Unser zweiter Stopp – Pucón – war definitiv ein Highlight unserer Reise. Im direkten Vergleich zu Concepión zwar sehr touristisch, hier kommt man dafür aber auch ohne Spanisch sehr gut zurecht. Pucón ist eine schöne Kleinstadt, die durch den Tourismus und die vielfältigen Möglichkeiten etwas zu erleben, lebt.
Nach knapp fünf Stunden Fahrt kommen wir in Pucon an und checken in unserer zweiten Unterkunft, dem Hostal Muller, ein. Das Hostal ist superschön, urig eingerichtet mit wenigen Zimmern und der Host ist auch hier wieder wahnsinnig freundlich und gastfreundlich und gibt uns direkt ein paar Tipps und Empfehlungen mit auf den Weg. Wir wollen auf jeden Fall den Vulkan Vullarica, quasi den Hausvulkan Pucóns, besteigen. Hier werden uns zwei Agenturen empfohlen, zu denen wir uns direkt nach der Ankunft auf den Weg machen. Wir entscheiden uns für die Agentur Antü, von der wir auch später super begeistert sind. Die Agentur ist klein, es sind immer verhältnismäßig viele Guides pro Gast da und sie macht auf uns einen guten ersten Eindruck. Wir buchen die Vulkanbesteigung direkt für den nächsten Tag, da gute Bedingungen vorausgesagt sind. (Die Besteigung des Vulkans ist nur bei guten Wetterbedingungen und bei einer geringen Aktivität des Vulkans möglich, es kann sein dass man mehrere Tage warten muss, bis Touren durchgeführt werden.) Anschließend schauen wir uns den schönen Ort an, der malerisch am Lago Villarica liegt, mit Blick auf den Volcan Villarica. Nach einem entspannten Tag geht es für uns früh ins Bett, da wir am nächsten morgen bereits früh abgeholt werden.
Wir frühstücken am nächsten morgen allein, da die anderen Gäste noch schlafen und werden direkt nach der Stärkung abgeholt. Unsere Ausrüstung, die wir von Antü bekommen, haben wir bereits am Vortag anprobiert und bereitgelegt, sodass wir uns nur schnell anziehen bevor es los geht. Mit uns kommen noch Steph und ihr Vater Dominic aus Belgien und unsere zwei Guides, Grace und Karolina. Vom Fahrer werden wir zuerst in den Nationalpark gefahren, der uns auf einer Höhe von ca. 1.400m absetzt. Dort geht es direkt los. Wir erklimmen die ersten Höhenmeter und sind schnell im tiefen Schnee, weshalb wir unsere Steigeisen an den Schuhen befestigen. Dann geht es weiter aufwärts. Stundenlang kämpfen wir uns durch eisigen Wind den Vulkan hinauf, haben immer wieder traumhafte Blicke auf das Tal und die anderen Berg- und Vulkangipfel, bevor wir endlich den Gipfel auf 2.847m erklimmen. Der Vulkan Villarica ist einer der aktivsten Vulkane Chiles, das riechen und sehen wir als wir den Kraterrand erreichen. Trotz Gasmaske bleibt einem hier im wahrsten Sinne des Wortes die Luft weg und wir sehen sogar das glühende Magma – unglaublich!
Spaßig wird es beim Abstieg. Das erste steile Stück geht es zu Fuß wieder abwärts, der Rest wird gerutscht! Runter geht daher deutlich schneller als hoch, nach 8,5 Stunden kommen wir wieder am Auto an und fahren zurück zur Agentur, wo wir den Ausflug mit Snacks und einem (wohlverdienten) Bier beenden. Was ein tolles Abenteuer! Wir duschen schnell im Hostel, essen sehr leckere im Mamas Y Tapas und fallen nach einem wunderbaren Tag ins Bett.
Am nächsten Tag ist das Wetter leider nicht wirklich gut. Wir beschließen, zu den Termas Geometricas zu fahren, preisgekrönte natürliche Thermen ca. zwei Autostunden entfernt. Erst sind wir etwas traurig, dass das Wetter nicht besser ist, sollten aber eines besseren belehrt werden. Nach einer sehr beschwerlichen Fahrt (die letzten 20km sind schlechte Schotterwegen mit vielen und vor allem riesigen Schlaglöchern) mit einer Pause in einem kleinen Ort kommen wir endlich an. Die Eintrittspreise sind mit 30.000 Pesos pro Person nicht gerade günstig, sollen sich aber lohnen, wie uns einige Einheimische versicherten. Und dem war auch so! Gerade bei dem schlechten Wetter war es toll, in den heißen Becken zu entspannen und den Regen auf dem Kopf zu spüren. Eine mystische Atmosphäre, genau richtig nach den Strapazen des letzten Tages. Das Essen im Restaurant war auch gut, sodass man dort gut einen Tag verbringen kann. Nach viereinhalb Stunden in der Anlage machten wir uns wieder auf den abenteuerlichen Rückweg, diesmal sogar im dunklen, was die Sache nicht besser machte und uns einige üble Schlaglöcher bescherte. Unser Sparky meisterte sie aber alle bravourös, sodass wir nach gut zwei Stunden wieder sicher im Hostal Muller ankamen.
Am nächsten Morgen stand bereits der nächste Ortswechsel an, ich war allerdings heilfroh, dass ich drei Nächte im Hostal Muller gebucht hatte, alles andere wäre schade gewesen, weil Pucón wahnsinnig viele Möglichkeiten bietet, etwas zu unternehmen und der Ort eine ganz besondere, für mich magische Atmosphäre hat.
Nach einem netten Früstück mit den anderen vier Gästen des Hostals (die zufällig auch alle Deutsche waren) ging es für uns weiter Richtung Süden – auf nach Chiloé!
















