Unser erster Halt auf dem Weg in Richtung Westen ist der Stuðlagir Canyon. Wir stellen unser Auto auf dem Parkplatz ab und schauen uns erstmal den Stuðlafoss an, der auch schon wieder sehr schön aussieht. Direkt dahinter gibt es dann auch noch ein Spektakel, die Schafe wurden nämlich zusammengetrieben und sind jetzt alle in einem ziemlich kleinen Gatter. Ein Mordskrach 😃.


Dann geht es weiter zum Canyon. Der sieht auch super verrückt aus, rechts und links ist der Fluss nämlich durch große Basaltsäulen begrenzt. Von verschiedenen Positionen haben wir tolle Aussichten und erkunden den Canyon. Wir laufen noch ein Stück weiter, bis es zurück zum Auto geht.






Nach einem kurzen Stopp an der Tankstelle kommen wir gegen halb 8 am Eyjólfsstadir Guesthouse an, wo wir die nächsten zwei Nächte in einem Viererzimmer verbringen werden. Dort beziehen wir unser Zimmer und stiefeln in die Küche. Dort merken wir leider, dass es keinen Herd oder ähnliches gibt. Das wird dann wohl eher nix mit unserem Plan, Chili sin Carne zu kochen. Leider hat der Supermarkt jetzt auch schon zu, weshalb wir uns was überlegen müssen. Wir mixen dann einfach die Zutaten fürs Chili zusammen (mit Tofu statt Sojageschnetzeltem) und machen das in der Mikrowelle warm. Wenigstens etwas Warmes und so schlecht ist es am Ende gar nicht 😊. Und immerhin müssen wir nicht spülen 😃 (ne Spüle gibts nämlich auch nicht). Danach spielen wir noch eine Runde „The Game“, bevor wir zur Bettruhe um 10 in unser Zimmer verschwinden.

Am nächsten Morgen genießen wir, dass wir unser Frühstück mal nicht selbst vorbereiten müssen 😊. Es ist auch super lecker, mit selbst gebackenem Brot, Erdnussbutter und Marmelade, Gewürzbrot, Obst und Gemüse, Hummus, Oliven, Müsli etc. Nach den nun schon 10 Tagen Skyr mit Haferflocken eine schöne Abwechslung. Danach schwingen wir uns ins Auto und fahren zu den nächsten Wasserfällen. Es geht heute zum Hengifoss und Litlanesfoss, beziehungsweise zum Wanderparkplatz, der nur gut 20 Minuten vom Eyjólfsstadir Guesthouse entfernt liegt.
Es geht recht ordentlich bergauf, dafür wird man aber auch immer wieder mit tollen Ausblicken auf die Schlucht und die vielen Wasserfälle belohnt. Und die ersten Minuten kommt sogar die Sonne raus! Der Litlanesfoss sieht wirklich verrückt aus, mit ganz vielen Basaltsäulen, nochmal ein bisschen krasser als gestern am Stuðlagil. Der Hengifoss hängt leider etwas in den Wolken. Dadurch wirken die roten Gesteinsschichten nicht ganz so wie auf den Bildern, dafür sieht es mit den Wolken ziemlich mystisch aus.




Auch der Weg bergab ist schön, mit tollen Aussichten. Außerdem kann man auch auf ein paar Felsen klettern.




Zurück am Auto düsen wir in Richtung Ostfjorde. Seyðisfjörður ist unser eigentliches Ziel, unterwegs halten wir aber nochmal kurz am Gufufoss. Auch schon ein paar Minuten, bevor wir dort ankommen, sieht es traumhaft schön aus, wieder ganz anders als außerhalb der Fjorde und grüner als in den Westfjorden. Nach dem kurzen Stopp am Wasserfall geht es dann weiter nach Sigurðsfjörður und das ist super süß. Total schöne und bunte Häuser und rechts und links hohe, grasbewachsene Berge. Es nieselt ein bisschen und wir steuern erstmal die Fjallagrös Bakery an, wo wir Zimtschnecken ohne Zimt, aber dafür mit Pumpkin Spice und Lakritz essen. Die sind suuuper lecker! Und soo gemütlich in dem kleinen Café, draußen regnet es jetzt auch etwas mehr.




