Die Westküste der Nordinsel

Nachdem auch der Flug super entspannt war und wir überpünktlich in San Francisco landen, schlendern wir ganz gemütlich zu unserem nächsten Gate. Dieser Flughafen ist einfach riesig, aber super organisiert. Der in Miami war wohl ein Negativbeispiel und einfach Pech für uns. Als wir am Gate ankommen, haben wir immer noch über 2,5 Stunden Zeit bis zum Abflug. Die sind aber auch irgendwann rum und dann geht es tatsächlich wieder nach Neuseeland! Da wir die Datumslinie überqueren verlieren wir einen kompletten Tag. Los geht es am 07.03. um 20 Uhr und 13 Stunden später kommen wir um 6 Uhr am 09.03. in Neuseeland an. Vollkommen verrückt! Der Flug ist super, das Flugzeug ganz neu und sehr bequem. Leider wurde nur unser vorbestelltes vegetarisches Essen vergessen, weshalb wir mit einem sehr kritischen Blick Veganes bekommen. Das schmeckt aber nicht wirklich bzw. besteht aus Linsen, Reis und gedünstetem Gemüse ohne Gewürze oder Soße. Immerhin können wir beide danach etwas schlafen und zum Frühstück gibt es dann auch mit leckerem French Toast eine vegetarische Alternative. Um kurz vor 6 landen wir in Auckland, warten auf unser Gepäck und laufen durch die Sicherheitskontrollen. Das dauert beides ganz schön lang, aber da wir unseren Camper sowieso erst ab 10 abholen können, haben wir ja Zeit. Wir gönnen uns daher noch ein zweites Frühstück am Flughafen, planen grob die nächsten Tage und werden um kurz nach 10 vom Kiwicampers-Shuttle aufgesammelt und zur Station gebracht. Dort bekommen wir unser Gefährt für die nächsten 39 Tage. Das ist zwar schon etwas älter, aber dafür top ausgestattet. Wir fahren dann mit dem Flitzer in Richtung Orewa Beach Holiday Park. Da wir dringend Wäsche waschen müssen und wir uns nach dem Flug auf eine Dusche freuen, geht es heute noch nicht zu einem Free Camp. Unterwegs halten wir dann noch bei Pak’n’save, wo wir den ersten Großeinkauf erledigen. Nach knapp 2 Stunden ist der endlich geschafft, wir essen eine Kleinigkeit und fahren dann um die Ecke zum Campingplatz.

Wir sind erst einmal in Richtung Norden gefahren, weil morgen eigentlich unser Fallschirmsprung ansteht (Marcus Geburtstagsgeschenk an mich 😳). Leider ist aber schlechtes Wetter vorhergesagt, weshalb der Termin am Nachmittag abgesagt wird. Da wir eigentlich weiter in den Süden wollen und wir für den 16.03. die Fähre auf die Südinsel gebucht haben beschließen wir, nicht auf besseres Wetter zu warten und verschieben den Sprung auf April, wenn wir sowieso noch einmal in der Gegend sind. Anschließend packen wir erstmal alles aus, duschen und waschen. Verrückterweise ist waschen und trocknen hier tatsächlich viel günstiger als in Lateinamerika, das soll mal jemand verstehen. Während die Wäsche vor sich hin wäscht, erkunden wir dann schnell den Strand vor der Tür, bis wir auch endlich mal wieder kochen. Heute eine Quinoapfanne mit Brokkoli, Champignons und Tofu. Um kurz nach 8 gibt es dann auch endlich Essen und es ist so warm, dass man sogar noch ohne Jacke draußen sitzen kann. Herrlich! Außerdem total ungewohnt, dass es um 8 erst dunkel wird, ganze zwei Stunden später als wir es nach den letzten vier Monaten gewohnt sind. Nachdem wir alles gespült haben geht es aber auch direkt ins Bett, doch ein ganz schön langer Tag heute!

Am nächsten Morgen frühstücken wir wegen des Regens unser leckeres Müsli und unseren vorzüglichen kolumbianischen Kaffee im Camper. Dabei bemerken wir leider, dass der an einer Stelle scheinbar undicht ist und Wasser reinläuft. Da wir ja sowieso wieder in den Süden fahren, halten wir daher noch einmal bei Kiwicampers und lassen das schnell abdichten. Das geht wirklich fix und nur ein paar Minuten später geht es weiter. Das Wetter hat auch schon April heute, es ist immer wieder am regnen und dann kommt wieder die Sonne raus. Nach einer guten Stunde Fahrt legen wir eine kurze Pause in einem Café mit Cappuccini, einer Vanilleschnitte und Bananenbrot ein. Das passt auch ganz gut, weil es gerade richtig geschüttet hat. Gestärkt fahren wir weiter zu den Waitomo Caves, die uns aber zu teuer sind, auch wenn man da ganz viele Glühwürmchen beobachten kann. Stattdessen gehen wir den Ruakuri Bushwalk. Der ist super, erinnert uns irgendwie an den Regenwald in Zentralamerika, nur bisschen kälter 😀. Es gibt auch ein paar kleine Höhlen auf dem Weg und wir laufen die meiste Zeit am Wasser entlang. Leider ist das durch den vielen Regen super braun, trotzdem total beeindruckend wie sich das Wasser seinen Weg durch die Felsen bahnt. Am Ende kommt sogar noch eine große Höhle mit Glühwürmchen! Total cool, der kleine Zwischenstopp hat sich definitiv gelohnt.

