Nach den Neuigkeiten brauchen wir erstmal eins: was Gescheites zu essen!
Und manchmal hilft einfach nur noch Schokolade. Nachdem wir ein bisschen genascht haben, versuchen wir zu klären, ob wir unser Sabbatical, was am 01.04. beginnen sollte, noch verschieben können. Nach vielen Telefonaten ist das leider noch nicht geklärt, wir hoffen also weiter. Dann setzen wir uns in den Gemeinschaftsraum des Campingplatzes und trinken einen Tee. Außerdem telefonieren wir noch mit unserem Untermieter und warnen ihn schon einmal vor, dass wir wohl zurück kommen werden. Danach sind wir dann auch platt und fallen ins Bett.
Am nächsten Morgen wachen wir bei 3 Grad auf und wollen gar nicht aus dem Bett. Aber es hilft ja nichts, also beeilen wir uns und frühstücken im Gemeinschaftsraum, wo es wenigstens schön warm ist. Da aus unserer Wanderung heute wegen der Sperrung der DOC-Tracks nichts wird, beschließen wir, schon einmal in Richtung Christchurch zu fahren, wo wir uns für das Rückholprogramm registriert haben. In Pukaki machen wir einen kurzen Zwischenstopp und laufen den Pukaki Kettlehole Track, ein kurzer Spaziergang mit tollen Blicken auf den blauen See und den Mount Cook im Hintergrund. Anschließen fahren wir weiter in Richtung Christchurch, dabei passieren wir zwei der Campingplätze, auf denen wir in den letzten Tagen übernachtet haben. Beide sind jetzt geschlossen, schon ein komisches Gefühl. Ich rufe dann erstmal bei dem nächsten Campingplatz an, die haben zum Glück auch noch einen Platz für uns. Den steuern wir dann auch an und sind nach weiteren 30 Minuten Fahrt in Fairlie bei Musterer’s High Country Accomodation angekommen. Die Gastgeber sind wahnsinnig nett und der Campingplatz mit vier Stellplätzen sehr klein. Und es gibt sogar Esel und Alpakas! Da habe ich natürlich einen Heidenspaß. Nach einem kurzen Rundgang fahren wir zum Lake Opuha, der Wanderweg dort ist allerdings auch gesperrt. Also fahren wir zurück nach Fairlie laufen wir etwas am Fluss entlang, das ist aber weniger spektakulär. Aber egal, Hauptsache etwas bewegt, dazu werden wir ja nicht mehr allzu lange Gelegenheit haben. Danach kochen wir noch schnell Bratkartoffeln mit Champignons und Feta und knabbern ein paar Oliven und Schokolade als Nachtisch. Wir bewundern noch kurz den traumhaften Abendhimmel, bevor es ins Bett geht.
Am nächsten Morgen verschlafen wir. Mein Akku hat über Nacht leider schlapp gemacht, deshalb wachen wir erst um 9 auf und damit eine Stunde später als geplant. Wir duschen uns schnell ab und machen Frühstück, dass wir, leider nicht ganz so entspannt wie geplant, bei strahlendem Sonnenschein einnehmen. Wir schaffen es zum Glück gerade so, bis 10 auszuchecken und können sogar kurz noch den Flying Fox nutzen, was ein Spaß! Anschließend geht es weiter in Richtung Christchurch, wo wir für die nächsten drei Nächte eine Unterkunft über Airbnb gebucht haben, da wir für den lockdown nicht im Camper bleiben können. Unterwegs suche ich bei Alltrails noch nach Wanderungen auf der Strecke, in der Hoffnung, dass noch nicht alle geschlossen sind. Wir fahren zum Mount Somers Walkway und haben Glück, hier ist nichts abgesperrt. Wir ziehen unsere kurzen Hosen an (es ist wirklich warm und sonnig heute) und wandern ein letztes Mal los. Die Wanderung ist traumhaft, nach ein paar Höhenmetern haben wir einen wundervollen Blick in die umliegenden Täler und die Berge. Außerdem gibt es noch ein paar nette Wasserfälle und eine ziemlich hohe Hängebrücke, und das alles bei über 20 Grad und heute sogar ohne Wind!
Nach dreieinhalb Stunden kommen wir wieder am Camper an und sind sehr glücklich, das wir heute noch einmal so eine tolle Wanderung machen konnten. Wir fahren anschließend noch knapp 2 Stunden nach Christchurch, wo wir bei Lesley in unserer Gartenhütte einchecken. Die ist wirklich nett und mit allem ausgestattet, was man braucht. Trotzdem hoffen wir natürlich, dass wir nicht allzu lange hier bleiben müssen und bald die Heimreise antreten können.
Damit enden hier leider auch die spannenden Reiseberichte, viel gibt es mittlerweile nicht mehr zu erzählen. Wir leben mittlerweile den 5. Tag auf ca. 12 Quadratmetern und keiner kann uns sagen, wie lange wir hier noch bleiben müssen. Am Anfang dachten wir, dass wir zeitnah durch das Rückholprogramm nach Deutschland gebracht werden können, leider hat die neuseeländische Regierung das aber noch wenigen Tagen untersagt. Die Rückholaktion ist jetzt bis morgen, den 31.03., gestoppt, danach wird es wohl neue Aussagen geben. Stand jetzt wissen wir also nicht, ob wir in den nächsten Wochen überhaupt nach Frankfurt zurückkehren können und wenn ja, wann. Zum Glück haben wir ein tolles Airbnb, unsere Gastgeberin Lesley ist wahnsinnig gastfreundlich und kümmert sich reizend um uns (inklusive selbstgemachtem Müsli und Kuchen!). Und Zuhause haben wir auch Familie, Freunde und Kollegen, die uns bestmöglich unterstützen (vielen Dank aus der Ferne!).
Wir versuchen, die Zeit hier möglichst gut zu nutzen, so haben wir innerhalb von 4 Tagen zusammen 4 Bücher gelesen, diverse Home Workouts gemacht, waren laufen und spazieren, haben ungefähr ein halbes Kilo Schokolade gegessen (muss in der jetzigen Situation eben auch sein), täglich lecker gekocht und das ein oder andere über Leysleys spannendes Leben erfahren. Am ersten Tag hatten wir auch strahlenden Sonnenschein und konnten den Tag im Garten genießen, seitdem ist das Wetter leider ziemlich durchwachsen. Das soll sich aber Mittwoch ändern und momentan gehen wir stark davon aus, dass wir dann noch da sind und dann wohl auch noch ein paar Sonnenstrahlen abbekommen. Wir hoffen trotzdem, dass es bald eine Lösung für unsere Ausreise gibt und wir bald wieder in der Heimat sind.













