Kaikōura und Rakaia Gorge

Allein die Fahrt nach Lyttleton lohnt sich schon wegen der unglaublichen Blicke, die sich immer wieder hinter der ein oder anderen Kurve verstecken. Wegen des Farmers Market wissen wir nicht so genau, wo wir parken sollen, deshalb lotse ich uns zum Bridle Path Track. Über den Wanderweg gelangt man über einen Bergsattel nach Lyttleton. Wir beschließen, dort unseren Camper abzustellen und loszulaufen. Am Sattelpunkt angekommen, wollen wir erstmal den Berg bis zum Gipfel zu laufen und die Aussicht zu genießen. Und die ist wirklich traumhaft! Wir wandern dort noch etwas umher und machen eine kurze Pause. Wir beschließen dann, doch nicht mehr nach Lyttleton zu laufen, da es schon 3 Uhr ist und wir auch noch rund 2,5 Stunden Fahrt vor uns haben. Wir laufen als wieder zum Camper, was aber absolut ausreicht, da wir beide etwas Muskelkater haben (wird Zeit, dass wir uns ans Wandern wieder gewöhnen!).

Anschließend machen wir uns auf den Weg nach Peketa, wo wir uns mal ganz luxuriös einen Campingplatz mit Dusche gebucht haben! Nach den Temperaturen und den anstrengend Wanderungen freuen wir uns darauf sehr 😀

Nach der Fahrt durch das Stadtgebiet Christchurchs fahren wir durch einen sehr hügeligen und bewaldeten Teil Neuseelands, der komplett anders aussieht als das, was wir bisher gesehen haben. Den letzten Teil der Strecke fahren wir direkt am Meer entlang, die Vielfalt ist unglaublich. Am Campingplatz suchen wir uns einen Stellplatz mit Meerblick – traumhaft! Als erstes gibt es wieder etwas zu essen, heute Spiegeleier mit Avocadobrot und sauren Gurken. Es ist jetzt auch noch wärmer als die letzten Tage, das nutze ich noch für ein paar Oberkörper- und Stabilitätsübungen am Strand, bevor wir noch ein paar tolle Fotos vom Sonnenuntergang machen und dann endlich duschen gehen. Tut das gut! Wir fallen wieder platt ins Bett und freuen uns, dass wir einen so tollen Tag erleben durften.

Am nächsten Morgen bin ich mal wieder ziemlich früh wach und linse durch die Vorhänge nach draußen. Mir wird sofort klar, dass ich schnell raus muss, denn draußen wartet dieser Sonnenaufgang :

Unglaublich schön, einen besseren Start in den Tag hätte ich mir nicht vorstellen können. Damit locke ich dann sogar auch Marcus noch vor 7 aus dem Bett. Anschließend gibt es ein Frühstück mit Meerblick, daran könnte man sich gewöhnen!

Nach dem morgendlichen Abwasch und unserer ersten Fahrt zur Dump Station, machen wir uns auf den Weg nach Kaikōura, wir wir um 13:45 Uhr eine Whale Watching Tour gebucht haben. Nach einer Viertelstunde sind wir auch schon da und starten erst einmal den Rundweg um die Kaikōura Peninsula. Wir haben noch über drei Stunden bis unsere Tour startet, also laufen wir entspannt los. Immer wieder müssen wir einfach stehen bleiben, um die malerische Küste zu betrachten und zu fotografieren. Auf dem Weg sehen wir dann schließlich auch unzählige Robben. Leider merken wir, dass wir doch etwas knapp dran sind, deshalb müssen wir uns die letzten 1,5 Stunden ziemlich beeilen. Nichts desto trotz eine unfassbar schöne Wanderung, für die wir nur das nächste Mal etwa mehr Zeit einplanen würden. Und da Bilder bekanntlich mehr sagen als Worte hier ein paar Eindrücke der Wanderung.

Abgehetzt, aber trotzdem noch pünktlich auf die Minute (wir geben hier alles, um unseren deutschen Ruf zu verteidigen!), kommen wir bei Kaikōura Whale Watching an. Wir haben sogar noch etwas Zeit bis die Tour startet. Wir werden mehrmals darauf hingewiesen, dass die See sehr rau ist und das Risiko für Seekrankheit sehr hoch ist, wir wollen aber natürlich trotzdem auf das Boot. Also werden wir nach einer Einweisung mit dem Bus zum Hafen gefahren und los geht es! Wir düsen auf das Meer hinaus und halten Ausschau nach Walen. Es schaukelt wirklich sehr, glücklicherweise sind wir aber eine der wenigen, die die zahlreich vorhanden Kotztüten nicht benutzen mussten.

