Bogotá und Santa Marta

Nach einer gute Stunde im Jeep kommen wir in Neiva an. Dort haben wir ein riesen Glück, wir bekommen direkt einen Bus nach Bogotá, und das sogar noch ein bisschen günstiger. Der Bus ist super komfortabel, ein Doppeldeckerbus mit riesen Sitzen und Fernseher am Sitz, man fühlt sich ein bisschen wie in der Business Class im Flugzeug (also wie ich denke, wie man sich dort fühlt). Die Fahrt dauert dann allerdings ewig. Bis zur Bushaltestelle in Bogotá fahren wir siebeneinhalb Stunden und das Cabify zum Hostel braucht dann auch noch einmal 40 Minuten. Der Fahrer ist aber super nett und erzählt uns einiges über die Stadt. Insgesamt waren wir also heute über 10 Stunden untwerwegs 🙈. Und das, obwohl die Entfernung gar nicht sooo weit ist, es gibt einfach nur unfassbar viele Baustellen auf dem Weg. Wir sind super froh, als wir endlich im Cedron Hostel angekommen sind. Dafür ist das aber super schön und sehr ruhig. Nach dem langen Tag laufen wir ein paar Schritte ins Ramen House, wo wir heute essen wollen. Jetzt ist leider Marcus auch dran mit dem Schnupfen, den ich schon wieder los bin, da ist so eine Suppe aber ja genau das richtige. Zurück im Hostel wird dann noch geduscht und schnell geschlafen.

Nach einer langen und sehr erholsamen Nacht unter drei Bettdecken (heute Nacht waren es zeitweise 6 Grad, ein verrückter Temperaturunterschied zu den knapp 30 Grad Nachts in der Wüste 😀) gibt es erstmal Frühstück im Hostel. Das wird sogar serviert und ist zwar keine riesen Portion, es gibt Kaffee, Obst und geröstetes Brot mit Butter und Marmelade. Gestärkt machen wir uns fertig und bringen erstmal unsere Wäsche zu einer Wäscherei um die Ecke. Dann laufen wir durch „La Candelaria“, die Altstadt und auch das Viertel, in dem unser Hostel liegt. Das ist super süß, mit ganz viel Street Art und kleinen Ständen mit Schmuck genau in meinem Stil. Das wird wohl gefährlich fürs Reisebudget 🙈. Dann gibt es eine Mittagspause im Don Benitaz, wo wir uns eine vegetarische Quesadilla und einen Burrito teilen. Super lecker und wir sind danach pappsatt.

Wir schlendern noch eine weitere Stunde durch die Stadt, bis wir um kurz vor zwei zu einer Free Walking Tour von Beyond Colombia gehen. Unser Guide Rafa führt uns gute drei Stunden durch die schöne Innenstadt und wir erfahren wieder allerhand über die Stadt und deren Geschichte, sehen eindrucksvolle Gebäude und Plätze und bekommen ein gutes Gefühl für die lebendige und vibrierende Stadt. Zum Abschluss bekommen wir noch ein paar kulinarische Tipps mit auf den weg, wovon wir einen direkt in die Tat umsetzen. Und zwar „Chocolate Completo“ im „La Puerta Falsa“, heiße Schokolade mit Käse, der im Getränk schmilzt. Dazu gibt es noch etwas Gebäck. Schmeckt tatsächlich ziemlich gut und viel besser als man es sich vorstellt.

Danach schlendern wir noch etwas durch die Stadt und schauen uns noch die Bibliothek an, von deren Terasse wir einen tollen Ausblick auf die nun nächtliche Stadt haben. Danach geht es zum Abendessen ins „Sitio Casa Candelaria“. Gefühlt sind wir heute nur am Essen, das muss die Höhenluft sein! Das Restaurant ist super süß, mit allerhand Stehrümchen vollgestellt, was irgendwie total cool und gemütlich ist. Wir gönnen uns mal wieder ein Bier und dazu gibt’s einen kolumbianischen Teller (Bandeja) für Marcus und für mich etwas, das an eine Pizza erinnert, aber irgendwie auch nicht. Beide Gerichte sind unglaublich lecker und mit das Beste, was wir in den letzten Wochen gegessen haben.

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker etwas früher, die Nacht war aber leider nicht ganz so erholsam und kommen nicht wirklich aus dem Quark. Dann verquatschen wir uns auch noch beim Frühstück und holen unsere Wäsche ab. Danach sind wir dann auch endlich soweit und laufe zum Monserrate. Das ist ein Berg direkt neben der Stadt, von dem aus man einen tollen Blick über Bogotá hat. Der Aufstieg ist auch ganz schön anstrengend, es geht ganze 500 Höhenmeter nach oben und das bei einem Startpunkt von 2.600m. Das merke ich ordentlich und bin nicht wirklich schnell, aber es macht trotzdem Spaß und wir kommen nach einer knappen Stunde oben an. Wir genießen den Ausblick, essen und trinken eine Kleinigkeit und schießen ein paar Fotos, bevor es wieder runter geht.

