Nach drei Monaten in Zentralamerika sind wir absolut begeistert von unserer Zeit vor Ort. Obwohl Nicaragua, Costa Rica und Panamá irgendwie ähnlich sind, sind sie auch total verschieden.
In Costa Rica waren ohne Zweifel Flora und Fauna am beeindruckendsten. Wir haben so viele Aras, andere Papageien, Tukane, Affen, und Schildkröten gesehen und natürlich waren die Faultiere eins unserer Highlights. Auch die Pflanzen (vor allem bei den Wanderungen) waren unfassbar eindrucksvoll. Auf der anderen Seite war es uns oft zu touristisch und damit auch teuer. In den Restaurants war es (je nach Ort) teilweise teurer als in Deutschland und es gibt mehr Burgerrestaurants und Pizzerien als einheimische Sodas, was für uns den Charakter des Landes etwas kaputt macht. Trotzdem haben wir die Zeit dort in Summe sehr genossen, vor allem aber auch wegen des Volunteerings, worauf wir immer noch unfassbar dankbar zurückblicken.
Panamá dagegen hat uns mit seiner Vielfalt super positiv überrascht. Nachdem Costa Rica eher flach war und man außer in Monteverde quasi nicht wirklich wandern konnte, gibt es mit Boquete und El Valle de Anton zwei Wanderparadiese (und vielleicht noch mehr, in denen wir nicht waren). Von Boquete konnten wir ja durch unsere Erkältung leider nicht allzu viel sehen, aber von El Valle waren wir restlos begeistert. Außerdem hatten wir eine tolle Zeit in Bocas del Toro an traumhaften Stränden und das bisher mit Abstand beste Schnorchelerlebnis im Coiba-Nationalpark. San Blas war natürlich auch nochmal eine Kategorie für sich und einfach nur traumhaft. Die Kuna kennenzulernen war eine ganz eigene und tolle Erfahrung und auch der Rest des Inselhoppings hat so viel Spaß gemacht und ein paar neue Kontakte in Europa beschert. Dafür hat uns Panama City nicht vom Hocker gehauen, womit wir aber schon gerechnet hatten. Generell ist Panama etwas günstiger als Costa Rica, aber doch noch deutlich teurer als Nicaragua. Vor allem hat uns genervt, dass man als Tourist nur maximal 250$ abheben kann und dann jedes Mal 6,50$ Gebühr zahlen muss. Da man fast alles bar zahlen muss, kommt da auch eine ordentliche Summe zusammen. In Costa Rica dagegen war Geld abheben bei einigen Banken kostenlos, der Punkt geht also klar an Costa Rica. Außerdem zahlt man in Costa Rica wirklich für alles Eintritt, und das nicht zu knapp. Die Panameños haben nicht so ein großes Interesse an Touristen und man fühlt sich nicht gleich so abgezockt.
Eine Rangfolge zu finden, was uns in Zentralamerika am besten gefallen hat, ist super schwer, da die Länder so verschieden sind und wir überall eine tolle, aber unterschiedliche Zeit hatten. Trotzdem haben wir Nicaragua am meisten ins Herz geschlossen. Die Menschen dort waren super nett, die Hostels waren in allen drei Ländern super, haben uns aber in Nicaragua am Besten gefallen. Das Land ist so vielseitig und günstig und, für uns am wichtigsten, wahnsinnig authentisch. Bei der Fahrt mit den Chickenbussen, aber auch beim Baseballspiel oder einfach in der Stadt hatte man das Gefühl dass man wirklich in einer anderen Kultur ist und mal etwas ganz neues sieht. Dagegen waren die Straßen in Costa Rica und Panamá deutlich besser, es gab Uber, es war also alles etwas westlicher und man kommt auch ohne Spanisch etwas weiter (was ich aber trotzdem nicht empfehlen würde, weil es doch alles etwas komplizierter macht). Wer also etwas mehr Komfort und westliche Standards bevorzugt, ist dort sicher besser aufgehoben. Für uns war es aber gerade das, was den Reiz Nicaraguas ausmacht. Panama hat uns persönlich auch noch ein klitzekleines bisschen besser gefallen als Costa Rica, was aber auch daran liegen kann, dass unsere Erwartungen an Costa Rica aufgrund vieler Erzählungen schon etwas höher waren. Ich kann nicht genau sagen ob das Bild möglicherweise etwas verzerrt wird, da uns das Bier in Nicaragua auch am besten und das in Costa Rica am wenigsten geschmeckt hat (und unverschämt teuer war) 😉.
Nichtsdestotrotz können wir alle drei Länder uneingeschränkt als Reiseländer empfehlen. Gerade die Abwechslung haben wir als sehr angenehm empfunden und da die Länder so schön klein sind, kann man jedes in 3-4 Wochen gut bereisen und muss nichts auslassen. Außerdem haben wir auch sehr wenig von Diebstählen etc. gehört und uns zu jeder Zeit sehr sicher gefühlt.