Nach ca. 45min sehen wir erst ein paar Ablatrosse und dann tatsächlich den ersten Pottwal. Faszinierend, dieses rund 17 Meter lange Tier zu beobachten. Nach ca. 5min taucht er ab und präsentiert uns auch noch seine Schwanzflosse. Wahnsinn! Wir fahren ein Stück weiter und sehen einen weiteren Pottwal, der sogar noch etwas größer ist. Auch diesen können wir wunderbar beobachten. Danach geht es leider schon zurück in Richtung Festland. Unterwegs sehen wir noch einige Delfine, die um unser Boot herum schwimmen. Wenn sich das nicht gelohnt hat!

Glücklich kommen wir zurück und finden sogar noch einen kostenlosen Übernachtungsplatz für unseren Camper! Wir kochen schnell Nudeln mit Tomatensoße und planen die nächsten Tage, hoffentlich werden sie genauso schön 🙂

Am nächsten Morgen fahren wir direkt nach dem aufstehen los, weil wir ab 8:30 Uhr für unseren Parkplatz zahlen müssten. Ein paar Meter weiter halten wir aber wieder an und machen erstmal Frühstück. Frisch gestärkt, liegt jetzt eine etwas längere Fahrtetappe vor uns. Wir fahren von der Küste weg, ein Stück ins Landesinnere und wieder Richtung Süden. Auch dort haben wir immer wieder traumhafte Blicke auf die bergige Landschaft. Am Nachmittag kommen wir an unserem nächsten Campingplatz an, direkt am Rakaia Gorge, einem wahnsinnig blauen Fluss. Wir sind absolut sprachlos bei der Schönheit, die uns Mutter Natur hier präsentiert. Wir parken unseren Camper mit einem traumhaften Blick auf den Fluss. Nach ein paar Keksen zur Stärkung schnüren wir wieder unsere Wanderschuhe und machen uns auf den Weg zum Rakaia Gorge Walkway. Einen kurzen traurigen Moment gibt es dann leider auch, meine heiß geliebte Kappe wird nämlich von, einer der heute zahlreichen, Böe erfasst und ist leider nicht mehr auffindbar. Da müssen wir wohl dann bei der nächsten Gelegenheit shoppen gehen! Bei dieser traumhaften Kulisse ist das allerdings schnell vergessen. Wir wandern über 3 Stunden den unfassbar schönen Weg und müssen gefühlt im Sekundentakt stehen bleiben, um die Aussicht zu genießen.

Als wir, erschöpft und hungrig, wieder am Camper ankommen, ist es bereits halb 8. Kochen können wir heute leider nicht, da es so stürmisch ist, dass es keinen Sinn macht, unseren Gaskocher überhaupt anzumachen. Also gibt es eben kalten Feta mit Zwiebeln auf Brot mit Oliven. Auch nicht schlecht! Damit haben wir auch unserer Vorräte ziemlich aufgebraucht und werdem morgen einen Supermarkt ansteuern.

Auf dem Campingplatz gibt es sogar warme Duschen, wir duschen uns noch kurz ab und fallen totmüde ins Bett.

Am nächsten Morgen haben wir das erste Mal keinen Sonnenschein, es regnet sogar etwas und ist ein ganzes Stück kälter als die letzten Tage. Nach einem schellen Frühstück (wegen der Kälte) geht es noch einmal in Ruhe unter die Dusche und wir machen uns auf den Weg zu unserem nächsten Stopp, dem All Day Bay Beach. Wir legen einen Zwischenstopp in Timaru ein und nutzen das schlechte Wetter für einen entspannten Einkauf. Leider läuft unser Frischwassertank im Camper etwas aus, wir rufen also bei Jucy an und bekommen einen Termin in einer Werkstatt in Dunedin am Donnerstagmorgen. Daraufhin müssen wir unsere Pläne etwas umschmeißen, da wir eigentlich am Donnerstag Dunedin längst hinter uns lassen wollten. Wir suchen uns also ein Freecamp in Timaru und laufen erstmal in die Stadt, um einen Kaffee zu trinken. Im Coffee Culture werden wir fündig und trinken nicht nur einen sehr leckeren Kaffee, sondern essen auch noch fantastischen Kuchen dazu. Da ich auch ziemlich erkältet bin, passt der entspannte Tag eigentlich ganz gut.