Unsere Chile-Reiseroute

Nachdem wir unseren Urlaub beantragt hatten und Hin- und Rückflug gebucht waren, machte ich mich an die Planung unserer Route.
Das Grundgerüst stand fest: Wir würden am 04.11. um 21:50 Uhr in Santiago landen, unser Rückflug aus Santiago ging am 01.12. um 04.45 Uhr. Das hieß für uns: 26 Tage in Chile, die mit Programm gefüllt werden wollten!

Meine generelle Idee vom Reisen:
Auf einer Reise wollen wir natürlich viel sehen und erleben, Stress brauchen wir im Urlaub allerdings auch nicht, deshalb gilt es natürlich das richtige Mittelmaß zu finden. Das heißt für mich, im Normalfall mindestens zwei Nächte an einem Ort zu verbringen (mit wenigen Ausnahmen bei Zwischenstopps oder ähnlichem). Nur so habe ich das Gefühl, das Land und die Leute kennenlernen zu können und man hat die Möglichkeit, den ein oder anderen Moment auf sich wirken zu lassen. Das werdet ihr auch bei unserem Programm für Chile wiederfinden.

Der Ablauf unserer Planung:
1. Flugbuchung
Der erste Schritt war natürlich die Flugbuchung. Über ein halbes Jahr vor dem Urlaub habe ich begonnen, nach Flügen zu schauen. Ich selbst suche alle meine Flüge seit Jahren über Skyscanner, auch den Flug nach Chile. Da wir früh dran waren habe ich dort über einige Wochen die Preise verglichen und schließlich ein (wie ich finde) sehr gutes Angebot gefunden, bei dem ich gleich zuschlagen musste. Für 595 EUR p.P. sind wir mit Iberia über Madrid (ca. 2 Std. Aufenthalt) nach Santiago geflogen und den gleichen Weg auch wieder zurück. Der Flug war lang (13 Std. für die Strecke Madrid-Santiago und knapp 3 Std. von Frankfurt nach Madrid), wir waren mit Iberia als Fluggesellschaft und dem Flug insgesamt jedoch sehr zufrieden.

2. Die Route
Die Basis der Planung war der Reiseführer von Stefan Loose, den ich definitiv weiterempfehlen würde. Nachteil an Chile als Reiseland ist seine unfassbare Länge. Wahrscheinlich kann man selbst in einem Jahr kann nicht alles sehen und muss Prioritäten setzen, besonders wenn man sich nicht abhetzen will und die Reise auch genießen möchte. Die zwei Highlights in Chile sind wohl die Atacamawüste und Patagonien, aber auch dazwischen gibt es wunderschöne Landschaften und Punkte, die man gesehen haben sollte.
Patagonien haben wir relativ früh von unserer Liste gestrichen, da allein der Weg nach Patagonien und zurück viel Zeit in Anspruch genommen hätte. Außerdem waren wir im Gepäck begrenzt und wollten nicht die vier Wochen in Chile Zelt, warme Kleidung etc. mitnehmen. Ein weiterer Grund war, dass Marcus sich ein halbes Jahr vor unserer Reise am Meniskus verletzt hatte und wir so nicht abschätzen konnten, ob eine mehrtägige Wanderung überhaupt machbar ist.
Für uns stand schnell fest, dass wir einen Teil der Strecke mit einem Mietwagen zurücklegen wollten. Für uns optimal wäre es gewesen, von Santiago mit dem Auto bis Chiloé zu fahren, das Auto in Puerto Montt abzugeben und von dort in die Atacamawüste zu fliegen. Nachdem wir das kurz durchgerechnet hatten, rückten wir von unserem Plan mit der Einwegmiete schnell ab und einigten uns darauf, unseren Mietwagen in Santiago abzuholen und auch wieder zurückzugeben.
Unser Plan sah (grob) nun so aus, dass wir (nach einer Übernachtung in Flughafennähe) unser Auto am Flughafen in Santiago abholen, Richtung Süden bis Chiloé fahren wollten und von dort wieder zurück. Für diese Strecke veranschlagten wir 14 Tage und wollten diese Zeit natürlich nutzen, um uns auf der Strecke viele Orte anzuschauen, so planten wir in dieser Zeit Übernachtungen in sieben verschiedenen Unterkünften (siehe Bild unten). Der Mietwagen kostete uns in dieser Zeit knapp 400 EUR mit dem vollen Versicherungspaket (zum Vergleich, mit Einwegmiete hätte man da für die gleiche Zeit im vierstelligen Bereich gelegen).
Anschließend wollten wir zwei Nächte in Santiago verbringen um danach von dort in die Atacamawüste zu fliegen. Das sollte mit vier Übernachtungen unser längster Stopp werden. Von dort wollten wir im Bus in zwei Etappen nach Valparaiso fahren, wo wir unsere letzten Tage verbringen wollten (siehe Bild).

