Von Glenochry zum Mount Cook

Heute klingelt der Wecker schon um 7! Wir frühstücken noch schnell im Camper und machen uns fertig für eine aufregende Wanderung. Wir wollen heute einen Teil des Routeburn Tracks laufen, bis zum Sattelpunkt der Wanderung und wieder zurück. Wir rechnen ungefähr mit 8 Stunden, daher wollen wir zeitig los. Nach dem Frühstück fahren wir eine knappe halbe Stunde zum Parkplatz. Leider ist es etwas bedeckt und fängt an zu nieseln, als wir ankommen. Wir hoffen, dass das Wetter im Laufe des Tages besser wird und wandern los. Nach den ersten Hängebrücken und einem kurzen Stück durch den Wald laufen wir an einem traumhaft schönen Bach mit türkisfarbenem Wasser entlang. Leider wird das Wetter derweil eher schlechter als besser. Aber was solls, wir sind ja nicht zum Spaß hier! Es geht immer höher und wird immer nasser, bis wir nach ca. 2 Stunden Anstieg an der Routeburn Falls Hut ankommen.

Wir essen dort unsere Brötchen und trocknen unsere Jacken. Nach einer längeren Pause gehen wir noch ein Stück weiter nach oben, kehren dann jedoch um, da es bis zum Sattel noch weitere 1,5 Stunden wären und wir dann wahrscheinlich komplett aufgeweicht unten ankommen würden. Trotzdem haben wir tolle Blicke in das Tal. Auf dem Weg nach unten wird es glücklicherweise auch wieder etwas trockener. Nach 6,5 Stunden auf den Beinen kommen wir schließlich kaputt, aber glücklich, wieder am Camper an. Wir fahren wieder zurück nach Glenorchy und checken auf dem Campingplatz von gestern ein. Wir stärken uns erstmal im dazugehörigen Café mit Kaffee und einem sehr leckeren Eis. Das haben wir uns aber auch redlich verdient!

Nach einer warmen Dusche entspannen wir noch etwas im Camper und gehen dann in die Gemeinschaftsküche auf dem Campingplatz, da ist ganz schön was los! Wir machen uns schnell ein paar Eier mit Zwiebeln, Knoblauch, Champignons und Feta, trinken einen Tee und machen und fallen platt ins Bett.

Am nächsten Morgen erwachen wir endlich wieder bei traumhaftem Sonnenschein! Nach dem Frühstück brechen wir gegen 10 auf in Richtung Queenstown und genießen noch einmal die traumhafte Strecke dorthin.

In Queenstown angekommen wollen wir eigentlich eine Speicherkarte für meine Kamera besorgen, das Kamerageschäft hat aber leider am Vortag zugemacht. So ein Pech! Stattdessen finden wir aber Schlafsäcke, so haben wir die wenigstens schon einmal und sind jetzt auch bereit, auf den Hütten der Great Walks zu übernachten! Auf dem Weg aus der Stadt heraus finden wir auch noch eine Speicherkarte für mich und haben damit auch die wichtigsten Dinge wieder zusammen. Wir fahren weiter in Richtung des Lake Tekapo und stellen unseren Camper am Peregrine Loop Walkway ab. Da wir noch schwere Beine vom Vortag haben, wollen wir heute keine große Wanderung machen. Die 3km passen uns daher ganz gut. Und die Wanderung ist wirklich wunderschön, wir haben traumhafte Blicke auf den Fluss und es ist angenehm warm.

Nach der Bewegung geht es im Camper weiter. Da es auf der Strecke zum Lake Tekapo nicht soo viel zu sehen gibt, fahren wir sogar weiter als geplant und stellen auf dem Freecamp am Lake Pukaki schließlich unseren Camper für die Nacht ab. Wir essen heute frisches Brot aus Mrs Woolly’s General Store zu Abend, was himmlisch schmeckt (gerade dafür, dass es nicht deutsch ist). Von unserem Parkplatz aus können wir über Lake Pukaki sogar Mount Cook sehen, wenn das kein traumhafter Platz ist!

Am nächsten Morgen haben wir leider nicht so viel Glück mit dem Wetter. Der Tag ist vor allem eins – nass! Da das aber vorhergesagt war, haben wir uns darauf schon eingestellt und starten super entspannt in den Tag, bleiben lang im Bett liegen und frühstücken in Ruhe, ausnahmsweise im Camper statt draußen. Anschließend fahren wir eine gute halbe Stunde nach Tekapo und gehen dort einkaufen, was wir uns auch extra für den Regentag aufgehoben haben. Mit aufgefüllten Vorräten bleiben wir erst noch kurz auf dem Parkplatz und machen uns dann auf dem Weg in das The Greedy Cow Café, wo wir uns Kaffee und Kuchen gönnen.

