Nachdem der Wecker klingelt packen wir unser Auto, frühstücken noch einmal entspannt in der Sonne und brechen auf in Richtung Italien. Um die Vignette zu sparen fahren wir über die Bundesstraße über den Brenner und weiter nach Bruneck, wo wir die nächsten 6 Nächte im Garni Adlhof verbringen werden. Das liegt etwas außerhalb, deshalb packen wir nur schnell aus, plaudern etwas mit der Gastgeberin Agnes und düsen wieder los in das Stadtzentrum.
Anschließend spazieren wir durch das schöne Städtchen, welches uns sehr positiv überrascht. Die Fußgängerzone ist ziemlich groß und es gibt viele tolle Cafés und wunderschöne Häuser und Kirchen. Nach Eis und Cappucini steigen wir hoch zum Schloß, wo wir einen tollen Blick auf die Stadt und die Berge ringsherum haben. Nach weiterem Bummeln stärken wir uns mit einer riesigen Pizza und leckerem Bier, bevor es zurück zum Adlhof geht. Was ein schöner Tag und trotzdem sind wir ausgeruht für die nächste Wanderung morgen und freuen uns schon, die Berge hier zu erkunden.

Ein letztes sonniges Frühstück an unserem Schlaffass🌻 
Ein schöner Stadtspaziergang durch Bruneck 

Wenn man schonmal in Italien ist…
Am nächsten Morgen ist der Blick aus dem Fenster leider etwas enttäuschend, da es ziemlich bedeckt ist. Also geht es erstmal frühstücken. Bereits während des Frühstücks zeigt sich dann auch die Sonne, was ein Glück! Für heute haben wir uns eine entspannte Wanderung vorgenommen, mit dem Auto geht es zu einem Parkplatz am Würzjoch. Nach einer abenteuerlichen Autofahrt erwarten uns 15km und 650 Höhenmeter bei mittlerweile bestem Wanderwetter. Zunächst geht es mit traumhaftem Ausblick auf die Peitlerscharte.

Ein glücklicher Marcus – und da wusste er nichtmal dass noch ein Klettersteig kommt! 🪂
Oben angekommen entscheiden wir uns spontan, auch dem Gipfel des Peitlerkofels einen Besuch abzustatten. Das heißt noch einmal zusätzliche 500 Höhenmeter. Die ersten 400 geht es entspannt bergauf, die letzten 100 führen steil über einen Klettersteig bis zum Gipfelkreuz. Wir überlegen kurz, weil wir keine Sicherungen dabei haben, können uns diesen Spaß aber natürlich nicht entgehen lassen! Von oben haben wir einen unfassbaren Ausblick! Die Strapazen haben sich mehr als gelohnt.

Wie schön kann die Natur bitte sein? 
… Und einen Klettersteig zum mitnehmen bitte! 
… den Klettersteig gab’s auch noch mit Aussicht! 
Gipfelfoto!
Auch auf dem Weg hinunter wollen wir am liebsten alle 2 Meter einen Fotostopp einlegen und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wieder an der Scharte angekommen, geht es wieder auf den eigentlichen Weg, der ebenso schön weiter geht wie er vorher war. Nach weiteren 4km kommen wir an der Vaciara Hütte vorbei, wo wir glücklicherweise noch ein Stück Kuchen und etwas zu trinken bekommen, da es jetzt schon ganz schön spät ist. Die letzten 6km ziehen sich etwas, sind aber landschaftlich auch allererste Sahne. Nach insgesamt 8 Stunden, 1150 Höhenmetern, 20km und unzähligen tollen Fotos kommen wir überglücklich, platt und hungrig wieder am Auto an. Auf dem Heimweg halten wir an einem Restaurant und belohnen uns mit einer verdienten Stärkung. Und endlich auch mit Kaiserschmarrn, den wir vorher leider nirgends bekommen konnten. Danach geht es schnell heim, unter die Dusche und endlich völlig ausgelaugt ins Bett.

Der Abstieg 
Einer von vielen unglaublich schönen Ausblicken 
Wenn man nach 6 Stunden noch ein bisschen Energie übrig hat 😁 
Noch glücklicher nach einem leckeren Kuchen und mit Bier in der Hand 🍻 
Super Aussicht auf den Peitlerkofel 
Auch auf dem Rückweg wird es nicht weniger schön 
Noch ein letzter Blick auf den Peitlerkofel vom Würzjoch
Am nächsten Morgen fühlen wir uns erstaunlich fit! Die Beine sind zwar etwas schwer, das war es dann aber auch schon. Trotzdem wollen wir es heute etwas ruhiger angehen lassen und keine größere Wanderung unternehmen. Nach dem Frühstück geht es zunächst zu den Erdpyramiden im Nachbarort. Eine kleine Wanderung bauen wir natürlich auch noch ein! Ein kleiner Ausflug, der sich definitiv lohnt.

