San Juan del Sur und die Reise nach Costa Rica

Nachdem wir die Fähre aufs Festland genommen haben, verabschieden wir uns von Emma und James, die nach Managua weiterfahren und von dort morgen auf die Corn Islands fliegen. Wir dagegen fahren mit dem Taxi zum Busbahnhof in Rivas und nehmen den Bus nach San Juan del Sur an der Pazifikküste. Mittlerweile klappt das mit den Taxifahrern auch besser und wir lassen uns nicht mehr über den Tisch ziehen. Leider haben wir wohl den falschen Bus erwischt (es gibt wohl zwei Routen nach San Juan), weshalb wir fast 2 Stunden fahren statt der ursprünglich geplanten 45min. Dann kommt eine Baustelle, durch die der Bus nicht durchkommt. Da haben wir dann Pech gehabt, wir müssen aussteigen und den Rest bis zu unserem Hostel laufen. Das sind immerhin 38min, und das mit den schweren Rucksäcken. Völlig platt kommen wir dann aber doch noch im Buena Onda an und freuen uns wahnsinnig über unser schönes und großes Doppelzimmer, sogar mit Handtüchern die gut riechen! Nachdem wir uns alles haben zeigen lassen, entspannen wir kurz und schauen uns den Sonnenuntergang von der Terrasse aus an, bevor wir die Stadt fürs Abendessen ansteuern.

Hier ist es ganz schön teuer, aber nach dem heutigen Tag gönnen wir uns einfach den vegetarischen Burger im Dale Pues mit Blauschimmelkäse und extra Avocado für 8€. Während wir die leckeren Burger und dazu Bier genießen, grübeln wir etwas über unserer Reiseroute für das nächste Jahr.

Langsam wird es Zeit, uns um den Camper in Neuseeland Gedanken zu machen (ist eigentlich noch viel zu weit weg, aber das kommt ja wie immer schneller als man denkt). Als wir nach den Preisen schauen, zieht es uns allerdings fast die FlipFlops aus, gegenüber unserem Anlauf in 2020 haben sich die Preise mehr als verdoppelt. Da müssen wir mal überlegen, wie wir das dann organisieren. Aber immerhin haben wir jetzt schonmal einen groben Plan, was wir in Panama machen, wie wir von Panama nach Kolumbien und von dort nach Neuseeland kommen. Unsere weiteren Reisepläne nehmen also Form an. Während wir fleißig sind regnet es leider immer wieder und wir nutzen eine Regenpause, um schnell zurück zum Buena Onda zu flitzen. Dort springe ich auch direkt unter die Dusche und ins Bett, ich bin wahnsinnig müde heute.

Am nächsten Morgen werden wir im Hostel mit einem traumhaften Frühstück verwöhnt. Da freuen wir uns doch schon auf morgen! Und das natürlich wieder mit dem tollen Blick über San Juan. Nach dem Frühstück entspannen wir noch etwas, suchen unsere Wäsche zusammen und machen uns auf den Weg in die Stadt. Unterwegs geben wir unsere Schmutzwäsche ab, die aber heute wahrscheinlich nicht fertig wird, weil es in der Stadt einen Rohrbruch gab und es heute kein Wasser gibt. Anschließend laufen wir einmal quer durch die Stadt und auf einen Berg zur Jesusstatue. Von dort aus hat man einen tollen Blick über die Bucht und die, die weiter nördlich liegen.

Leider ist es ziemlich bewölkt und wir warten sogar in der kleinen Kapelle einen Regenschauer ab, trotzdem ist die Aussicht toll. Als es wieder trocken ist geht es zurück nach San Juan und dort ins Art Warehouse, wo wir im Café neben Kaffee und Eistee ein Stück Kuchen und einen Smoothie mit Kakao, Avocado und allerhand anderen Leckereien verputzen. Dort stellen wir leider fest, dass unsere erste Unterkunft in Costa Rica ziemlich außerhalb ist und ohne Auto keinen Sinn macht. Zum Glück haben wir hier eine kostenlose Stornierungsoption, die wir dann auch nutzen. Also heißt es nach Alternativen schauen. Nachdem wir uns einen Überblick verschafft haben, laufen wir weiter zum Pachamama Hostel, wo wir uns für das heutige Beerpong-Turnier anmelden und drei Runden Billard spielen, von denen ich zwei gewinne 😳. Hoffentlich ist das eine Glückssträhne die bis zum Beerpong heute Abend hält! Danach gehen wir zum Sonnenuntergang schauen in die Iguana Bar am Strand, von der man einen herrlichen Blick aufs Meer hat. Und so ein Zufall, dass gerade Happy Hour ist und das Bier im Angebot, da muss man ja dann quasi eins nehmen.

Pünktlich zum Sonnenuntergang verziehen sich auch die Wolken und wir sehen einen traumhaften Abendhimmel ☺️. Währenddessen telefonieren wir sogar noch mit Freunden aus der Heimat. Kurz darauf kommt Manuel, unser Surflehrer für morgen, vorbei und wir besprechen unseren morgigen Kurs. Bisher waren wir beide keine allzu großen Fans des Wellenreitens, haben aber beschlossen dem hier noch eine Chance zu geben. Als alles geklärt ist, holen wir schnell unsere Wäsche, die doch schon fertig (und günstig!) ist, bringen sie ins Hostel und laufen direkt wieder los. Wir folgen dem Tipp der Tochter einer meiner Kolleginnen und essen in einer lokalen Comedor, wo man 4 Speisen aus einem Buffet wählen kann, für ca. 2,70€ pro Teller. Das schmeckt super lecker und wir haben einen so großen Hunger, dass wir uns sogar noch einen zusätzlichen Teller teilen 😀.

