Isla de Ometepe

Nach 1,5 Stunden Busfahrt kommen wir in Rivas an, wo wir uns zu fünft mit zwei Anderen aus Köln ein Taxi nach San Jorge nehmen. Das bringt uns zur Fähre, mit der wir dann eine Stunde über den See auf die Insel Ometepe schippern. Auf der wird tatsächlich Fußball übertragen, super witzig 😀. Ometepe heißt übersetzt „zwei Berge“, was ziemlich naheliegend ist, da die Insel eigentlich nur aus zwei Vulkanen nebeneinander besteht, also wie eine 8 geformt ist. Auf der Insel haben wir ein Shuttle nach Santa Cruz gebucht, wo wir die nächsten 5 Nächte bleiben werden. Nach einer Stunde sind wir bei unserer nächsten Unterkunft, dem Huellas. Die Unterkunft ist super witzig und auch ein bisschen schräg, unser Bett ist noch nicht gemacht, aber alle sind nett und dann warten wir halt noch 10 Minuten. Außerdem haben wir einen traumhaften Blick auf den Vulkan Concepción und hören sogar Brüllaffen. Wir quatschen dann noch eine Weile mit den Inhabern und bekommen alles gezeigt.

Im Anschluss treffen wir uns wieder mit Nina zum Pizza essen direkt nebenan. Die schmeckt super lecker, satt und zufrieden geht es dann noch ins El Zopilote, wo Nina wohnt, zur Feuershow. Das ist ziemlich cool! Dann geht es wieder zurück ins Huellas, wo wir noch kurz mit den Gastgebern und den anderen Gästen quatschen und dann nach einer Dusche ins Bett fallen.

Die heutige Nacht ist leider ziemlich anstrengend, vor unserem Fenster wird leider bis ca. 4 Uhr gequatscht und geraucht, weshalb wir nicht so unbedingt viel schlafen. Um 20 nach 7 klingelt dann auch schon der Wecker. Wir treffen uns mit Nina und gehen im Zopilote frühstücken, das ist sehr lecker, mitten in der Natur und außerdem mit toller Aussicht.

Danach besorgen wir uns Roller, mit denen man sich die Insel am besten anschauen kann. Wir machen uns damit auf den Weg nach Mérida, um uns mit Alina und Dennis von gestern zu treffen, mit denen wir die Wanderung zum San Ramón Wasserfall machen wollen. Leider verpassen wir uns irgendwie, weshalb wir dann doch nur zu Dritt losmarschieren. Mit dem Roller ist es auch recht abenteuerlich, „Straße“ wäre hier übertrieben, eigentlich ist es ein fester Schotterweg mit Schlaglöchern und Wassergräben. Und das bei meiner ersten Rollerfahrt 😀. Ich werde aber schnell immer sicherer und es macht auch zusehends mehr Spaß. Die Wanderung ist wahnsinnig anstrengend, es ist auch schon wieder ganz schön warm und dadurch ziemlich schweißtreibend. Weiter oben wird es zum Glück etwas kühler, da der Vulkan in den Wolken hängt. Der Wasserfall am höchsten Punkt der Wanderung ist super schön und idyllisch, da haben die Strapazen sich auf jeden Fall gelohnt. Kurz nachdem wir oben sind, kommen auch Alina und Dennis, dann haben wir uns doch irgendwie wieder gefunden, und zusammen geht es den Berg wieder runter.

Da wir alle Hunger haben halten wir am nächsten Comedor und essen erstmal. Es gibt für Marcus und mich Tacos mit Bohnen und Käse. Das schmeckt super lecker und tut nach der Wanderung sehr gut. Dann geht es zurück in Richtung Santa Cruz und das Rollerfahren macht mittlerweile auch richtig Spaß! Leider kommen wir kurz vor dem Ziel in ein Gewitter, weshalb wir unterwegs kurz anhalten und in einem Comedor einen Kaffee trinken. Dort beschließen wir dann auch, dass wir die Roller morgen auch ausleihen wollen, sodass wir uns heute auch das Tanken sparen. Wir fahren also direkt zurück nach Santa Cruz, verabschieden uns von Nina und gehen wieder in die Pizzeria von gestern, wo wir uns diesmal eine Pizza mit Champignons, Zwiebeln, Knoblauch und Brokkoli teilen.

Die ist sogar noch besser als gestern! Dann geht es zurück ins Huellas, wo wir schnell unter die Dusche springen und uns direkt ins Bett legen. Nach der kurzen Nacht brauchen wir heute auf jeden Fall eine große Mütze Schlaf.

Am nächsten Morgen wachen wir zum Glück ausgeschlafen auf. Wir treffen uns direkt mit Nina an den Rollern und fahren in Richtung Moyogalpa. Unterwegs halten wir an der Rancho Morgan und genießen unser Frühstück direkt am See, es gibt leckere Omelettes mit Knoblauchbrot für Marcus und mich, dazu Kaffee und für mich einen Maracujasmoothie. Das ist zwar etwas teurer als normal, aber dafür auch reichlich und super lecker.