Auf dem Weg zu den Erdpyramiden 
Blick auf die Erdpyramiden 
Angekommen an den Erdpyramiden 
Die morgendlichen Wolken sind zum Glück nicht da, wo wir sind 😊
Anschließend kehren wir noch einmal kurz zurück in den Adlhof, weil wir leider beide kein Portemonnaie eingesteckt haben. Anschließend geht es weiter zum Toblacher See. Dort gibt es zunächst Cappuccini und Kaiserschmarrn (wir haben ja was aufzuholen), dann umrunden wir gestärkt den See. Ein paar Kilometer entfernt wollen wir eigentlich mit einem Alpine Coaster fahren, 23,50€ pro Person für die Auffahrt mit dem Sessellift und die Abfahrt mit dem Coaster sind uns aber einfach zu viel. Stattdessen fahren wir wieder ein Stück zurück an den Pragser Wildsee. Der ist eigentlich ganz schön, aber uns leider viel zu überlaufen, weshalb wir diesen Ausflug nicht wirklich genießen können. Auch diesen See umrunden wir, aber leider eher halbherzig und etwas enttäuscht.

Der Toblacher See 
Der Rundweg um den Toblacher See 
Das Bootshaus des Pragser Wildsees 🛶 
Der Pragser Wildsee 
Profifotograf in Action 😊 
Glasklares Wasser 🥽 
Ein letzter Blick auf den Pragser Wildsee mit Kapelle 😊
Zum Abendessen haben wir uns heute einen Mexikaner ausgesucht, zu dem geht es dann auch direkt. Nach leckeren Quesadillas gönnen wir uns Burritos, die genauso lecker sind. Zum Abschluss des langen Tages gibt es noch ein Nuss-Tartufo mit Schokokern, besser kann man den Tag quasi gar nicht abschließen. Die Bilanz des „entspannten“ Tages wäre aber dann doch irgendwie wieder 24.000 Schritte, das mit den ruhigen Aktivitäten müssen wir dann doch noch üben.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück, wo wir schon mit „ahh, die Langschläfer“ begrüßt werden, geht es direkt wieder los zu unserer wahrscheinlich bisher anspruchsvollsten Wanderung. Rund eine Stunde fahren wir zum Fischleintalboden, wo wir das Auto etwas unterhalb abstellen, weil der eigentliche Parkplatz bereits voll ist. Dann starten wir zur Zsigmondyhütte, wo es eine kleine Stärkungspause gibt.

Der Aufstieg zur Zsigmondyhütte 
Blick zurück auf die Zsigmondyhütte
Anschließend geht es weiter bergauf bis zur Büllelejochhütte, dem eigentlich höchsten Punkt unserer Wanderung (da sind wir bereits 1.100m hoch gekraxelt). Da die Hälfte unserer Reisegruppe aber Gipfel besonders toll findet, geht es noch einmal 150 Höhenmeter nach oben auf die Oberbachernspitze. Auf dem Weg dorthin laufen wir an vielen Schützengräben vorbei, die in den Berg gehauen oder mit Steinmauern errichtet wurden. In dieser Höhe total verrückt, allein bei der Vorstellung läuft es uns eiskalt den Rücken herunter.
Nach ein paar tollen Fotos und noch tolleren Eindrücken geht es wieder zurück zur Hütte, wo wir uns mit leckerem Kuchen und Getränken stärken. Anschließend geht es über das Büllelejoch zur Drei Zinnen Hütte, wo wir einen grandiosen Blick auf die eindrucksvolle Felsformation genießen können.

Endlich oben! 
Der traumhafte Ausblick von der Oberbachernspitze 
Und nochmal die Oberbachernspitze 
Auf geht’s zum Kuchen in der Büllelejochhütte 
Traumhafter Ausblick auf die Drei Zinnen Hütte ⛰️⛰️⛰️ 
Die drei Zinnen in der Abendsonne – endlich auf dem Rückweg
Anschließend geht es noch rund 1.000 Höhenmeter bergab, bis wir endlich platt, aber glücklich wieder am Auto ankommen. Nach insgesamt 1.290 Höhenmeter, 23,2km und gut 8,5 Stunden haben wir es geschafft! Auf dem Rückweg halten wir in einem Restaurant, wo es leckere Spinatspätzle mit Pfifferlingen für uns gibt. Danach freuen wir uns nur noch auf die Dusche und aufs Bett.
Am Freitag steht wieder ein wanderfreier Tag an, an dem wir uns von den gestrigen Strapazen erholen wollen. Nach dem Frühstück entspannen wir uns noch etwas, bevor wir unsere Unterkunft wieder verlassen und in Richtung Antholz aufbrechen. Dort stellen wir das Auto am Biathlonstadion ab und sehen, dass heute Italienmeisterschaften stattfinden. Wir schauen uns die U19-Mädels an, super spannend! Nach dem Rennen umrunden wir den Antholzer See, der auch wunderschön ist. Nach der Hälfte legen wir einen kleinen Stopp im Platzl am See ein, wo es zu Cappucini Pommes und Kaiserschmarrn mit einem schönen Blick auf den See gibt 😍

