David und Bocas del Toro

Das Colectivo kommt sogar fast pünktlich, also drücken wir alle, die mit uns gewartet haben, noch einmal und es geht schon wieder los.

Die Fahrt mit dem Colectivo geht zum Glück schneller als auf dem Hinweg (diesmal halten wir nicht an), sodass wir schon um viertel nach 10 in Puerto Jiménez sind. Wir laufen an der Bäckerei vorbei und nehmen gleich noch einen überbackenen Hefezopf mit. Um zwanzig vor 11 sind wir am Fährterminal, kaufen zwei Tickets und sitzen pünktlich um 11 auf der Fähre nach Golfito. Das klappt ja wie am Schnürchen heute! Als wir anlegen und zur Straße laufen, kommt auch direkt ein Bus, der zur Grenze fährt. Wir werden langsam misstrauisch, das klappt ja schon fast zu gut heute. Natürlich steigen wir aber trotzdem ein und tuckern in Richtung Paso Canoas. Um halb 2 sind wir da und stellen uns erstmal unter. Es schüttet wie aus Eimern und auch wenn es nur ein paar Hundert Meter sind reicht es uns, dass unsere Sachen von gestern Nacht noch nass sind, da muss nicht noch mehr dazukommen. Außerdem ist das ja das Gute am tropischen Regen, es kommt einiges runter, aber ist dann auch schnell wieder vorbei. Ein paar Minuten donnert und blitzt es auch noch, das war definitiv die richtige Entscheidung erstmal abzuwarten. Als es nach einer halben Stunde immer noch nicht aufgehört hat, ziehen wir uns aber die Regenjacken über und laufen los in Richtung Panama. An der Grenze werden wir allerdings zurückgeschickt, weil wir scheinbar die Ausreisestelle für Costa Rica verpasst haben. Also geht es ein paar Meter zurück durch den Regen. Am Schalter werden wir dann nochmal auf die andere Straßenseite geschickt, wo wir noch die Ausreisegebühr von 9$ pro Person zahlen müssen. Dann geht es wieder zum Schalter, wo wir auch den Stempel bekommen. Am Schalter für die Einreise nach Panama hat sich in der Zwischenzeit eine ganz schöne Schlange gebildet.

Nach einiger Wartezeit bekommen wir dann auch unseren Stempel und laufen noch ein paar Meter weiter zum Busbahnhof. Dort ist der Bus nach David schon im Begriff loszufahren, nimmt uns aber noch mit. Mit den Bussen hatten wir wirklich Glück heute. Nach einer Stunde Fahrtzeit kommen wir in David an und laufen ein paar Meter zum Hotel Palacios Solaire, was uns ein holländisches Paar an der Grenze empfohlen hat. Dort bekommen wir ein recht günstiges Doppelzimmer mit Bad, herrlich nach den zwei Wochen im Camp. Wir packen kurz unsere nassen Sachen zum trocknen aus und gehen um die Ecke Chinesisch essen. Wir entscheiden uns für leckere gebratene Nudeln mit Pilzen und Marcus findet direkt ein leckeres lokales Bier. Danach duschen wir noch und fallen direkt ins Bett, die letzten kurzen Nächte stecken uns ganz schön in den Knochen.

Am nächsten Morgen wachen wir sehr erholt auf und machen uns erstmal auf die Suche nach Frühstück. Ist gar nicht so einfach, weil es keine Speisekarten gibt. Schließlich finden wir aber was und essen etwas typisch Panamaisches (glauben wir jedenfalls).

Dann geht es auf Handymission. Wir schauen uns ein paar Modelle an, aber schließlich entscheide ich mich doch dafür, mein altes Handy noch einmal reparieren zu lassen. Während wir darauf warten haben wir Zeit, deshalb gehen wir in einen Barbershop, wo Marcus sich Haare und Bart schneiden lässt. Danach besorgen wir uns wieder ein Brot mit Käse und eine Zimtschnecke für die Fahrt, heute steht uns nämlich wieder eine längere Busreise bevor.

