Von Santiago aus fliegen wir nach Calama, von dort geht es mit dem Bus weiter nach San Pedro. Allein der Flug geht schon knapp über zwei Stunden, mit dem Auto oder dem Bus hätten wir hier viel zu viel Zeit verloren, weshalb wir uns für das Flugzeug entschieden haben. Pro Person kostet der Inlandsflug mit Gepäck 95 EUR, was auch noch in Ordnung ist, wie ich finde. Am Flughafen in Calama gibt es einige Unternehmen, die Touristen mit Kleinbussen nach San Pedro fahren. Die Preise sind gleich, von daher ist es auch egal für welchen Shuttle man sich entscheidet. Nach knapp eineinhalb Stunden im Shuttle sind wir in San Pedro de Atacama angekommen und werden vor der Tür unserer Unterkunft abgesetzt. Wir sind deutlich vor 14 Uhr da, da Nebensaison ist können wir aber direkt in unser schönes Zimmer. Wir essen eine Kleinigkeit am Marktplatz und nutzen das dortige WLAN, um eine zu suchen, mit der wir unsere Ausflüge machen möchten. Laut Reiseführer lohnt sich hier ein Vergleich, da die Agenturen sehr unterschiedlich in Preis und Leistung sind. Wir entscheiden uns für „Whipala“, eine eher kleinere, aber sehr gut bewertete Agentur und gehen gleich dorthin, um Touren zu buchen. Wir entscheiden uns für ein Paket aus verschiedenen Touren, für die wir die Plätze direkt reservieren. Am Nachmittag um 16 Uhr findet dann auch unsere erste Tour ins „Valle de la Luna“ statt. Das ist zwar etwas touristisch und überlaufen, trotzdem aber einen Besuch definitiv wert. Gegen 20 Uhr kommen wir wieder in San Pedro an, machen auf dem Heimweg in einem Restaurant halt und fallen anschließend nach einem langen Tag ins Bett.








Am nächsten Tag steht eine Ganztagestour auf unserem Plan und wir werden wir schon um 6 Uhr abgeholt. Es geht erstmal in die Höhe, auf ca. 3.300m (San Pedro liegt bereits auf 2.400m) machen wir eine Frühstückspause, unter anderem mit Cocatee gegen die Höhenkrankheit. Unterwegs erklärt uns unser Guide Pepe immer wieder viel über Wüsten und die Atacamawüste im Speziellen. Um halb 10 kommen wir an bei den „Lagunas Miscanti und Miñiques“ auf knapp 4.300m, die uns schlichtweg den Atem rauben. Hier merken wir auch deutlich die Höhe, der Puls schlägt schneller und bei der kleinsten Anstrengung wird uns schwindelig. Das stört uns aber nicht wirklich, wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hier ist es auch sehr viel entspannter als gestern im Valle de la Luna, mit uns ist nur ein weiterer Van mit Touristen da, ansonsten sind wir komplett allein, was die Landschaft noch eindrucksvoller macht.





Nach einer Dreiviertelstunde Besichtigung geht es zurück zum Auto, wir fahren wieder einige Höhenmeter abwärts zur Laguna Chaxa im Nationalreservat „Los Flamencos“, einer der besten Spots zum Flamingos schauen, die hier ihren natürlich Lebensraum haben. Ein wahnsinnig tolles Erlebnis, die Tiere aus nächster Nähe sehen und fotografieren zu können. Außerdem gibt es einen Rundweg mit fünf Stationen, in denen man Infos über Flamingos und deren Lebensraum bekommt. Neben der Anlage steht zudem ein Infozentrum, in dem uns Pepe den Unterschied zwischen den drei verschiedenen Flamingoarten, die hier leben, erklärt. Wir sehen an diesem Tag leider nur zwei, sind aber trotzdem beeindruckt (auf der ganzen Welt gibt es nur sieben verschiedene Arten). Außerdem erklärt er uns, wie die Vögel sich ernähren, wieso sie genau hier leben und wie die Atacamawüste klimatisch funktioniert.