Fanfoto! 
Auch im Sommer spannend 😊 
Der Anfang des Antholzer Sees 
So schön! 
Kurzer (und sehr leckerer) Zwischenstopp 🤤
Anschließend laufen wir auf der anderen Seite des Sees wieder zurück zum Auto, was nicht weniger schön ist. Wir fahren weiter nach Welsberg, wo wir uns mit viel Spannung ein Minigolf-Duell liefern, was Marcus mit zwei Punkten Vorsprung für sich entscheidet (🙄). Von dort laufen wir zum goldenen Löwen, wo es für uns beide ein leckeres Pilzrisotto gibt und wir uns zum Nachtisch noch ein hervorragendes Schokoküchlein mit flüssigem Kern und hausgemachtem Amarettinieis gönnen. Anschließend geht es heute mal etwas früher zurück in die Unterkunft, wo Marcus noch einmal in die Wanne hüpft 🐳

Der Rückweg zum Auto 
Jetzt fehlt nur noch ein Besuch im Winter 😊🎿 
Ein konzentrierter Marcus 
Eines der besten Desserts diesen Urlaub
Am Samstag steht für uns eine etwas geschichtsträchtigere Wanderung an. Nach dem Frühstück geht es los in Richtung Kaiserjägersteig. Nach einer Stunde Fahrt sind wir am Ausgangspunkt angekommen. Von dort geht es auf 3km über 600 Höhenmeter nach oben. Der Blick in die Umgebung ist die ganze Zeit atemberaubend und auch der Weg hat durchaus seine Reize. Von kleinen Kletterpartien, einer Hängebrücke bis hin zu Schützengräben, Höhlen und Tunneln, die die historische Komponente des Weges zeigen. Von 1915-1917 fand hier der Gebirgskrieg zwischen Italien und Österreich statt, was man davon noch sieht ist beeindruckend. Weiter geht es bergauf auf den kleinen Lagazuoi, der mit 2.778m den höchsten Punkt unserer Wanderung ausmacht.

Traumhafter Ausblick schon am Parkplatz 
Der Weg durch die Schützengräben nach oben 
Darf man das trotzdem schön finden? 
Klettermax in Action! 
Einmal Hängebrücke mit Aussicht 😍 
Die Hängebrücke hält sogar zwei aus (das war auch noch vor dem Kaiserschmarrn) 
Auch auf dem Klettersteig braucht man mal ein Päuschen 
Gipfel-Beweisfoto 😊 
Erstmal ein paar Fotos am Gipfel 😊
Etwas weiter unten stärken wir uns mit einer Gemüsesuppe und einem Kaiserschmarrn im Rifugio Lagazuoi. Diesmal setzen wir uns sogar rein, da es deutlich kälter ist als an den letzten Tagen. Die Sonne zeigt sich heute leider auch eher selten, was es natürlich nicht besser macht. Nach der Stärkung geht es bergab in Richtung der Stollen.
Das ist Wahnsinn, wir laufen rund 400 Höhenmeter durch die Stollen wieder bergab. Diese wurden ebenfalls im ersten Weltkrieg von den italienischen Soldaten in den Fels geschlagen, um die Front zu halten. Kilometer für Kilometer laufen wir durch das Wirrwarr an Gängen. Immer wieder kommen Ausgänge, Schießscharten, aber auch Schlafräume, Waschbecken, Baracken, eine Offizierakabine, Artilleriestellungen etc. Teilweise ist es minutenlang stockdunkel und wir sind froh, die Stirnlampe eingepackt zu haben. Bei der Vorstellung, dass die Soldaten hier mehrere Winter verbracht und immer wieder beschossen wurden, fühlt man sich auch nicht mehr ganz wohl in seiner Haut.

Da kamen wir hoch 
Marcus erkundet natürlich wieder alles 🔦🔎 
Ein MG-Geschützstand 
Mal ein heller Stollenabschnitt 
Ob die wohl damals auch mal kurz die Aussicht genießen konnten? 
Und runter gings 
Einblicke in einen Schlafsaal 
Eine Baracke mitten in den Fels gebaut 
Der Ausgang aus dem letzten Stollen
Nach den Höhlen geht es noch ein paar weitere Meter bergab in Richtung Auto. Natürlich fängt es pünktlich 2km vor dem Auto an zu regnen, was bald darauf in Hagel umschlägt. Als wir am Auto ankommen, hat es natürlich gerade aufgehört. Wir sind zum Glück nicht allzu nass und können direkt eine Pizzeria ansteuern, wo wir uns eine verdiente und sehr leckere Pizza gönnen (also jeder eine natürlich). Dann geht es zurück nach Bruneck, wo die Dusche und unsere Rucksäcke auf uns warten, die noch gepackt werden wollen. Morgen geht es nämlich endlich los mit unserer Hüttenwanderung, der Palaronda! 😊
Am nächsten Morgen klingelt der Wecker bereits um 7:15 Uhr (und das im Urlaub 🙄). Wir packen noch den Rest zusammen, genießen ein letztes Frühstück, beladen das Auto und verabschieden und von Agnes, bei der wir eine sehr schöne Zeit hatten. Um viertel nach 9 sitzen wir im Auto und fahren knapp 3 Stunden nach San Martino di Castrozza, wo der Spaß los geht 😊
