterne. Schließlich wird es dann aber auch ganz schön kalt und wir gehen zurück zum Campingplatz und nehmen dort noch eine herrliche heiße Dusche. Danach kuscheln wir uns ins Bett, für die morgige Wanderung mit Gletscherblick müssen wir schließlich fit sein!