Danach laufen wir zurück in die Stadt und kehren erstmal in einem süßen französischen Kaffee ein, wo wir Cappuccini und leckeren Kuchen genießen. Heute geht es dann wirklich ins Botero – Museum, nachdem wir gestern zu spazr waren. Botero ist der bekannteste kolumbianische Künstler und ist für seine verschobenen Proportionen in seinen Kunstwerken bekannt. Das ist auch wirklich ganz cool. Nach dem Museum schlendern wir noch etwas durch die Stadt und suchen dann nach etwas essbarem. Wir werden bei „A manos peruanas“ fündig, wo wir wieder zwei super leckere Gerichte vertilgen. Dann geht es zurück ins Hostel, heute doch deutlich platter als gestern. Nach ein bisschen Orga und einer heißen Dusche (hier ist es so kalt wenn die Sonne weg ist) gibt es noch das Bergdoktor-Staffelfinale (😓), bevor geschlafen wird.

Am nächsten Morgen wird wieder entspannt im Hostel gefrühstückt und wir buchen einen Flug für morgen. Mit dem Bus nach Santa Marta würden wir wahrscheinlich zwischen 20 und 30 Stunden brauchen, das ist uns selbst in den komfortablen Bussen zu anstrengend. Von Nachfahrten hört und liest man auch immer wieder, dass das nicht die sicherste Idee ist, und so entscheiden wir uns für den Flug. Danach machen wir uns fertig und stürzen uns ein letztes Mal in die Innenstadt. Zuerst geht es in ein Einkaufsviertel, was einfach riesig ist. Unendlich viele kleine Stände und jeder versucht uns (und allen anderen) einen ganzen Kleiderschrank aufzuquatschen. Heute ist Sonntag und ganz Bogotá scheint auf den Straßen zu sein, so lebendig und bunt ist alles!

Irgendwann steuern wir aufs Goldmuseum zu, wo wir uns für den Anfang ins Café setzen und uns mal wieder toller Kaffeepause erwartet. Einen  Moment sitzen tut auch ziemlich gut. Außerdem ist der Eintritt ins Museum Sonntags frei, weshalb wir uns das auch gleich noch anschauen. Das ist auch super interessant und erklärt, was Gold für eine Bedeutung für die indigenen Völker in den verschiedenen Regionen von Kolumbien hatte und es gibt zahlreiche tolle Kunstwerke zu bestaunen.

Danach geht wir zurück ins Hostel, mit einem Zwischenstopp im Supermarkt. Dort decken wir uns Baguette, Avocado, Tomaten, Käse und noch ein paar andere Kleinigkeiten. Das Baguette undso verputzen wir dann im schönen Hostelgarten.

Danach ruhen wir uns noch etwas aus und packen schonmal ein bisschen, bevor wir uns um kurz nach 5 auf den Weg zum Superbowl machen. Dazu laufen wir noch einmal ins Zentrum und es ist einfach so viel los. Total cool! Und kaum Touris, so hat man wirklich das Gefühl, die Stadt kennenzulernen. Unser Highlight sind ein älteres Paar, was einfach zu goldig tanzt und und quasi Mariokart mit ferngesteuerten Autos. Außerdem stehen immer wieder Comedias und andere Künstler auf den Straßen und scharen die Menschen um sich. Mich hat Bogotá total begeistert, es ist so bunt, vielseitig und lebendig!

Schließlich kommen wir im Meeting House an, wo wir erstmal ein Bier trinken. Dann geht das Spiel auch schon los und ich bin froh, dass ich das auch mal schauen kann (Schlaf ist mir Sonst wichtiger). Zwischen ein paar weiteren aber gibt es dann auch noch ein Beerpong – Turnier, bei dem wir super knapp in der ersten Runde ausscheiden (🙄) und wahnsinnig gute Pizza mit Avocado 3 verschiedenen, Käsesorten und Nachos. Für uns gewinnt am Ende leider das falsche Team, war aber trotzdem ein schöner Abend. Wir schauen noch die Pokal Verleihung und fahren dann zurück ins Hostel.

