10. Etappe – Bahía Inglesa

Nach knapp 9,5 Stunden Fahrt mit Turbus kommen wir um 05:20 Uhr unserem Ziel, Caldera, an. Wir hatten in unserer nächsten Unterkunft bereits nach einem Taxi gefragt, das schon erwartet und zu unserem Hospedaje bringt. Zum Glück, um diese Zeit hätten wir auch wirklich keins gefunden und die halbe Nacht an einem Busbahnhof zu verbringen wäre auch nicht unser Plan A gewesen. So können wir entspannt in unser Taxi steigen und kommen gut im Hospedaje Nautel an. Glücklicherweise ist unser Zimmer schon frei, sodass wir uns direkt noch einmal ins Bett legen können (die Nacht im Bus war dann doch nicht so ganz erholsam). Wir schlafen noch ein paar Stunden und frühstücken. Das bereitet man sich im Hospedaje selbst zu, in einer offenen Küche draußen im Garten, was definitiv seinen Charme hat, obwohl leider an diesem Morgen keine Sonne scheint und es auch nicht besonders warm ist. Nach der Stärkung machen wir uns auf den Weg und erkunden den kleinen Ort Bahía Inglesa. Der Ort soll bei tollem Wetter wirklich traumhaft sein und mit Stränden locken, die mit ihrem klaren, türkisfarbenen Wasser an Karibikstrände erinnern.

Der Ort ist wirklich klein und verschlafen, da wir noch in der Nebensaison da sind. Es gibt auch einen Tourenveranstalter, der allerdings auch geschlossen hat. Wir versuchen, einen Mietwagen für die nächsten zwei Tage zu mieten, da sind wir allerdings (trotz der wenigen Touristen) auch zu spät dran, also gibt es auch kein Auto für uns. Allerdings kann man am Strand Kayaks mieten und wir paddeln ungefähr eine Stunde mit einem Ocean Kayak in der Bucht umher, das klappt auch ohne Sonne ganz gut. Nach einer Dusche gönnen wir uns dann erstmal leckeren Kuchen und Kaffee im Pinups Café. Anschließend ziehen wir weiter und trinken ein Bier mit Blick aufs Meer. Nach dem Abendessen gehen wir auch schon ins Bett, wir sind immer noch platt von der vorherigen Nacht.

Nach 11 Stunden Schlaf sind wir am nächsten Morgen wieder fit. Heute ist Montag, wir merken schnell dass Bahía Inglesa noch ausgestorbener ist als am Vortag und wissen nicht so wirklich, was wir an diesem Tag unternehmen sollen (das Wetter hat sich auch nicht geändert, aus einem Strandtag oder ähnlichem wird also auch nichts). Wir planen, Räder zu mieten und nach Caldera zu fahren, einer kleinen Hafenstadt gut 5km entfernt. Auch der Fahrradverleih hat aber leider heute zu, weshalb wir uns zu Fuß auf den Weg machen. Nach einer guten Stunde kommen wir an und schauen uns erstmal den Strand und den Hafen an. Wir schauen nach einem Café und finden über Google das Café Mirador, zu dem wir aufbrechen. Das hat tatsächlich geöffnet und wir fühlen uns sofort wohl. Der Name hält auch was er verspricht, man hat wirklich einen super Blick über Caldera und aufs Meer. Die Inhaberin ist etwas verpeilt, aber super nett. Wir trinken Kaffee, essen Eis und genießen die Sonne, die jetzt tatsächlich zum Vorschein gekommen ist. Als wir aufbrechen wollen kommt die Besitzerin wieder vorbei und fragt uns, ob wir nicht ihre zwei Räder mieten wollen. Da wir das ja sowieso vorhatten nehmen wir das Angebot gern an und machen uns auf den Weg zu einem Leuchtturm in der Nähe. Ein toller Ausflug der den Tag definitiv noch etwas aufgewertet hat. Nach 1,5 Stunden sind wir zurück und geben die Räder wieder ab. Wir besorgen unser Abendessen in einem Supermarkt und fahren mit einem Collectivo (Ein Taxi, das wie ein Bus nur eine bestimmte Strecke mit bestimmten Haltepunkten anfährt und daher günstiger ist als ein normales Taxi) zurück nach Bahía Inglesa. Wir essen unser Abendessen wieder im Garten des Hospedajes und lassen den Abend dort entspannt ausklingen.

Am nächsten Morgen schlafen wir wieder lang. Uns steht wieder eine anstrengende Nacht bevor, heute Abend es wieder mit dem Bus in 13 Stunden nach Valparaíso, was dann leider auch schon unsere letzte Etappe sein wird. Die Sonne lässt heute wieder auf sich warten, Marcus springt trotzdem in den Pazifik (der ganz schön kalt ist!). Wir kaufen ein für die Fahrt und bestellen ein Taxi, dass uns am Nachmittag nach Caldera zum Busbahnhof fährt. Wir trinken noch einen Kaffee und essen ein Eis, schmieren unsere Brote für die Fahrt und dann steht auch schon das Taxi vor der Tür. Am Busbahnhof in Caldera haben wir noch 40min Zeit bis unser Bus abfährt und treffen zwei Schweizer, die auch nach Valparaíso fahren, mit denen wir uns über unsere bisherigen Erfahrungen in Chile austauschen. Wir versuchen es uns möglichst gemütlich im Bus zu machen, schlafen aber wieder wenig und sind bei der Ankunft in Valparaíso sehr platt.

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