Nach der Stärkung hat der Regen glücklicherweise auch etwas nachgelassen, sodass wir uns das Zentrum auch noch anschauen können. Auf dem Weg dorthin geht es weiter mit den süßen Häuschen und natürlich gibt es auch hier wieder einen Rainbow Walk. Der ist allerdings noch schöner als die anderen, die wir bisher gesehen haben, was ein schöner Ort!




Dann düsen wir durch die traumhaft schöne Berglandschaft (leider mit sehr vielen Wolken) wieder zurück nach Egilsstadir, wo wir mal wieder einkaufen, tanken und zurück ins Guesthouse fahren. Dort spielen wir ein paar Runden Uno Flip (super lustig), bevor wir unser Abendessen warm machen. Ich habe mir Instantnudeln geholt, die ich noch mit Tofu toppe. Schmeckt aber nicht so dolle 😃. Freddy und Steffen haben sich kleine Pizzen geholt und Marcus Mac’n’cheese, immerhin sind die drei mit ihrer Wahl zufrieden. Während des Essens hat der Regen auch aufgehört und wir schauen uns noch den kleinen Walking Path an, der vor der Tür startet. Der ist auch sehr süß, geht ein Stück durch den Wald, an einem Bach und einem Fluss entlang und durch Wiesen zurück zum Guesthouse. Danach spielen wir weiter Uno, bis um 10 wieder Nachtruhe ist und wir in unsere Betten kriechen.



Am nächsten Morgen gibt es noch einmal das leckere Frühstück, bevor wir (im Regen) das Auto beladen und uns auf den Weg gen Süden machen. Nach einem kurzen Stück wird es super neblig und dann kommt auch noch eine schlechte Schotterpiste, na klasse 😃. Als es wieder bergab geht, ist der Nebel zum Glück auch weg und wir sehen wieder ein tolles Panorama. Da die Bremsen etwas abkühlen müssen, halten wir an der nächsten Haltebucht und laufen spontan zum schönen Folaldafoss, mit surreal türkisem Wasser.




Kurz darauf stoßen wir wieder auf die Ringstraße und auf seeehr viel Nebel. Der hängt quasi direkt über dem Meer und man sieht wenig bis nichts. Immerhin ist es aber trocken und so gibt es eine besonders mystische Stimmung, weshalb wir auch noch an einem Strand und einem Vogelschutzgebiet halten. Die übrigen potentiellen Stopps lassen wir aus, da man im Nebel ohnehin nichts sieht. Ein paar Berge später sieht das ganze aber schon wieder ganz anders aus, völlig verrückt hier.



Der nächste Stopp ist am Hvannagil, wo wir eine kleine Wanderung machen wollen. Erst geht es durch ein Flussbett, und dann eigentlich zu einem Aussichtspunkt. Leider kommen wir aber nicht dorthin, weil zu viel Wasser im Fluss ist. Also geht es wieder zurück. Dann fahren wir ein Stück zurück zu einem kleinen See, den wir uns noch anschauen.




Dann gibt es mit dem Skúfafoss noch einen tollen Wasserfall, bei dem man sogar hinten durchlaufen kann. Auch wieder super cool! Anschließend wollen wir zum Vestrahorn, wo man total coole fotos machen und das Wikingerdorf aus Vikings besichtigen kann. Dort hängt aber leider alles im Nebel, weshalb wir dann doch wieder umdrehen.