Am nächsten Morgen brechen wir nach dem Frühstück noch einmal in die Stadt auf. Wir besorgen uns noch etwas zu essen für den Weg, bevor wir zurück ins Hostel laufen, unser Brot schmieren und den Rest packen. Dann rufen wir uns ein inDrive und lassen uns zum Flughafen bringen. Dort geht alles super fix, wir können unser Gepäck nach 5 Minuten schon abgeben und sind bei der Sicherheitskontrolle sogar noch schneller. Komisch, dass das hier in Kolumbien viel schneller und genauso reibungslos abläuft wie Frankfurt. Da muss wohl noch mit dem ein oder anderen Vorurteil auch aufgeräumt werden. Wir holen uns zuerst Kaffee und Donut/Zimtschnecke bei Dunkin‘ Donuts, die wir dann in aller Ruhe verputzen.

Der Flug nach Santa Marta an die Karibikküste verläuft reibungslos und sehr entspannt. Wir müssen uns erst wieder an die schwüle Hitze am Meer gewöhnen, die haben wir nicht vermisst 😀. Die Taxis am Flughafen sind super teuer (also für kolumbianische Verhältnisse), weshalb wir mit dem Bus in die Stadt fahren. Die letzten paar Minuten ins Tunido Hostel laufen wir. Hier sind wir nur zwei Nächte und sind gespannt, wie die Stadt ist. Hier sind wir in erster Linie, weil wir übermorgen eine Wanderung von hier aus starten, mal schauen was die Stadt sonst noch zu bieten hat ☺️. Das Hostel ist schonmal wunderschön. Super entspannte Atmosphäre, ein großes, hübsches Zimmer, ganz viele vegetarische Speise auf der Karte und ein schöner grüner Innenhof. In Letzterem wird dann auch direkt zu Abend gegessen, für mich gibt es einen Falafelburrito und für Marcus einen Falafelburger. Das schmeckt wieder hervorragend! Zum Nachtisch verputzen wir ein paar Schokopralinen, die wir in Bogotá noch besorgt hatten. Das sind mit die besten Pralinen, die ich je gegessen habe! Besonders schmecken rosa Salz, Maracuja und Jalapeño – Himbeer. Dann gibt es wieder ein kleines Workout für mich und nach der Dusche schauen wir noch „Im Westen nichts Neues“.

Am nächsten Morgen schlafen wir mal wieder aus und Frühstück sehr lecker und gemütlich im Hostel. Danach erkunden wir die Stadt. Wir laufen durch laute Einkaufsstraßen in Richtung Meer und finden eine neue Sonnenbrille für Marcus, Deo und Sonnencreme. Das gibt es hier nur in der Apotheke, ist gar nicht so leicht zu finden und außerdem teuer, vor allem für hiesige Verhältnisse. Dann schlendern wir noch etwas weiter durch das Städtchen und essen ein leckeres Eis bei Gnam Gelato. Danach haben wir Durst und gehen ein paar Minuten später noch einen leckeren Smoothie trinken 😀. Ein paar ganz nette alte Gebäude gibt es auch, in einem Tag aber alles zu schaffen.

Daher bummeln wir weiter durch die Stadt (es gibt mehr Schuhgeschäfte als alles andere, wozu brauchen die hier so viele Schuhe?). Schließlich finden wir sogar noch eine neue Kappe für Marcus und ein cooles Hawaiihemd für mich. Dann heben wir noch Geld ab (danach sind wir hier immer Millionäre 😎) und gehen zurück ins Hostel, wo wir uns erstmal einen Salat teilen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause gehen wir aber direkt wieder los zu Pad.Masala. Dort essen wir heute mal indisch, das hatten wir auch lang nicht. Für Marcus gibt es ein Curry mit Käse und für mich eins mit Tofu. Beide super lecker und genau richtig scharf (bei indischem Essen weiß man da ja oft nicht so genau was man bekommt). Vorher gibt es noch ein Knoblauch-Naan und wir gönnen uns sogar noch einen Brownie mit Vanilleeis zum Nachtisch. Wir sind auf jeden Fall gut vorbereitet für die Strapazen morgen! Dann laufen wir zurück ins Hostel und packen wieder. Dieses Mal müssen wir ja sogar nachdenken, wir nehmen nämlich nur einen Rucksack mit auf die Wanderung. Das geht aber auch besser als gedacht und wir schauen nach einer erfrischenden Dusche unsere Serien noch ein bisschen weiter.

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker dann wieder mitten in der Nacht (um halb 7). Nachdem wir noch ein leckeres Hostelfrühstück genießen, laufen wir ein paar Minuten zum Büro von Sierraventur, mit denen wir die nächsten 4 Tage wandern. Ohne Empfang und Zivilisation, das wird ein Spaß!

Hinterlasse einen Kommentar