Drei Tage im Algonquin Provincial Park

Nach einer guten halben Stunde verlassen wir Manitoulin Island und fahren durch eine wunderschöne Landschaft mit ein paar süßen Orten, unzählbar vielen Seen und natürlich noch viel mehr Bäumen. Mit dem Sonnenschein heute wirklich toll! 🏞️

Nach insgesamt ca. 6 Stunden Fahrt kommen wir am West Gate des Algonquin Provincial Parks an. Wir melden uns kurz an und fahren dann noch 20min zum Einstieg des Track and Tower Trails. Da wir so früh los sind, ist es erst viertel nach zwei als die Wanderschuhe wieder geschnürt und wir startklar sind. Nach so viel Sitzen tut die Bewegung gleich doppelt gut! Durch einen tollen Wald geht es diesmal mit ziemlich hügeligen Profil bis zu einem Lookout Point auf einer kleinen Anhöhe. Nach ein paar Minuten treffen wir ein sehr zutrauliches Streifenhörnchen, was sogar an unseren Schuhen schnuppert und mir die Gelegenheit für ein Foto aus der Nähe gibt. Es läuft anschließend den Weg ein ganzes Stück vor und wartet immer wieder auf uns 😀. Nachdem es sich dann doch verabschiedet hat, kommen wir nach ca. 1,5 Stunden und einem kurzen, aber knackigen Anstieg an einem Aussichtspunkt an, von dem aus wir einen herrlichen Blick haben. Nach einer kurzen Pause geht es wieder bergab, an einem schönen See und ein paar Bächen vorbei zurück zum Auto.

Dort wieder angekommen geht es zu unserem Campingplatz für die nächsten drei Nächte, dem Four Corners Algonquin. Nach weiteren gut 20min Fahrt kommen wir dort an und „beziehen“ unserer Zelt. Ein altes Armyzelt, mit einem Holzboden und zwei bequemen Matratzen. So lässt es sich aushalten ☺️!

Wir zaubern erstmal Abendessen. Heute gibt es vegane Peperoniwurst (haben wir auch gestern in dem Supermarkt gefunden und mussten uns erstmal durch das Fleischersatz-Sortiment testen) in einer Tomatensoße mit Nudeln. Super lecker und auch mit unserer Pfanne, die wir uns hier ausleihen konnten und dem Gasgrill, der zur Standardausstattung gehört, super zuzubereiten. Nach dem Essen ist es dann auch schon ganz schön kalt, wir spülen schnell und springen noch einmal unter die warme Dusche, bevor wir uns in unseren Schlafsäcken einmummeln.

Als wir aufwachen, trommelt leider noch der Regen auf unser Zeltdach. Zum Glück war es heute Nacht nicht so kalt (6 Grad) und wir haben nicht gefroren. Wir warten noch etwas, bis der Regen aufhört und machen dann ganz in Ruhe Kaffee und den Rest unseres Frühstücks fertig. Heute soll die Sonne leider nicht rauskommen, aber immerhin ist kein Regen angesagt. Gestärkt machen wir uns auf den Weg zum Canoe Lake, wo wir uns (Überraschung) ein Kanu ausleihen, mit dem wir den See erkunden. Es gibt einige kleine Buchten, schöne Häuschen am Ufer und sogar einige Inseln. Wir fahren noch in drei Buchten/Bäche, wo man gute Chancen haben soll, die hiesigen Wildtiere (auch Elche 🧐) zu sehen. Obwohl wir extra leise sind, haben wir da heute leider kein Glück. Trotzdem aber super schön, die Stille dort zu genießen.

Nach gut vier Stunden sind wir wieder zurück am Steg. Mit keiner richtigen Pause ganz schön anstrengend, das gibt sicherlich Muskelkater morgen. Jetzt haben wir einen riesen Hunger. Wir fahren also nach Whitney, nicht weit entfernt von unserem Zeltplatz, und fallen in der Bongopix Tavern ein, wo wir superleckere Falafelsandwiches verputzen. Weil wir danach immer noch nicht so ganz satt sind, teilen wir uns noch eine Portion Nachos mit Salsa und Guacamole. Danach machen wir uns dann auch schon schlafsackfertig, hören noch ein bisschen Hörbuch, bevor wir versuchen früh zu schlafen. Morgen steht schließlich der nächste Wandertag an, für den wir natürlich fit sein wollen!

Das mit der erholsamen Nacht klappt leider nicht so ganz 😀. Während der Nacht höre ich immer wieder ein knurren/schnurren neben dem Zelt, was mich (und damit auch Marcus) leider ziemlich wach gehalten hat. Dementsprechend starten wir auch recht entspannt in den nächsten Tag. Nach dem Frühstück machen wir uns fertig und fahren zum Mizzy Lake Trail, den wir uns für heute ausgesucht haben 😊. Nach einer guten halben Stunde kommen wir am Parkplatz an und ziehen uns erstmal warm an, momentan ist es leider noch etwas frischer, später sind aber sogar mal wieder über 20° gemeldet 🥳.

Der Trail ist wieder eine schöne Wanderung. Die meiste Zeit laufen wir im Wald, es kommen aber immer wieder Seen und sumpfartige Gebiete, wodurch es insgesamt sehr abwechslungsreich ist. An den Seen halten wir immer wieder nach Elchen Ausschau, sehen aber heute leider wieder keine. Am Ende sind wir knapp 14 Kilometer gelaufen und waren rund 4 Stunden unterwegs und haben natürlich erstmal Hunger.

Wir halten auf dem Weg noch am Lake of Two Rivers Store and Café, wo wir uns mit Kaffee und Carrot Caramel Cake für mich und White Chocolate Blueberry Cake für Marcus stärken. Alles schmeckt super lecker und da es noch nicht allzu spät ist, beschließen wir noch eine kleine Wanderung zu machen. Nur ein kleines Stück weiter parken wir am Einstieg zum Lookout Trail. Dort geht es zunächst ein Stück bergauf zu einem Felsvorsprung und dann über ihn zurück zum Parkplatz. Wirklich keine große Tour, aber wir haben einen tollen Ausblick auf den Park.

Dann reicht es aber auch wirklich mit den Wanderungen für heute. Wir fahren zurück zum Four Corners, plaudern ein bisschen mit dem Besitzer des Platzes und finden heraus, dass das Tier was mich vom Schlafen abhält, wohl ein Fischmarder ist. Mal schauen ob ich mit dieser Info heute Nacht besser schlafen kann 😀. Anschließend gibt es für uns heute ein Lagerfeuer und wir bereiten dabei unser Abendessen vor, Pita mit Ziegenfrischkäse, Oliven, Zwiebeln, Avocado und Rucola. Das wird dann am Lagerfeuer zu einem Bier verputzt, mehr Camping geht dann ja auch nicht mehr 🏕️!

Die Nacht ist dann leider wieder nicht so wirklich erholsam. Obwohl ich wegen des Tieres wesentlich entspannter bin, sind wir beide ständig wach. Um 7 stehen wir dann auch (vor dem Wecker 😱) einfach auf. Nach einer warmen Dusche frühstücken wir schnell im Auto, weil es draußen leider schüttet und machen uns wieder auf den Weg in die Zivilisation. Trotz der Nächte mit Verbesserungspotenzial ein super cooles Erlebnis und vor allem ein richtig toller Campingplatz ☺️

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