Stattdessen fahren wir weiter nach Höfn, gehen einkaufen und checken im Hostel ein. Wir haben uns beim einkaufen Zimtknoten mitgenommen, die werden natürlich direkt zu einem Kaffee schnabuliert! Dann laufen wir noch einmal ans Meer. Die Küste sieht wahrscheinlich bei besserem Wetter auch toll aus, aber heute wirkt das alles nicht so wirklich gut. Daher geht es dann auch wieder zurück ins Hostel, wo wir heute asiatisch kochen, was auch (gerade nach dem enttäuschenden Abendessen für mich gestern) ein Gaumenschmaus ist. Nach dem spülen gibt es noch eine runde Skyjo, bis wir dann auch ins Bett fallen.




Am Samstagmorgen klingelt der Wecker schon um 7 (🤯), heute geht es nämlich auf den Vatnajökull, Europas größten Gletscher. Dort haben wir eine Tour mit Glacier Adventure gebucht, auf die wir uns schon die ganze Zeit freuen. Um kurz nach 8 sitzen wir im Auto und fahren in Richtung Süden. In Höfn scheint sogar die Sonne, das hatten wir auch ne Weile nicht. Um kurz nach 9 kommen wir an und werden mit Steigeisen und Klettergurten ausgestattet. Außer uns und unserem Guide Filip ist noch ein Pärchen aus Peking mit auf der Tour, also eine kleine Gruppe ☺️. Dann geht es im Offroadfahrzeug ein Stück weiter in den Süden, bevor wir rechts abbiegen und zum Parkplatz am Gletscher fahren.



Dort stellen wir das Auto ab und laufen einen knappen Kilometer zum Breiðamerkurjökull, den Part des Gletschers, den wir heute begehen. Da ziehen wir unsere Steigeisen an und es geht erstmal eine Weile über das mehr oder weniger graue Eis (Asche von Vulkanausbrüchen als der Gletscher entstanden ist). Dann halten wir an einer Moulin, wo wir erstmal alle abgeseilt werden. Unten schauen wir uns um und dann klettern wir wieder hoch 😍. Meeega cool (auch ein bisschen anstrengend).








Dann geht es ein Stück weiter, wo wir uns nacheinander ein Stück in eine Spalte abseilen und dort den Blick ins blaue Eis genießen. Auch wieder richtig beeindruckend. Zwischendurch lernen wir, dass 4cm Gletscher aus 80 Meter komprimiertem Schnee bestehen, Wahnsinn! Das nächste Highlight wartet dann schon gefühlt um die Ecke, wieder eine Moulin, wo wir uns abseilen, aber was für eine! Sooo blau! Es sieht einfach so krass schön aus, da kann man sich gar nicht satt sehen. Dann klettern wir wieder hoch, das macht so Spaß 😃.







Wir denken, dass jetzt gar nicht mehr viel kommen kann, aber falsch gedacht! Es kommen noch mehr Spalten im Eis und völlig surreale Formationen aus Wasser, Eis und blau. Gut fünf Stunden später verlassen wir den Gletscher wieder und laufen zurück zum Auto. Was ein toller Ausflug, den wir sicher alle nicht mehr vergessen werden!




Im Base Camp gibt es noch Kaffee und wir bedanken uns noch tausend Mal bei Filip 😃. Inzwischen ist es auch ganz schön zugezogen und regnet ein bisschen, was für ein Glück hatten wir bitte am Gletscher? Dann fahren wir noch gut 10 Minuten weiter Richtung Süden zur Gletscherlagune Jokuksárlón. Die sieht auch super verrückt aus, lauter riesige Eisstücke im Wasser. Die treiben bis an den berühmten Diamond Beach, sieht völlig verrückt aus. Eigentlich wollen wir nochmal über die Brücke auf die andere Seite laufen, es fängt aber total an zu schütten, weshalb wir dann doch zurück zum Auto laufen.



Nass, aber immer noch sehr glücklich (zum Glück ist es heute nicht kalt) geht es dann zurück ins Hostel, wo wir heute wieder Spaghetti Bolognese zaubern. Nach dem Tag heute schmeckt die wahnsinnig gut, wir haben auch alle ordentlich Hunger. Dann gibts noch eine Runde Uno Flip, bevor wir alle müde und platt ins Bett fallen.