Als das Handy eigentlich fertig sein sollte, gehe ich zum Laden zurück. Das Display, was sie da hatten, war aber wohl kaputt und sie müssen erst ein Neues besorgen. Also gehe ich nochmal ins Hotel zurück, wo Marcus mit unserem Gepäck in der Lobby wartet und probiere es eine Stunde später wieder. Dann gibt es allerdings schon wieder ein neues Problem und ich werde nochmal weggeschickt. Um kurz vor 2 (4,5 Stunden nachdem ich es abgegeben habe) halte ich es dann endlich wieder in den Händen und wir machen uns schnell auf den Weg zum Busbahnhof. Dort nehmen wir den nächsten Bus in Richtung Almirante, wo die Fähre nach Bocas del Toro fährt. Die letzte geht allerdings um halb 7 und wir fahren 4 Stunden, es wird also spannend ob das klappt.

Nach ziemlich genau vier Stunden sind wir dann auch in Almirante. Neben uns hält ein Taxi und der Fahrer meint, dass das letzte Boot auf die Insel in 5min fährt. Wir wollen das wenigstens versuchen und springen schnell hinein. Das Boot wartet dann auf uns, dafür zahlen wir allerdings auch 4$ mehr. Das ist es uns aber wert, so kommen wir immerhin heute noch an und haben morgen nicht noch einen Reisetag (2 reichen wirklich). Das Boot fährt in die Dunkelheit und nach knapp 30 Minuten legen wir an der Isla de Colón an. Jetzt müssen wir uns noch schnell eine Unterkunft suchen, haben aber die langen Wartezeiten heute schon gut genutzt und schon ein paar Unterkünfte ausgewählt. Die zweite, das Las Olas hat dann auch ein schönes Zimmer für uns und liegt direkt am Wasser. Super schön, soweit wir das in der Dunkelheit beurteilen können. Nachdem wir uns kurz ausgebreitet haben, suchen wir etwas zu Essen und entscheiden uns für das „Raw“, wo Marcus Pad Thai und ich eine Grünkohl-Quinoa Bowl verputzen. Wahnsinnig gut, aber auch ganz schön teuer. Die Inseln sind sehr touristisch, weshalb die Preise hier amerikanisch sind. Da werden wir wohl auch wieder öfters selbst kochen.

Wir gönnen uns trotzdem noch ein Eis als Nachtisch, heben Geld ab und gehen zurück ins Hostel. Dort wird noch schnell geduscht und dann direkt geschlafen. Ein ganz schön langer und anstrengender Reisetag!

Am nächsten Morgen frühstücken wir entspannt im Las Olas, mit einem herrlichen Blick aufs Wasser.

Danach suchen wir uns eine neue Unterkunft für morgen und übermorgen und laufen zum BarrBra BnB, wo wir Glück haben und eine Cabana bekommen. Dann laufen wir wieder zurück, schauen am Supermarkt vorbei und überlegen im Zimmer kurz, was wir hier unternehmen wollen. Heute ist das Wetter nicht so wirklich strandtauglich, deshalb entscheiden wir uns auf die nächste und kleinste Insel des Archipels zu fahren, der Isla Carenero. Wir laufen zum Bootsanleger und sind nach zwei Minuten Bootsfahrt schon da. Es gibt einen Wanderweg einmal um die Insel, den wir uns anschauen. Super idyllisch, hier gibt es keine Autos und nur kleine Wege, das macht es gleich super entspannt, gerade im Kontrast zur sehr touristischen Isla Colon. Wir laufen außerdem an super schönen Stränden vorbei bis zu Bibis Bar, wo wir ein Bier trinken und ein Eis essen.

Dann nutzen wir die Gelegenheit und springen noch einmal ins Meer, bevor es zurück zur anderen Seite der kleinen Insel geht, wo wir mit dem Boot zurück nach Bocas Town fahren.

