Lombardei Part I – Stazzona

Um 10 Uhr sitzen wir im Auto und fahren zu unserer heutigen Aktivität – einer Therme! Da heute wirklich schlechtes Wetter gemeldet ist, wahrscheinlich die beste Idee. Nach einer guten Stunde Fahrt kommen wir im ACQUAin in Andolo an und sind überrascht, wie wenig los ist. Außer uns sind nur wenige Leute im Saunabereich, so können wir uns (fast allein) wirklich entspannen. Um 15:30 nimmt Marcus noch einen Aufguss mit, dann geht es weiter. Perfektes Timing, da es inzwischen auch etwas voller geworden ist. Wir fahren noch eine Stunde weiter zur „La Casa Di Marzapane“, wo wir eine kleine Kaffeepause einlegen.

Von dort fahren wir noch etwa 1,5 Stunden bis zu unserem Airbnb in Stazzona, wo wir für drei Nächte sein werden. Langsam haben wir allerdings auch Hunger und finden nur 4 Minuten entfernt ein Sushi – Restaurant! Da müssen wir natürlich hin und es gibt sogar noch ein freies Plätzchen für uns. Das Sushi ist köstlich und noch viel besser als wir gedacht hätten. 😍 Ein perfekter Abschluss für einen sehr schönen und entspannten Tag.

Am nächsten Morgen schlafen wir aus und frühstücken erst einmal entspannt. Die Sonne scheint sogar, und die Wettervorhersage hat sich gegenüber der von gestern Abend etwas verbessert, also beschließen wir, eine größere Wanderung zu riskieren. Wir fahren los zum Refugio Cristina. Schon der Weg dorthin ist etwas abenteuerlich, weil die Straße auf einmal endet und in eine Schotterpiste übergeht. Zum Glück kommen wir trotzdem gut an, parken das Auto und schlüpfen in die Wanderschuhe. Von dort geht es erst einmal ein Stück einen Forstweg hinauf. Nach ein paar Kehren haben wir einen wunderschönen Blick auf den Lago Belviso, der seinem Namen alle Ehre macht!

Weiter geht es, erst über den Forstweg und dann über einen schönen Wanderweg, nach oben. Durch den vielen Regen gestern rauscht es überall und wir sehen rund herum immer wieder Wasserfälle. Nach ca. 2 Stunden wird es wunderschön, wir laufen durch eine tolle grüne Landschaft, die mit Worten nur schwer zu beschreiben ist. Mitten in diesem wunderschönen Fleckchen befindet sich der Lago Nero, der die mystische Stimmung heute komplettiert. Daneben befinden sich noch der Rest eines alten Lifts, einer Schneekanone und eine verlassene Alm. Echt cool, aber irgendwie auch ein bisschen gruselig, vor allem, da wir heute noch keine Menschenseele getroffen haben. 20 Wanderminuten entfernt befindet sich der (auch superschöne) Lago Verde, wo wir eine kleine Pause einlegen.

Gestärkt geht es anschließend wieder zurück, vorbei am Lago Nero, zum Lago Lavazza. Bis dahin sind es noch ca. 2km und unterwegs sehen wir sogar Murmeltiere, die vor uns über den Weg flitzen. Am letzten See für heute angekommen genießen wir dort den Ausblick und ziehen unsere Regenjacken über, da es jetzt doch (wie angekündigt) etwas regnet. Wir gehen auf dem gleichen Weg wieder zum Auto zurück, sehen noch einmal die Murmeltiere, können nicht glauben wie schön das aussieht und treffen beim Abstieg sogar einen Menschen.

Das Refugio Crisitina hat leider bei unserer Rückkehr schon geschlossen, so fahren wir zurück nach Villa de Tirano, wo wir uns Pizza und einen sehr leckeren Nachtisch gönnen. Ein herrlicher Tag und wir freuen uns schon auf Morgen, da für die nächsten Tage noch viel schöneres Wetter gemeldet ist :)!