Mit dem Camper geht es dann durch die saftig grünen Hügel nach Te Kuiti, wo wir in der Stadt kostenlos über Nacht stehen dürfen. Eine Toilette gibt es auch und direkt gegenüber ist ein Supermarkt, in dem wir noch ein paar Kleinigkeiten besorgen. Da es dann auch schon 7 ist, wird direkt gekocht, heute Nudeln mit einer Spinat-Käsesoße und gerösteten Sonnenblumenkernen. Super lecker und das kochen im Camper klappt auch 1A. Zum Nachtisch gibt es noch ein bisschen Whittaker’s, die weltbeste Schokolade! Allein die ist schon Grund genug, nach Neuseeland zu reisen.

Am Samstagmorgen wachen wir bei strahlendem Sonnenschein auf. Daher wird heute auch in der Sonne gefrühstückt, herrlich! Nachdem wir wieder alles verstaut haben, geht es noch einmal kurz in den Supermarkt und dann fahren wir weiter gen Süden. Die Landschaft ist ein Traum, so grün und hügelig. Nach einer guten Stunde haben wir sogar traumhafte Blicke aufs Meer und halten kurz an einem Aussichtspunkt auf die Three Sisters.

Nach einer guten weiteren Stunde Fahrt kommen wir am North Egmont Visitor Center an. Hier wollen wir morgen eine größere Wanderung starten und man kann glücklicherweise auch free campen. Erstmal gibt es Hot Cross Buns mit Erdnussbutter, Kaffee und Tee in der Sonne. Ein Träumchen!

Die Wanderung auf den Gipfel des Taranaki können wir wohl nicht machen, weil der leider morgen den ganzen Tag im den Wolken hängen soll. Dazu gibt es zwei Alternativen, eine 19km lange Wanderung zu der wir mit dem Shuttle fahren müssten und dann zurück zum Auto laufen würden, oder einen Rundweg vom Auto aus (logischerweise ohne Shuttle), über 23km. Erstmal laufen wir aber heute noch den Victoria Loop Trail und den kurzen Nature Walk. Die sind beide super schön, allerdings sind wir schon nach 1,5 Stunden wieder zurück am Auto.

Zwischenzeitlich haben wir uns auch für eine Wanderung morgen entschieden, es wird natürlich die längere und günstigere Variante (was auch sonst). Da zu den 23km auch noch 1.300 Höhenmeter kommen, wird das wohl ein langer Tag. Erstmal genießen wir aber noch etwas die Sonne, bevor es ans Abendessen geht. Heute machen wir Wraps mit Bohnen, Käse, Avocado, Zwiebeln, Gurke, Paprika und Tomate. Auf knapp 1.000 Metern Höhe wird es dann doch ganz schön frisch, wenn die Sonne weg ist. Als die Sonne untergeht, verziehen sich tatsächlich die Wolken am Vulkan und wir können noch kurz die freie Sicht genießen. Dann verziehen wir uns aber in den warmen Camper und bereiten das Bett vor.

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um 6 und es ist super kalt. Unter der Bettdecke nicht, weshalb wir natürlich ewig brauchen um aufzustehen 😀. Dann wird ordentlich gefrühstückt, alles eingepackt und um viertel vor 8 geht es los. Bevor der Weg richtig anfängt, entscheiden wir uns nochmal um. Da der Gipfel des Mount Egmont heute auch total frei ist, kehren wir zu unserem ursprünglichen Plan zurück und laufen auf den Gipfel, in der Hoffnung, dass es nicht wieder zuzieht während wir untwerwegs sind. Der Anfang läuft sich super auf einer Art Forstweg. Nach einer Stunde geht es auf den wirklichen Wanderweg und da geht es dann auch zur Sache. Wir laufen durch eine superschöne Schlucht, eine laaange Treppe hoch, über ein Geröllfeld (das ist vielleicht anstrengend) und dann noch über felsiges Terrain, wo man sogar ein bisschen klettern kann. Das letzte Stück zieht sich noch, schließlich sind wir aber gegen 11 auf dem Gipfel!