Nach ca. 2 Stunden im Trockenen und Warmen spazieren wir noch kurz durch Tekapo und machen uns auf den Weg zu einer kleinen, entspannten Wanderung, dem Tekapo Peninsula Walkway. Als wir nach 10 Minuten Fahrt am Einstieg ankommen, hat es sogar aufgehört zu regnen! Wir ziehen sicherheitshalber trotzdem unsere Regenjacken an, so richtig schön sieht es immer noch nicht aus. Die Wanderung ist schön, aber so richtig toll wirkt der hellblaue See nicht, da die Wolken sehr tief hängen. Nach der Hälfte der 5,2km fängt es dann auch wieder an zu regnen, da machen sich die Regenjacken doch wieder bezahlt. Mit nassen Hosen kommen wir schließlich wieder am Camper an und fahren zum Pattersons Ponds Freecamp, wo wir heute übernachten werden. Wegen des Regens machen wir es uns im Camper gemütlich und ich gehe nur raus, um zu kochen, heute gibt es Quinoa mit Garnelen und Kichererbsen, was ein Fest! Später hört es sogar nochmal auf zu regnen und ich versuche noch ein paar Bilder vom tollen Sternenhimmel zu machen, wenn wir schon im Dark Sky Reserve sind! Leider ziehen aber schnell wieder Wolken auf, weshalb ich nicht so erfolgreich bin.

Am nächsten Morgen holt die Sonne alles nach, was sie am Vortag versäumt hat, so können wir sogar im Tshirt frühstücken! ☺ Ein toller Morgen, und unser Campingplatz ist ebenfalls superschön. Nach einem entspannten Frühstück machen wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Campingplatz, der nur einen Katzensprung entfernt ist. Da wir Wäsche waschen müssen, ist es diesmal kein Freecamp. Zum einchecken sind wir allerdings zu früh, deshalb wandern wir erst einmal den Mount John Walkway. Ein toller Weg mit tollen Ausblicken auf den See und das Dorf.

Als wir zurückkehren, können wir dann auch einchecken und waschen direkt unsere Wäsche. Als sie fertig ist, werden wir erfinderisch und nutzen jeden Zentimeter unseres Campers zum trocknen. In der Zwischenzeit trinken wir Kaffee und genießen noch etwas die Sonne. Gegen Abend geht es unter die Dusche und wir fahren noch einmal ca. 500m an den See, um dort zu kochen und zu Abend zu essen. Heute gibt es Gnocchi mit Spinat und Käse, und das direkt am Wasser. Himmlisch! Wo die 4 Portionen versteckt sind, die laut der Aufschrift in der Packung stecken, werden wir allerdings wohl nie erfahren.

Am nächsten Morgen scheint zum Glück auch schon wieder die Sonne! Morgen wollen wir am Mount Cook wandern gehen, da ist aber das Wetter noch schlecht, also wollen wir den Tag noch am Lake Tekapo verbringen. Leider bekommen wir die Info, dass wegen des Coronaviruses alle Hütten bis zum 30.06. geschlossen sind. Damit müssen wir wohl unsere Reisepläne auch etwas ändern, da wir eigentlich noch zwei Hüttenwanderungen machen wollten. Aber es hilft ja nichts. Nach dem Frühstück fahren wir dann auf die andere Seite des Lake Tekapo, um dort eine Wanderung zu machen. Allein der Weg zum Startpunkt ist ein Traum, wir haben immer wieder Bilderbuchaussichten auf den See. Nach einer halben Stunde Fahrt stellen wir den Camper ab und wandern los. Es ist ganz schön windig heute, aber wir sind ja gut ausgestattet. Am Anfang laufen wir über eine Schotterstraße und haben immer wieder tolle Ausblicke auf den See. Nach der Schotterstraße wird es abenteuerlich, erst geht es einen steilen Berg runter und dann ist der Bach, den wir im Tal überqueren können, zu breit im darüberzuspringen. Deshalb müssen wir uns erst noch einen Weg aus den herumliegenden Steinen bauen. Als das geschafft ist, geht der Weg durch teilweise nasse Wiesen und dornige Büsche, ganz schön anstrengend! Schließlich ist es aber geschafft, und wir kommen nach gut 3 Stunden an der urigen Hütte an. Die hat sogar 3 Stockbetten und eigentlich alles was man braucht, verrückt! Nach einer kurzen Stärkung geht es den gleichen Weg wieder zurück. Diesmal sind wir allerdings deutlich schneller und nach insgesamt ca. 5 Stunden am Camper. Mit ein paar schönen Fotostopps fahren wir zurück nach Tekapo.

Vor dem Supermarkt hören wir dann leider die Nachricht, dass man sich ab Mittwoch auch in Neuseeland selbst isolieren muss. Zusätzlich geht damit auch die Schließung fast aller Wanderwege und Campingplätze einher. Wir tragen uns daraufhin erstmal für das Rückholprogramm der Regierung ein und sind gefrustet. Gut, dass wir wenigstens noch Schokolade und ein Sandwich im Supermarkt kaufen können. Anschließend fahren wir trotzdem zum Mount Cook. Der ist leider wegen Corona auch gesperrt, sodass wir wieder ein Stück zurück fahren und im Glenntanner Holiday Park einchecken.