Dort steuern wir zunächst Bocas Adventures an, wo wir für Freitag eine Tour zu einigen anderen Inseln mit Schnorcheln und (hoffentlich) Delfinen und Faultieren buchen. Dann geht es kurz ins Olas zurück, wir packen den Rucksack aus und gehen wieder zur Bank, Geld abheben. Man kann hier nur maximal 250$ abheben und zahlt dann auch noch 6,50$ Gebühren, ganz schön teuer. Dann machen wir uns auf den Weg ins Buena Vista, wo wir heute zu Abend essen wollen. Unterwegs stoppen wir kurz in einer Apotheke und besorgen Hustensaft (der Husten hält sich hartnäckig und ich versuche es nochmal mit einem anderen Saft bevor ich wohl doch mal zum Arzt muss) und Conditioner für mich (gibt es hier auch nur in der Apotheke). Dann kommen wir auch endlich (sehr hungrig) im Buena Vista an und bestellen einen Veggie-Burger und vegetarische Enchiladas. Satt geht es dann auch wieder zurück ins Hostel, wo wir noch unsere Wäsche abgeben und es endlich einmal schaffen, früh ins Bett zu gehen.

Der nächste Morgen startet endlich mal wieder mit unserem selbstgemachten Frühstück (Joghurt mit Ananas, Banane, Haferflocken und Nüssen). Nachdem wir das auf der Terrasse mit Meerblick genossen haben, packen wir unsere frisch gewaschene Wäsche und alles andere ein und machen uns auf den Weg zum BarrBra BnB. Wir entscheiden uns zu laufen und nach 25 Minuten schwitzen mit den schweren Rucksäcken kommen wir endlich an. Wir stellen unser Gepäck ab und machen uns dann auf den Weg zur nahe gelegenen Bushaltestelle, um mit dem nächsten Bus zur Playa Estrella (dem Seestern-Strand) zu fahren. Der Bus hat 20 Minuten Verspätung, aber immerhin kommt er dennoch. Wir fahren eine Dreiviertelstunde bis zum Boca del Drago, von wo aus wir noch 20 Minuten bis zum Playa Estrella laufen. Dort fängt es leider gerade an zu regnen, weshalb wir uns an einen der vielen Stände setzen und einen Kaffee und einen Maracujasaft trinken. Als wir fertig sind hat es auch schon wieder aufgehört zu regnen und wir machen uns auf die Suche nach den Seesternen. Wir werden schnell fündig und die sind ganz schön groß! 😳

Allerdings ist am Strand auch ganz schön viel los und lädt nicht wirklich zum verweilen ein. Also laufen wir ein Stück zurück zu einem kleinen und einsamen Strandabschnitt, wo außer uns nur ein weiteres Pärchen ist. Dort springen wir noch einmal kurz ins Wasser und bekommen sogar noch einen kleinen Seestern gezeigt. Dann haben wir genug Sonne für heute und laufen zurück zur Bushaltestelle.

Zurück fahren wir bis in die Stadt, weil ich noch nach einem Sonnenhut und Marcus nach einem neues Basecap schauen mag, da er seins in David im Bus hat liegen lassen 🙈. Wir schlendern durch ein paar Läden, uns ist hier aber alles viel zu teuer. Deshalb gehen wir schnell in den nächsten Supermarkt, holen uns ein Eis für den Hunger zwischendurch und kaufen für das Abendessen und das morgige Mittagessen ein. Heute Abend soll es Spiegelei mit Bratkartoffeln, Avocado und Tomate geben. Morgen sind wir auf unserem Tagesausflug, wo wir uns für Mittags Brötchen mit Ei, Käse und Avocado schmieren wollen. Dann geht es wieder ins BarrBra, wo wir erstmal einchecken und ein Begrüßungsgetränk bekommen und unser super süßes Zimmer direkt über dem Wasser beziehen. Hungrig wird dann erstmal gekocht, alles verputzt (nur der Teil zum Abendessen natürlich) und wieder gespült. Das hat ganz schön lang gedauert, daher geht es nur noch unter die Dusche (im Außenbereich direkt am Wasser) und ins Bett, wo wir noch eine Folge „blutige Anfänger“ schauen.