Super windig und kalt hier oben, daher suchen wir uns ein geschütztes Plätzchen und essen erstmal unsere Käsebrote. Was eine coole Wanderung! Anschließend schauen wir uns den Rest des Gipfels an, knipsen ein paar Fotos und beeilen uns, wieder in den weniger windigen Bereich zu kommen.

Das heißt dann auch wieder bergab. Gar nicht so leicht, vor allem das Geröllfeld hat es abwärts in sich, wir rutschen mehr als wir laufen. Irgendwann ist das aber auch geschafft und wir biegen kurz vor dem langweiligen Forstweg nach links ab und laufen einen anderen Weg zurück. Der ist viel schöner und wir können sogar noch einmal den tollen Ausblick genießen. Gegen 3 kommen wir dann platt, aber glücklich wieder am Parkplatz an. Wir haben genau die richtige Entscheidung getroffen, das Wetter hat gehalten und über der Plan B-Wanderung hingen die ganze Zeit Wolken.

Am Camper gibt es dann erstmal Kaffee und wieder Hot Cross Buns mit Erdnussbutter. Die haben wir uns aber jetzt auch verdient nach 13km und 1.500 Höhenmetern. Nachdem wir alles zusammengepackt haben geht es weiter, zunächst auf die andere Seite des Vulkans, wo wir uns noch kurz die Dawson Falls anschauen. Der kurze Weg ist wieder total schön und auch der Wasserfall ist komplett von grün umgeben.

Nach dem kurzen Stopp geht es dann aber zum Hawera Holiday Park. Wir gönnen uns heute wieder einen Campingplatz da wir uns nach der Wanderung sehr auf eine Dusche freuen und außerdem unser Frischwasser auffüllen wollen. Dort angekommen wird aber erstmal gekocht. Heute Gnocchi mit einer Linsen-Tomatensoße. Das geht super fix und schmeckt trotzdem mega lecker. Wir sitzen noch einen Moment draußen, springen dann aber unter die lang ersehnte Dusche und legen uns nach dem anstrengenden Tag ins Bett.

Nach der nächsten erholsamen Nacht brechen wir nach dem Frühstück weiter in Richtung Wellington im Süden auf. Leider soll das Wetter heute nicht so besonders gut werden, noch ist es aber trocken. Daher fahren wir schnell zum Waihi Beach. Der ist super schön mit hohen Klippen und dem schwarzen Vulkansand. Ohne Sonne und mit Wind aber leider ziemlich ungemütlich, weshalb wir nur kurz spazieren und weiter in Richtung Wanganui fahren.

Dort nutzen wir das  schlechte Wetter erstmal für den nächsten größeren Einkauf bei Pak’n’save. Zeitlich haben wir da Glück, es regnet tatsächlich als wir rauskommen. Da wir nach dem Einkauf aber Hunger haben, gibt es unsere heutige Kaffeepause im trockenen Camper auf dem Parkplatz. Danach tanken wir noch und fahren kurz ins Zentrum, von wo aus wir uns das Städtchen anschauen. Leider werden wir recht schnell vom nächsten Schauer überrascht und gehen zurück. Wir haben einen Turm erspäht den wir noch schnell erklimmen, bevor es weiter in Richtung Süden zum Waikanae River Mouth Carpark geht.

Heute haben wir leider nicht so viel Glück, weil alle Freedom Camps im Umkreis schon belegt sind (pro Parkplatz sind immer nur zwischen 1 und 4 Camper erlaubt, die blöderweise immer schon da stehen). Beim sechsten Anlauf haben wir dann endlich Glück und ergattern den letzten freien Platz. Dann wird erstmal gekocht, heute Chili sin Carne. Zwischendurch geht es kurz zur Toilette und auf dem Weg sehen wir einen traumhaft schönen Sonnenuntergang! Wir laufen am Strand zurück und genießen den tollen Blick, bevor wir zu Ende kochen. Das Chili ist super lecker und zum Nachtisch gibt es heute frische Erdbeeren aus Neuseeland 😍. Im Anschluss planen wir etwas unsere Zeit in Sydney und buchen das notwendigste, bevor wir wieder ins Bett hüpfen.

Am nächsten Morgen wird am Strand gefrühstückt! Es ist zwar etwas frisch, aber die Sonne und der Ausblick sind herrlich! Nachdem alles gespült und zusammengepackt ist, fahren wir ein kurzes Stück zum Escarpment Track. Wenn das kein perfektes Wanderwetter heute ist ☺️.