Nach der Pause geht es ein kleines Stück zurück, zum Charco Verde. Das ist ein kleiner Park mit vielen Schmetterlingen und ein paar Wegen zum spazieren. Wir sehen ein paar hübsche Exemplare und probieren die Wege aus, leider hat durch den vielen Regen auch die Lagune dort viel mehr Wasser als sonst, sodass die Wege immer wieder überschwemmt sind und wir die Rundwege gar nicht gehen können. Alles in allem ein nicht ganz lohnenswerter Stopp, aber wir treffen James und Emma zufällig wieder. So klein ist die Backpacker-Welt hier.

Danach geht es dann nach Moyogalpa, der größten „Stadt“ auf der Insel. Unterwegs fängt es mal wieder an zu regnen, weshalb wir eine ungeplante Pause einlegen. Als wir dann endlich in Moyogalpa ankommen, halten wir am Palí, dem einzigen Supermarkt hier, und besorgen mal wieder ein paar Nüsse und Oreos. Anschließend fahren wir die Straße weiter, weil wir den Teil der Insel heute wirklich umrunden wollen. Kurz nach Moyogalpa endet leider die Pflasterung und es wird ganz schön steinig. Das schafft unser Roller, den Marcus heute fährt, aber auch ohne Probleme und wir fahren direkt zum Ojo de Agua. Das ist ebenfalls ein Naturpark mit einem Schwimmbecken, das mit Wasser vom Vulkan gefüllt wird und super schön im Wald liegt. Leider haben wir noch 1,5 Stunden, bis der Park schließt, aber die 5$ Eintritt sind trotzdem gut angelegt. Dort treffen wir auch Alina und Dennis aus Köln wieder, die hier ebenfalls entspannen. Das Wasser ist zwar verhältnismäßig kalt, aber es sieht wirklich toll aus und es ist ein Traum, hier zu baden. In den Bäumen über uns klettern die Brülaffen, das Wasser ist wahnsinnig klar und es gibt sogar eine Tarzanschaukel, mit der man sich ins Wasser schwingen kann. Zwischendurch gibt es noch ein Eis und einen Kaffee, bevor wir uns dann wieder auf den Weg zu unserer Unterkunft machen.

An der fahren wir allerdings vorbei in den Nachbarort, wo wir erst unseren Tank füllen und dann im Café Campestre lecker zu Abend essen. Heute gibt es Curry, das hatten wir ewig nicht und schmeckt total gut. Dann geht es aber auch wirklich zurück nach Santa Cruz, wo wir die Roller abgeben, aber direkt ausmachen, dass wir sie die nächsten zwei Tage auch noch nutzen, und dann im Huellas unter die Dusche und ins Bett springen.

Nach der nächsten erholsamen Nacht machen wir uns nach dem Ausschlafen auf den Weg zum El Pital. Das ist eine Schokoladenfabrik mit Hostel und einem veganen Café, das muss man uns natürlich nicht zweimal sagen. Nach 10min zu Fuß sind wir angekommen, das Café liegt direkt am See und ist total schön. Neben iced Coffee gibt es einen Avocado Bagel für Marcus und eine fruchtige Smoothiebowl für mich. Beides sehr lecker, obwohl es an das Essen in der Coco Calala in León nicht ganz herankommt. Die Aussicht und die Atmosphäre sind aber natürlich ein Traum. Danach laufen wir zurück zum Huellas, packen unsere Sachen und machen uns wieder auf den Weg zum Ojo de Agua, wo wir heute etwas mehr Zeit verbringen wollen. Da heute im Huellas eine Party ist, wechseln wir für die Nacht die Unterkunft. Wir schlafen im Haus des Managers, deshalb halten wir kurz dort und lassen unsere Schlafsachen da. Dann geht es zum Ojo, wo wir ins Wasser springen und danach ein Bier (Marcus) und eine Kokosnuss (🦉) trinken.

Kurz darauf kommen auch Emma und James, mit denen wir eine Runde plaudern. Während ich telefoniere, gehen die anderen drei ins Wasser und quatschen. Danach beschließen wir, einen der beiden Wanderwege auf dem Gelände auszuprobieren. Wir laufen durch einige Bananenplantagen und haben einen tollen Blick auf den Vulkan Concepción. Leider werden wir kurz vor dem Ende der Runde vom Regen überrascht. Blöd, dass ich heute morgen die Regenjacken ausgepackt habe (wieso auch immer). Immerhin gibt es Bananenpflanzen zum unterstellen 😀. Daher geht es dann leider etwas nasser als geplant wieder zurück zum Wasser. Da wir jetzt sowieso nass sind, springen wir auch dort direkt nochmal rein. Dann ist es auch fast schon wieder fünf und wir machen uns, kurz bevor der Park schließt, auf den Weg nach Santa Cruz.