Den Abschluss unserer heutigen Tour bildet ein Besuch des kleinen Dörfchens Toconao, wo wir traditionelles chilenisches Eis probieren. Wir sind gegen 14:45 wieder zurück in San Pedro und verbringen den restlichen Tag im Ort. Schlendern durch die kleinen Läden und essen Abends in einer Cocinera, wo wir Anette und Felix aus Schwäbisch Hall treffen, mit denen wir einen netten Abend verbringen.
Am nächsten Tag steht nicht sehr viel auf dem Programm. Um 16 Uhr startet unsere heutige Tour zur Laguna Cejar, einer sehr salzigen Lagune in der man sich treiben lassen kann wie im toten Meer. Da wir ja erst nachmittags starten schlafen wir erstmal aus und frühstücken in Ruhe in unserer Unterkunft. Anschließend machen wir uns auf den Weg zum Busbahnhof, um Tickets für den Rückweg zu besorgen. Hier fährt unser bereits gebuchter Bus in Calama ab, wir brauchen daher noch Tickets von San Pedro nach Calama. Das gestaltet sich leider schwieriger als gedacht, da die Verkäufer dort kaum englisch können. Nach ca. einer Stunde haben wir aber die passenden Tickets gefunden und machen uns wieder auf den Weg ins Ortszentrum. Da die Atacamawüste weltweit einer der besten Orte zum Sterne schauen ist, wollen wir gern noch an einer entsprechenden Tour teilnehmen. Nach einiger Recherche erfahren wir aber, dass aufgrund des Vollmonds leider keine Touren stattfinden, da der Mond in dieser Zeit zu hell ist. Wir werden also während unseres Aufenthalts keine Sterntour machen können, was natürlich sehr schade ist. Wir entscheiden uns daraufhin, für den nächsten Tag eine Tour ins „Valle del Arcoiris“, das Regenbogental, zu buchen. Bei Whipala, mit denen wir bisher in allen Punkten wahnsinnig zufrieden waren, gibt es leider keine freien Plätze mehr, weshalb wir bei der Nachbaragentur „AtacamaConnection“ buchen. Im Café gegenüber essen wir noch einen sehr leckeren Crêpe und ein Stück Kuchen, bevor wir uns auch schon für unseren Ausflug zur Laguna Cejar fertigmachen müssen.
An der Lagune ist es wirklich schön, sich im Wasser treiben zu lassen ist wieder ein tolles Erlebnis. Anschließend fahren wir noch zwei weitere kleine Lagunen an. An der zweiten machen wir einen längeren Spaziergang, nach dem uns unser Guide mit einem kleinen Picknick und Pisco Sour erwartet. Wir schauen dort den Sonnuntergang, der besonders durch den aufgehenden Vollmond seinen Reiz hat, und fahren zurück nach San Pedro. Dort angekommen setzen wir uns noch in ein Restaurant mit Livemusik und lassen dort mit dem ein oder anderen Pisco Sour den Abend ausklingen.







Am nächsten Tag werden wir um 8 Uhr von AtacamaConnection abgeholt. Vorher schmieren wir uns noch schnell ein Avocadosandwich, dann geht es los. Nach ca. einer Stunde Fahrt machen wir eine kurze Pause und schauen uns uralte Steinmalereien an, bevor es zum Regenbogental geht. Die Farben sind wirklich eindrucksvoll, unser Guide erklärt uns, wie die Farben entstehen und wie das mit den Mineralien im Gestein zusammenhängt.




Gegen halb zwei sind wir zurück in San Pedro und entscheiden, für den Nachmittag Fahrräder zu mieten. Wir essen noch schnell eine Kleinigkeit und schwingen uns auf die Sättel. Wir wollen eine Inkaruine besichtigen, merken aber am Eingang, dass wir keine Schlösser zu den Rädern bekommen haben. Daher fahren wir den Weg weiter und kommen zum Valle de Catarpe. Dort bezahlen wir 3000 Pesos Eintritt und fahren weiter den Weg entlang. Es geht durch wunderschönes Gelände bergauf zu einem Tunnel, von dem aus man einen wunderbaren Blick über das Tal hat, so hat sich unser Ausflug doch noch gelohnt. Leider schließt der Park bereits um 19:30 Uhr, weshalb wir dort nicht bis zum Sonnenuntergang bleiben können und zurück nach San Pedro fahren. Anschließend geht es in ein Restaurant, wir essen Quinotto (Risotto aus Quinoa) von dem wir beide super begeistert sind. Das werden wir Zuhause definitiv nachkochen! Wir lassen dem Abend auf dem Handwerkermarkt ausklingen und trinken anschließend noch einen Absacker.






An unserem letzten Morgen in San Pedro geht es zu den Geysiren el Tatio. Um halb 6 steht Pepe vor unserer Tür uns holt uns ab, los gehts! Um 7 sind wir bei den Geysiren und genießen das Naturschauspiel. Auch hier sind wir wieder auf einer Höhe von 4.000m Höhe, was wir wieder deutlich spüren. Nachdem wir uns die Geysire angeschaut haben gibt es erstmal ein leckeres Frühstück. Pepe hat sich wieder mächtig ins Zeug geworfen und es schmeckt uns genauso gut wie beim letzten Mal auf dem Weg zu den Lagunen. Anschließend schauen wir uns weitere Geysire an, ein Teil der Gruppe geht auch hier noch in den natürlich warmen Pool. Auf dem Rückweg legen wir weitere Stops ein, schauen uns noch ein altes Dorf und viele Kakteen an.




Gegen 1 sind wir wieder zurück, schlendern noch etwas durch den Ort und stärken uns mit Kaffee und Kuchen. Wir decken uns mit Sandwiches für die Fahrt nach Calama ein, duschen noch einmal und dann geht es schon los zum Busbahnhof. Von dort fahren wir ca. 1,5 Stunden mit dem Bus nach Calama. Dort angekommen, müssen wir zu einem anderen Busbahnhof, was uns nicht so geheuer ist (da Calama kein Touristenhochburg ist fühlt man sich dort als Tourist nicht ganz wohl, nach Einbruch der Dunkelheit wurde uns auch ein Taxi empfohlen). Wir kommen jedoch sicher an und steigen in den Bus, in dem wir die Nacht verbringen würden.