Am nächsten Morgen werden wir erstmal mit einem famosen Frühstück verwöhnt. Es gibt erst etwas Obst und danach für mich Müsli mit Joghurt und für Marcus ein Käse-Omelette mit Bratkartoffeln und Toast. Gestärkt geht es dann zu Bocas Adventures, wo unsere heutige Tour startet. Zusammen mit Miguel (unserem Guide), zwei weiteren Deutschen einem schwedischen Pärchen und einer Neuseeländerin geht es zunächst zur Dolphin Bay, wo wir einige Delfine beobachten.

Danach geht es zu unserem ersten Schnorchelspot, wo wir einige tolle Fische und super bunte Korallen sehen. Ein Traum! Allein die Strecken mit dem Boot hier sind schon ein Traum, man sieht so viele schöne kleine Inseln und im Hintergrund die Berge auf dem Festland.

Jetzt schon glücklich brechen wir auf zur Isla Zapatilla, wo wir 1,5 Stunden Pause machen. Wir laufen einmal um die kleine Insel und genießen den postkartenreifen Karibikstrand. Zur Abkühlung geht es immer einmal ins Wasser, wir können gar nicht glauben wie schön es hier ist. Außerdem haben wir auch wahnsinniges Glück mit dem Wetter, heute ist keine Wolke am Himmel zu sehen.

Nach der Pause geht es zu Hollywood Island, wo wir unfassbar viele Seesterne sehen. Die fühlen sich hier besonders wohl weil das Wasser besonders ruhig und flach ist. Anschließend fahren wir ein Stück weiter zu unserem zweiten und letzten Schnorchelplatz, wo wir sogar wieder den kleinen leuchtend blauen Fisch sehen, den wir schon von den Corn Islands kennen.

Dann geht es erschöpft und glücklich zurück zu Bocas Adventures, was ein herrlicher Tag! Wir gehen schnell ins BarrBra und duschen erstmal, bevor wir unverzüglich zu Bocas Veggie laufen wo wir uns riesige vegetarische Teller zusammenstellen. Mit Quinoa, Seitan, Soja und Lasagne, kleinen Auberginenbällchen und noch einigem mehr. Das schmeckt alles vorzüglich und ist mal etwas ganz anderes, was wir lang nicht gegessen haben. Auf dem Rückweg hüpfen wir noch schnell in den Supermarkt und besorgen Snacks für die morgige Busfahrt. Da geht es nämlich nach 4 Wochen das erste Mal nicht an eine Küste, sondern ins Hochland.

Im BarrBra gibt es dann ein hausgemachtes Eis in einer Hängematte und Schaukel mit Blick aufs Meer, das ist doch mal ein ordentlicher Nachtisch! Anschließend genießen wir den Abend noch etwas in den Hängematten, bevor wir platt ins Bett fallen.

Der nächste Morgen beginnt wieder mit dem leckeren Frühstück, Marcus verputzt wieder ein Omelette und ich entscheide mich heute für French Toast mit Maracuja. Danach nutzen wir noch die hauseigenen Kayaks und erkunden die Saigon-Bucht vom Wasser aus. Nach einer Dreiviertelstunde sind wir auch schon wieder zurück und packen unsere restlichen Sachen. Nachdem wir unsere offene Rechnung beglichen haben, geht es dann auch schon wieder zum Bootsanleger, wo wir eine halbe Stunde auf das nächste Boot warten und wieder nach Almirante auf dem Festland schippern.

Hinterlasse einen Kommentar