Am nächsten Morgen gibt es noch einmal Frühstück im Hostel, bevor wir uns wieder mit unserem ganzen Kram ins Auto schwingen und wieder Richtung Süden fahren. Heute ist es ziemlich bewölkt, mal schauen ob es später besser aussieht. Wir fahren erstmal ein paar Meter weiter als gestern und halten am Fjallsárlón, auch einer Gletscherlagune mit schwimmenden Eisbrocken.


Dann fahren wir ein paar Minuten weiter zum Mulagljufur Canyon. Wir stellen das Auto am Parkplatz ab und laufen los. Es geht erstmal 2km über Stock, Stein und einen Fluss, bis wir den Canyon sehen können. Dabei können wir auf der rechten Seite immer wieder Fjallsárlón mit den Eisbrocken sehen, völlig verrückt. Am Canyon angekommen, sind wir völlig begeistert. Es sieht so unfassbar schön aus, das kann man sich gar nicht vorstellen. So ein schönes, saftiges Grün mit Wasserfällen, verrückten Felsformationen und Möwen, die malerisch durch die Schlucht gleiten. Es ist zwar bewölkt, das macht aber gar nichts, passt irgendwie total gut hierher. Wir laufen immer weiter bergauf durch die Schlucht kommen kaum vorwärts, weil wir so viele Pausen zum staunen und Fotos schießen machen müssen 😃. Sieht aus jeder Perspektive einfach traumhaft aus. Wenn jetzt ein Drache vorbeifliegen oder eine Gruppe Zwerge vorbeistiefeln würde, wären wir kein Stück überrascht.





Irgendwann wird es leider immer nebliger, sodass wir ganz oben gar nichts mehr sehen können. Dann geht es wieder zurück, natürlich wieder mit vielen Fotostopps. Als wir den Canyon wieder verlassen, fängt es recht ordentlich an zu regnen. Da packen wir dann doch auch mal unsere Regenhosen aus, jetzt können wir auch sagen, dass wir die nicht die ganze Zeit umsonst mitgeschleppt haben. Während der halben Stunde zurück zum Auto regnet es dann immer mal mehr und mal we,niger, ist uns aber völlig egal nach der schönen Wanderung.





Im Anschluss geht es zum Svínafellsjökull. Wer aufmerksam mitgelesen hat, weiß vermutlich, dass das wieder ein Gletscher ist ☺️. Wieder ein weiterer Finger vom Vatnajökull. An den kann man sehr nah rangehen und ihn aus der Nähe betrachten, das lassen wir uns natürlich nicht nehmen! Ist wirklich super verrückt, man gewöhnt sich auch nicht dran. Bei jedem Blick muss man sich aufs Neue beherrschen, nicht die Kinnlade zu verlieren. Als wir gehen, kommt sogar nochmal die Sonne raus, besser wirds heute wohl auch nicht mehr.




Heute jagt ein Highlight das Nächste, im Anschluss geht es nämlich noch zum Fjaðrágljúfur, auch ein wunderschöner Canyon. Leider fängt es gerade an zu regnen, als wir aus dem Auto steigen. Unsere Hoffnung, dass es nur ein bisschen nieselt, war leider zu optimistisch. Unsere Regenhosen haben wir natürlich im Auto gelassen, daher gibt es eine Runde nasse Hosen 😃. Zum Glück ist es heute nicht so kalt. Der Canyon ist dafür ziemlich cool! Am Ende des Wanderwegs gibt es eine tolle Plattform mit einem mega Ausblick auf das klare Wasser. Auch mit Regen wieder beeindruckend ☺️. Diesmal ist der Weg auch nicht so weit und wir sind nach einer Dreiviertelstunde wieder im Auto.




Damit verlassen wir spätestens jetzt auch die Ostküste und fahren weiter in den Süden. Gerade die letzten zwei Tage haben auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht 😍.