Dann geht es ins Hostel Pachamama zum Beerpong-Turnier. Eigentlich soll das Ganze um 8 starten, bis es losgeht ist es dann aber locker viertel nach 9 😀. Wie es halt hier alles so ist. Insgesamt gehen 32 Teams an den Start und das erste Spiel gewinnen wir sogar. Das zweite ist gegen zwei Jungs aus Stuttgart, die aber leider mehr Glück haben als wir. Super knapp, aber was solls. Dann gehen wir auch nach Hause, es ist schon halb 11 und wir müssen ja morgen noch surfen können 😀. Heute freuen wir uns auch wieder auf die Dusche und fallen danach müde ins Bett.

Die Nacht verläuft leider etwas anders als geplant, scheinbar habe ich gestern etwas nicht vertragen und verbringe daher leider ein paar Stunden im Bad. Auch am nächsten Morgen wird das leider nicht besser, weshalb wir dann auch unseren Surfkurs absagen. Wir verbringen den Tag dann erstmal im Bett, auch Marcus fühlt sich nicht zu 100% fit. Gegen Nachmittag wird es aber zum Glück besser und ich kann gegen 4 sogar das Frühstück essen. Jetzt heißt es mit Vollgas gesund werden, damit wir auch morgen nach Costa Rica fahren können! Bis dahin müssen wir uns noch eine Busverbindung raussuchen, das Hostel in La Fortuna buchen, Flugtickets für die Einreise organisieren und natürlich packen. Das klappt aber alles gut und nachdem alles erledigt ist, liegen wir um 8 im Bett und schauen das Bergretter-Special 😀. Danach wird auch direkt geschlafen, wir sind total kaputt. Immerhin ein sehr günstiger Reisetag und wir hatten unseren Krankentag wenigstens in einem ruhigen und schönen Doppelzimmer.

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um 06:30 Uhr. Wir sind sogar halbwegs ausgeschlafen und fühlen uns zum Glück deutlich fitter als gestern. Um 7 sitzen wir beim Frühstück und genießen noch einmal die tolle Aussicht auf San Juan. Danach wird schnell der Rest gepackt und wir machen uns auf den Weg zum Bus. Tatsächlich haben wir Glück und bekommen noch den um 8, das hat doch schonmal prima geklappt. Wir haben uns dazu entschieden, den Grenzübergang mit den öffentlichen Bussen anzugehen. Das dauert zwar lang, ist aber deutlich günstiger als per Shuttle. Wird sich noch zeigen, ob wir das bereuen 😀. Wir steigen nach ca. 45 Minuten Fahrt in La Virgen an der Kreuzung aus, kurz darauf kommt schon der nächste Bus nach Peñas Blancas, in den wir einsteigen. Der ist leider ziemlich voll, sodass wir stehen müssen. Zum Glück sind wir nach einer halben Stunde schon an der Grenze. Dort steigen wir aus und steigen dann doch in den nächsten Ticabus (ein größeres Busunternehmen, das etwas teurer ist als die Chickenbusse, aber auch komfortabler). Für 10$ pro Person kommen wir so nach Cañas, was uns immerhin einen Umstieg erspart und auch nur unwesentlich teurer ist. Erst einmal fahren wir aber nur ein paar Meter bis zur eigentlichen Grenzkontrolle, wo alle mit Gepäck wieder aussteigen. Dort zahlen wir 1$,um das Gebäude betreten zu dürfen. Nach ewig langer Wartezeit sind wir am Schalter, bekommen dann Ausreisestempel für 3$, lassen unser Gepäck noch einmal durchleuchten und steigen wieder in den Bus. Dann fahren wir wieder ein paar Meter und der Spaß für die Einreise in Costa Rica wiederholt sich. Mittlerweile ist es nach 12, wir sind also schon gut 4 Stunden unterwegs und haben bisher 43km geschafft. Das scheint noch ein langer Tag zu werden 😀.

Das ganze Prozedere in Costa Rica geht dafür deutlich schneller. Fix haben wir unsere Stempel im Pass und haben dafür nicht einmal etwas gezahlt. Jetzt geht es im klimatisierten Bus mit WLAN (wenn das kein Luxus ist) weiter nach Cañas. Um 3 Uhr kommen wir dort an und haben noch zwei Busfahrten vor uns, erst nach Tilarán und dann endlich nach La Fortuna. Die erste nach Tilarán geht zum Glück schnell, dabei lernen wir auch noch 3 weitere Deutsche und einen Südtiroler kennen. Leider haben wir alle leider verpeilt, dass der letzte Bus von Tilarán um halb 4 geht, was natürlich jetzt schon rum ist. Wir teilen uns also zu sechst ein Taxi nach La Fortuna. Teurer als der Bus, aber immerhin kommen wir heute noch an. Der Taxifahrer sucht vergebens sein Gaspedal. Als wir dann um viertel nach 6 endlich ankommen sind wir nur noch froh, nach 10,5 Stunden doch angekommen zu sein.

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