In Paekakariki stellen wir das Auto ab und es geht direkt los. Das erste Stück im Wald, bevor es dann bergauf geht. Da ist dann auch kein Wald mehr, sodass man die ganze Zeit auf die wunderschöne Küste im strahlenden Sonnenschein schauen kann. Traumhaft! Aber auch ganz schön anstrengend, da geht es schon ein paar Meter hoch. Es kommen sogar noch zwei tolle Hängebrücken, wenn das keine super Wanderung ist! Nach knapp 3 Stunden und vielen Fotos kommen wir am Bahnhof  Pukerua Bays, dem Ende der Wanderung, an.

Wir nehmen die nächste Bahn zurück und gönnen uns Kaffee und Kuchen im Beach Road Deli. Wir haben Glück, weil wir kurz vor Ladenschluss eintrudeln. Wir bekommen aber noch Kaffee, Scones zum Sonderpreis und Nudelsalat geschenkt. Das genießen wir dann in der Sonne, was für ein perfekter Tag!

Dann geht es zurück zum Camper und ab in Neuseelands Hauptstadt! Eine Dreiviertelstunde später sind wir am Evans Bay Marina Carpark, wo wir wieder Freedom campen können. Heute finden wir auch auf Anhieb einen guten Platz und setzen uns direkt noch einmal kurz in die Sonne, wenn sie schon so schön scheint. Dann laufen wir noch zum Hataitai Beach um die Ecke, wo Marcus sogar ins Meer springt (der Wahnsinnige!). Als die Sonne weg ist wird es dann auch recht schnell frisch und wir gehen zum Camper zurück, holen frische Klamotten und Duschzeug und laufen ins Aquatic Center um die Ecke, wo man für 3$ duschen kann. Wieder frisch gibt es erstmal Abendessen, heute Pitabrote mit Oliven, Feta, Zwiebeln, Tomaten und Hummus. Super lecker und schnell gemacht, wieder ein perfektes Campingessen. Zum Nachtisch gibt es heute sogar noch Oreo-Eis!

Am nächsten Morgen wachen wir wieder mit einem strahlend blauen Himmel auf. Wir frühstücken in der Sonne und machen uns fertig zur Stadterkundung Wellingtons. Wir laufen ein paar Meter am Wasser entlang und steigen in den nächsten Bus in die Innenstadt. Dort steigen wir aus und schlendern hindurch. Es gibt super viele süße Läden und die Stimmung ist toll. Bei dem Wetter aber auch kein Wunder. Wir besorgen noch ein neues Mundstück für unsere Wasserblase und Flicken für meinen Rucksack, bevor wir dann wieder in Richtung Wasser laufen. Dort gibt es super viel Platz zum spazieren, joggen, radfahren und überall sind Bänke und andere Sitzmöglichkeiten. Außerdem gibt es einen Sprungturm und mehrere Plattformen zum Schwimmen. Es verbringen auch super viele ihre Mittagspause draußen, richtig schön. Wir besorgen uns noch Eis und Kaffee, setzen uns in die Sonne und beobachten das bunte Treiben.

Dann geht es zur Standseilbahn, mit der wir auf den Hügel fahren. Oben gibt es ein kleines Museum zur Geschichte der Seilbahn, das wir uns noch schnell anschauen. Dann genießen wir den tollen Blick auf die Stadt und laufen durch den botanischen Garten wieder nach unten. Der botanische Garten ist toll. Total ruhig und ganz schön groß, mit ganz vielen tollen Pflanzen, bunten Blumen und Rosen, die himmlisch riechen. Wir laufen zurück in die Innenstadt, wo wir uns noch kurz das Parlament anschauen, die ein oder andere Kleinigkeit besorgen und dann zum Abendessen im Aunty Mena’s Vegetarian Restaurant einkehren. Dort essen wir beide leckere Currys. Auch das Sitzen ist ein Wohlgenuss 😀.

Gestärkt laufen wir zum Mount Victoria Lookout, wo wir uns den Sonnenuntergang anschauen. Dort hat man einen tollen Blick auf die Stadt und die Küste, der Aufstieg war es auf jeden Fall wert. Von dort ist es dann auch nicht mehr so weit zum Parkplatz. Als wir dort ankommen ist es kurz vor 9, ein ganz schön langer Tag also! Wellington hat uns aber super gefallen, eine tolle Stadt, vor allem an so einem sonnigen, warmen Tag wie heute.

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker schon um viertel nach sechs. Heute geht es nämlich mit der Fähre auf die Südinsel! Wir machen uns schnell fertig und stehen um viertel nach sieben bereit zum Check-In am Terminal. Die Fähre ist etwas verspätet, um 9 fahren wir dann aber endlich auf unsere Fähre, die Kaiarahi und um 20 nach 9 schippern wir los in Richtung Südinsel.

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