Am nächsten Morgen strahlt die Sonne tatsächlich, als hätte sie noch nie eine Wolke gesehen. Wir trödeln etwas in den Tag hinein, frühstücken in Ruhe und überlegen, welche Wanderung wir heute in Angriff nehmen wollen. Wir entscheiden uns nach etwas hin und her schlussendlich dafür, in die Schweiz zu fahren. Die ist hier direkt um die Ecke, nach insgesamt 40min Fahrt steht unser Auto in Sfazù auf dem Parkplatz und los geht es! Erstmal führt uns der Weg ein ganzes Stück auf einem Forstweg nach oben, dann wechseln wir auf einen Wanderweg und kommen nach ca. 1,5 Stunden am Lagh da Saoseo an. Der ist wirklich traumhaft schön! Durch die Sonne wirkt das natürlich auch noch einmal ganz anders als gestern.

Nach ein paar Atemzügen und Fotos geht es weiter zum Lagh de Val Viola. Dazu müssen erst noch ein paar Höhenmeter zurückgelegt werden, bevor wir den See schon im nächsten Tal sehen können. Nach dem kurzen Abstieg umrunden wir den See einmal, bevor es wieder bergab geht. Auf halber Strecke gibt es im Refugio Saoseo noch einen leckeren Snack in der Sonne (herrlich), bevor wir uns dann wieder gestärkt auf den restlichen Weg zum Auto machen. Auch auf diesem Teil des Weges warten immer wieder tolle Szenerien auf uns, mal wieder eine Wanderung, die sich sehr gelohnt hat!

Wieder im Auto, machen wir uns auf den Weg in Richtung Italien. Unterwegs halten wir noch einmal kurz in Brusio, wo es das weltweit einzige Kreisviadukt gibt. Das sieht aber nicht ganz so spektakulär aus wie erhofft, so fahren wir nach einer kurzen Pause weiter. Den nächsten Stopp legen wir in Tirano ein, wo wir etwas zu Abend essen wollen. Wir entscheiden uns für das Merizzi, wo wir uns eine leckere Auberginencreme zur Vorspeise teilen und als Hauptgang Pizzoccheri nehmen. Die regionale Spezialität aus Buchweizennudeln mit Kartoffeln, Wirsing und Käse schmeckt uns hervorragend! Zum Nachtisch teilen wir uns noch karamellisierten Apfel mit einer Karamellcreme, Zimt und Vanilleeis, das uns genauso gut schmeckt wie die Nudeln vorher. Wieder ein gelungener Abschluss eines tollen Tages. Jetzt noch schnell unter die Dusche und ins Bett, morgen geht es für uns schon wieder weiter in unser (leider) vorletztes Domizil.

Wir genießen unser letztes Frühstück in Stazzona und packen (mal wieder) das Auto und brechen auf zu unserer heutigen Wanderung. Wir fahren zunächst eine Dreiviertelstunde in Richtung Comer See, dann biegen wir nach rechts ab ins Val Masino. In San Martino stellen wir das Auto ab und laufen ins Val di Mello. Ein wunderschönes, malerisches Tal, welches rechts und links von Bergen umgeben ist. Mittendurch fließt ein kleiner Bach, an dessen Seite man das gesamte Tal durchqueren kann. Das machen wir dann auch, an unzähligen Wasserfällen, Brücken, Bäumen, Bergen und kleinen Häuschen vorbei.

Auf der anderen Seite des Tals geht es im Wald einen Berg hinauf, nach einem kurzen, aber ziemlich knackigen Anstieg kommen wir an einem Aussichtspunkt an, von dem man einen atemberaubenden Blick in das Tal hat. Das hat sich gelohnt! Nach einer kurzen Pause, einer kleinen Stärkung und vielen tollen Fotos geht es zurück ins Tal.

Nach einem leckeren Stück Kuchen, Bier (für Marcus) und Kaffee (für mich) geht es auf der anderen Seite des Baches wieder zurück in Richtung Auto. Auch hier haben wir noch einmal tolle Aussichten und genießen die Ruhe (die Wandersaison ist auch hier schon ziemlich gelaufen, weshalb wieder nur wenige Menschen unterwegs sind).

Um halb 6 erreichen wir unser Gefährt und brechen auf in Richtung San Cassiano.

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