Die Palaronda

Der Weg nach San Martino ist super schön, wir fahren über den Passo Valparola, wo wir bereits gestern wandern waren. Heute ist das Wetter noch etwas besser und allein der Blick aus dem Auto ist traumhaft. Knapp 3 Stunden und gefühlte 1.000 Kurven später kommen wir in San Martino di Castrozza an. Ich hole unsere Unterlagen in der Touristinformation ab und dann geht es zur Seilbahnstation, wo wir das Auto abstellen. Dort packen wir die restlichen Sachen ein, als wir gerade fertig sind fängt es natürlich an zu regnen. Also wird alles regenfest gemacht und los geht es. 5min nachdem wir los gelaufen sind, hört es wieder auf, also wieder die Regenjacken aus und hoch geht es. Für heute stehen zwar nur 5,5km an, aber dafür mit 1.100 Höhenmetern, die man direkt vom Start aus spürt. Wir laufen bis zur Mittelstation der Seilbahn, wo wir einkehren und uns mit Cappucini, Kuchen und Pannacotta stärken.

Von dort geht es auf einem schönen Wanderweg weiter bergauf mit einem traumhaften Blick auf San Martino und die umliegenden Berge. Weiter oben wird es ziemlich neblig, was aber auch irgendwie schön ist. Kurz darauf erreichen wir auch schon die Rosetta Hütte, wo wir die Nacht verbringen. Wir bekommen sogar alleine ein 3-Bett Zimmer, was ein Luxus! Nachdem wir uns kurz frisch gemacht haben, gibt es ein leckeres Bier während wir auf das Essen warten. Das gibt es um 18:30 (also for Bestellung, bis wir fertig gegessen haben ist es fast 8). Wir entscheiden uns beide für eine Gerstensuppe als Vorspeise, gefolgt von Tomate-Mozzarella, was beides sehr lecker ist und uns auch gut sättigt. Zum Nachtisch gibt es eine leckere Panna Cotta mit etwas Frucht.

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um 05:45 (und das im Urlaub!), weil wir uns von der Rosettaspitze aus den Sonnenaufgang anschauen wollen. Um 10 vor 6 stehen wir auf, ziehen uns an und los geht es. Wir laufen zur Rosettaspitze, die wir in ungefähr 30min erreichen. Immerhin auch fast 200 Höhenmeter! Schon auf dem Weg dorthin haben wir traumhafte Ausblicke zurück auf die Hütte und auf den Sonnenaufgang, der sich am Horizont bereits abzeichnet. Am Gipfel angekommen genießen wir den Blick und freuen uns, dass die Wolken von gestern Abend komplett verschwunden sind.

Um viertel nach 7 sind wir wieder in der Rosettahütte und stärken uns erstmal mit dem Frühstück. Danach packen wir unsere Sachen und verlassen die Hütte gegen 08:30 Uhr in Richtung Pradadali-Hütte. Unterwegs statten wir dem Fradusta-Gletscher auf 2.943m einen Besuch ab. (okay, ganz unterwegs auch nicht, sind ungefähr 4 Stunden Umweg mit einigen Höhenmetern). Von dort hat man aber einen wahnsinnig tollen Ausblick auf den Gletscher. Leider liegt die eine Seite des Berges im Nebel, weshalb man nicht viel sieht. Der Abstieg ist dann ziemlich anstrengend, weil es viele sehr steinige und steile Passagen gibt.

Um 15 Uhr kommen wir dann endlich an der Pradidali Hütte an und stärken uns erstmal mit einer hervorragenden Käseplatte. Heute sind wir leider mit 4 anderen Wanderern in einem Zimmer und hoffen, dass die nicht ganz so viel schnarchen. Nach der Stärkung bereiten wir uns für die Nacht vor und machen uns gönnen uns eine Dusche für 6€, die allerdings kalt ist (hat sich also nicht so gelohnt). Trotzdem fühlen wir uns nach der Dusche wieder deutlich besser. Wir legen uns noch etwas ins Bett und hören Hörbuch, bis es Abendessen gibt. Heute haben wir uns für eine Gemüsesuppe als Vorspeise, Gulasch als Hauptspeise (leider gab es nichts vegetarisches) und Obstsalat als Nachtisch entschieden, was alles wieder sehr lecker ist. Danach macken wir noch schnell ein Katzenpuzzle, bevor es für uns (um kurz nach 9) ins Bett geht, heute sind wir wirklich platt.

Am Dienstagmorgen gibt es um 7 Frühstück, wegen der Lage zwischen den Bergen gibt es heute leider keinen Sonnenaufgang zu sehen. Außerdem sind wir ziemlich müde, wir hatten leider eine Schnarchnase im Zimmer und die Betten haben auch ziemlich geknarzt, aber was solls. Das gehört zu einer Hüttenwanderung ja auch irgendwie dazu. Nach der Stärkung packen wir unsere Sachen und machen uns auf den Weg, heute stehen zunächst 960 Höhenmeter nach unten an, bevor es nochmal ca. 350 Höhenmeter nach oben zur Canali Hütte „Treviso“ geht. Verglichen mit der gestrigen Wanderung ist diese ziemlich entspannt und nach knapp 4 Stunden sind wir als erste an der Hütte. Die ist sehr schön und wir haben das Glück, wieder zu zweit ein Zimmer zu bekommen. Die Hütte ist älter als die letzten und unser Schlafzimmer ist komplett aus Holz, sehr urig 😊

Das Wetter ist mal wieder traumhaft und wir können Bier und etwas zu Essen auf der Sonnenterrasse genießen. Den Nachmittag vertreiben wir uns dann mit vielen Seiten in unseren Büchern, Sonne, Kaffee und Kuchen. Nach den letzten langen Tagen tut das soo gut!

Abends gibt es dann sogar etwas Vegetarisches, nach einer leckeren Gemüsesuppe mit Gerste haben sie für uns einen Quinoabratling mit Gemüse gezaubert, dazu gibt es gebratenen Kohl und Tomaten, das beste Essen was es bisher auf den Hütten für uns gab. Den Abend beschließen wir mit einer Stunde Mensch ärgere dich nicht, die Marcus natürlich wieder gewinnt. Anschließend fallen wir platt ins Bett und schlafen zum Glück besser als die letzten Nächte.

Auch das Frühstück am nächsten Morgen ist besser als an den letzten Tagen, zusätzlich zu Marmelade und Honig gibt es jetzt auch ein Ei, etwas Schmelzkäse und Erdnussbutter. Zum Glück, heute kommt nämlich die anstrengendste Etappe, für die wir ein bisschen Zusatzenergie sehr gut gebrauchen können. Wir packen ein letztes Mal unsere Sachen zusammen und verlassen die Canalihütte zu unserem Startpunkt, der Rosettahütte und der in der Nähe liegenden Bergstation. Es geht auch direkt nach oben und das nicht zu knapp. Nach gut 2 Stunden Aufstieg haben wir schon einiges an Höhenmetern geschafft.

Nach einer kurzen Stärkung geht es weiter, noch ca. 300 Höhenmetern nach oben, bevor es eher wellig weitergeht. Das macht allerdings auch die letzten Kilometer ziemlich anstrengend, weil es ein ständiges auf und ab ist. Um halb 1 kommen wir an der Rosettahütte an, wo wir uns eine leckere Käseplatte und Bier zur Stärkung gönnen. Von dort geht es noch einmal 20 Minuten bergauf zur Gondel, mit der wir in wenigen Minuten wieder im Tal und am Auto ankommen. Was ein schönes (und anstrengendes) Abenteuer! 😊

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