Wie kommt man darauf, nach Chile zu fliegen?
Für uns war relativ schnell klar, dass wir nach Südamerika wollen. Aber wohin genau?

Wie immer der erste Schritt: Lesen, lesen, lesen. Und natürlich ein paar Bilder anschauen. Nachdem wir uns auf November als Reisezeit geeinigt hatten, ging es weiter mit der Suche. Dort sind wir immer wieder über Chile als „optimales Einsteigerland für Südamerika“ gestolpert. Ganz einfach deshalb, weil Chile, besonders im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern, sehr sicher ist. Außerdem ähnelt es unserem westlichen Lebensstil eher, da Chile für Südamerika weit entwickelt ist. Das liegt vor allem daran, dass in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Atacamawüste Salpeter abgebaut und von Chile aus verschifft wurde, was die Wirtschaft ankurbelte und viel Geld ins Land spülte.
Das spürt man auch, wenn man in Chile unterwegs ist. Wir haben uns zu jeder Zeit (bis auf eine Situation, dazu später mehr) sehr sicher gefühlt, allerdings ist Chile dafür auch vergleichsweise teuer. Auch die Straßen waren meist in gutem Zustand, außerdem ist auch Englisch weiter verbreitet als in anderen südamerikanischen Ländern, wo man ohne Spanisch wohl ziemlich aufgeschmissen ist. Ein paar Brocken Spanisch sollte man aber auch in Chile beherrschen, gerade in ländlicheren Gebieten oder bei älteren Chilenen ist Englisch nicht besonders weit verbreitet.
Außerdem hat uns die Vielfalt Chiles genauso überzeugt wie Bilder der atemberaubenden Landschaften. Durch die 4200km Länge, ist sowohl die Landschaft als auch das Klima sehr unterschiedlich. Im Süden mit Patagonien, wo man mehrtägige Wandertouren unternehmen kann, es aber auch sehr kalt und häufig nass ist bis zur Atacamawüste als trockenste Wüste der Welt im Norden hat Chile einiges zu bieten! Vor allem Naturfreunde und Wanderbegeisterte sind hier goldrichtig.
Wer nicht mit dem Mietwagen reisen möchte, der kann auf das sehr gute chilenische Busnetz zurückgreifen. Die Busse sind komfortabler als in Deutschland, decken das ganze Land ab und sind erschwinglich. Aufgrund der weiten Entfernungen sind die Fahrten jedoch lang, bei weiten Strecken lohnen sich gegebenenfalls Inlandsflüge, die dann allerdings etwas teurer sind.
Ein weiterer, wichtiger Punkt: Die Gastfreundschaft der Chilenen. Wir haben in unserer Zeit in Chile unwahrscheinlich viele tolle Menschen kennen gelernt. Ob Chilenen oder andere Touristen oder Angestellte in Hostels etc., es war einfach nur schön! Insbesondere wenn man den Kontakt zu Einheimischen sucht, wird man mit zahllosen unglaublichen Momenten belohnt.
Bereits weit vor der Reise habe ich mir einen Reiseführer besorgt. Ich selbst bin ein großer Fan der Reiseführer Stefan Loose. Dieser eignet sich besonders für Individualreisende und Backpacker und er ist mir lieber als der Lonely Planet, den jeder Zweite dabei hat. Das hat auch meiner Erfahrung nach den Vorteil, dass die angegebenen Unterkünfte aus dem Stefan Loose meist nicht so ausgebucht sind wie die Empfehlungen aus dem Lonely Planet.
Hier findest du den Link zur aktuellen Auflage des Stefan Loose.
Vor einer Reise nach Chile ist es definitiv empfehlenswert, die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts zu prüfen.
Vor- und Nachteile am Reiseziel Chile
+ Sicheres Reiseland
+ Unterschied zu Europa nicht ganz so groß
+ Gut ausgebautes Straßen- und Busnetz
+ Auch mit wenig Spanisch gut zu bereisen
+ hohe Vielfalt an Klima und Landschaften
+ Viele Wander- und Ausflugsmöglichkeiten
+ Gastfreundschaft der Chilenen
– Verhältnismäßig teuer
– lange Strecken innerhalb des Landes
– Unterschiedliches Klima verlangt viel Gepäck
– „Kontrast“ zu Europa nicht so groß
– durch die Größe des Landes muss man Prioritäten setzen