Wir holen unterwegs unsere Schlüssel für heute Nacht, holen Nina am Zopilote ab und fahren wieder zum Café Campestre, was uns gestern überzeugt hat. Dort gibt es Curry für Emma und James, Shakshuka für Nina, einen Jackfruit-Burger für Marcus und einen Veggie-Burrito für mich. Wir sind alle super zufrieden mit unserer Wahl, zum Nachtisch gönnen wir uns noch einen riesigen Schoko-Bananen-Crepes, der teurer ist als mein Essen aber auch wahnsinnig lecker. Nach dem Essen verabschieden wir uns und fahren zu unserem Häuschen für heute Nacht. Nachdem die Hunde gefüttert sind, schauen wir wir noch eine Folge der heute show, bevor ich auch direkt einschlafe.

Am nächsten Morgen treffen wir uns mit Nina zum Frühstück. Wir entscheiden uns für das Las Cocos, wo Nina einen Obstsalat mit Müsli und Joghurt verputzt und Marcus und ich ein Omelette mit Vollkorntoast. Das Wetter ist heute leider nicht so gut, daher sitzen wir länger beim Frühstück und überlegen uns, was wir heute noch schönes machen. Eigentlich wollten wir in ein Hotel fahren und es uns dort am Pool gemütlich machen, dafür ist es aber irgendwie zu kalt und zu windig.

Wir entscheiden uns dafür, erstmal unsere Sachen zurück zum Huellas zu bringen und dann bei Nina im Zopilote zu entspannen. Dort geht es zuerst zum Mirador, wo wir aber wegen der vielen Wolken heute auch nicht allzuviel sehen. Anschließend gibt es einen Kaffee und Saft im Café vor Ort. Marcus verzieht sich danach zum Lesen in eine Hängematte und ich schaue eine Serie weiter. Als wir Hunger bekommen düsen wir noch einmal ins El Pital. Dort teilen wir uns einen Cheesecake und ein hausgemachtes Snickers. Beides wahnsinnig lecker, aber das Snickers ist wirklich himmlisch. Die Schokolade ist ein Traum und mit Erdnussbutter wirklich unschlagbar. Nachdem wir fertig gegessen haben, treffen wir noch Wes aus Boston, den wir aus dem Hostel in Granada kennen. Ich quatsche kurz mit ihm und gebe ihm Tipps für die Insel, bevor wir uns auf den Weg zu Emma und James machen.

Nachdem die abenteuerliche Strecke wieder einmal überstanden ist, kommen wir im La Omaja an, wo wir einen herrlichen Blick auf den See haben. Hier kann man einen großartigen Sonnenuntergang erleben, bei den vielen Wolken sehen wir aber leider nicht wirklich viel. Nach ein paar Minuten stößt auch Wes zu uns und wir haben einen netten Abend zu sechst. Wirklich witzig, wie schnell bunt gemischte Kombinationen an Menschen entstehen (2x Irland, 1x Schweiz, 1xUSA und wir beide). Marcus und ich bestellen uns vegetarische Quesadillas, die auch wirklich gut sind. Nach dem Essen geht es dann wieder zurück, wir geben ein letztes Mal unsere Roller ab (das hat wirklich wahnsinnig viel Spaß gemacht und war sicher nicht das letzte Mal) und packen mal wieder unsere Rucksäcke.

Am nächsten Morgen stehen wir um 10 nach 7 auf und packen unsere restlichen Sachen. Um 8 treffen wir uns mit Nina an der Straße und laufen zur Kreuzung, wo wir später den Bus nach Moyogalpa nehmen wollen. Unterwegs fängt es wieder kurz an zu schütten, wir können uns aber zum Glück unterstellen und nach fünf Minuten ist der Spuk vorbei. Ein paar Meter vor der Kreuzung stoppen wir beim Comedor Maria und frühstücken. Marcus und ich probieren mal Porridge mit Früchten, heute mal was ohne Eier 😀. Das ist super lecker und kostet mit Kaffee und Saft insgesamt gerade mal 7€ für uns beide, das günstigste Frühstück seit langem. Um 09:40 steigen wir in den Chicken Bus nach Moyogalpa, der uns zur Fähre bringt. Mit der geht es dann wieder aufs Festland und in Richtung unseres letzten Stopps in Nicaragua.

Ometepe ist wirklich ein verrücktes Fleckchen Erde. Die Insel hat irgendwie eine ganz eigene Stimmung und ist wesentlich entspannter als das Festland. Alles geht etwas gemächlicher zu und irgendwie ist keiner gestresst und alle total nett. Auch wenn es ein bisschen schade war, dass der Pegel des Sees so hoch und daher alle Strände überschwemmt sind, war es eine super entspannte und abenteuerliche Zeit hier auf der Insel.

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