3. Unterkünfte und Inlandsflug
Im Reiseführer hatte ich gelesen, dass im November schon deutlich mehr Touristen unterwegs sind als in den Monaten vorher. Da ich einige Monate vor der Reise erst angefangen hatte, etwas Spanisch zu lernen habe ich mir nicht zugetraut, vor Ort nach Unterkünften zu suchen (obwohl ich das eigentlich am Liebsten mache). Nachdem wir auch unseren Inlandsflug (95 EUR p.P. mit Gepäck) und den Mietwagen früh gebucht hatten, war unsere Route sowieso schon teilweise fixiert. Nach dem Lesen des Reiseführers war mir auch klar, was ich in Chile keinesfalls verpassen darf. Daher hatte ich für mich entschieden, dass ich auch die Unterkünfte schon vorab buchen möchte. Am Liebsten nutze ich airbnb oder booking, was auch für Chile wunderbar funktioniert hat.
Im Nachhinein würde ich es vermutlich genauso wieder machen. Notwendig ist es sicherlich nicht überall, gerade in touristischen Regionen wie der Atacamawüste, Santiago oder Pucon macht es meines Erachtens aber auf jeden Fall Sinn. Gerade wenn dort der Tourismus langsam ansteigt wird es dort schwieriger, kurzfristig noch eine gute Unterkunft zu ergattern. In den weniger touristischen Gegenden sollte es im November kein Problem sein, noch etwas zu finden, allerdings ist dort auch Englisch wesentlich weniger verbreitet.

4. Die Detailplanung
Einige Wochen vor der Reise ist es aus meiner Sicht sinnvoll, sich für die einzelnen Reiseziele zu überlegen, was man dort unternehmen kann/möchte. Besonders wichtig ist dies bei Aktivitäten, bei denen man vom Wetter abhängig ist, zum Beispiel geführte Wanderungen, die nur bei guten Bedingungen stattfinden. Dies sollte man zumindest im Hinterkopf haben, bevor es dann am Ende doch nicht klappt. Ich habe mir zu unseren einzelnen Stationen Stichpunkte gemacht, welche Aktivitäten dort oder unterwegs möglich sind. Die Entscheidungen, was wir wann machen, haben wir dann meist vor Ort getroffen. In der Hochsaison ist da jedoch Vorsicht geboten, da macht es unter Umständen Sinn, sich für bestimmte Touren bereits im Voraus telefonisch oder im Internet anzumelden, insbesondere wenn man nur eine begrenzte Zeit vor Ort ist.

Fazit:
Ich plane Reisen immer gerne im Voraus, was in Chile sicherlich nicht zu jeder Zeit ein Muss ist. In der Hauptsaison (Dezember bis Februar) ist eine gewisse Planung aber unabdingbar, da dort „spontan“ wahrscheinlich nur wenig möglich ist. Ansonsten hilft es natürlich, über eine gewisse Zeit Preise für Flüge und z.B. Mietwagen zu vergleichen, um dort Budget einzusparen, das man auf der Reise für den ein oder anderen Pisco übrig hat 🙂

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