Drei Tage im Nationalpark Kalkalpen

Am nächsten Morgen merken wir schnell, dass die Wettervorhersage sich leider bewahrheitet hat, es ist tatsächlich ziemlich kalt und der Himmel voller Wolken. Also schlüpfen wir ausnahmsweise mal in lange Hosen und machen uns auf den Weg zum Frühstück. Zum Glück regnet es nicht, also können wir draußen im Garten frühstücken. Das Frühstück ist sensationell, so liebevoll zubereitet und natürlich auch wahnsinnig lecker. Wir haben nicht nur von der Schöttelbäuerin Gesellschaft, sondern auch von zahlreichen Tieren. Insgesamt gibt es auf dem Hof ein Schwein, ca. 70 Schafe, 2 Gänse, 14 Hühner, 6 Katzen, einen Hund und 7 Hasen. Die Katzen und der Hund beschäftigen uns ganz gut beim Frühstück, einer will ständig gestreichelt werden und die anderen möchten gerne auf den Frühstückstisch.

Beim ausgedehnten Frühstück entscheiden wir, dass wir heute keine größere Wanderung machen wollen, für morgen steht nämlich eine ziemlich anspruchsvolle Tour an. Heute geht es dann zum Schiederweiher, einem gut 30min entferntem See. Auf einer 5km langen Wanderung passieren wir den Weiher und das angrenzende Tal. Das Wasser ist wirklich traumhaft und liegt in einer wunderschönen Bergkulisse. Trotz des aufkommenden Regens einfach wunderschön.

Anschließend gönnen wir uns unseren täglichen Kuchen in einem kleinen Café in Hinterstoder, bummeln noch etwas durch das Örtchen und fahren nach Windischgarsten. Dort fahren wir mit dem Sessellift auf den Wurbauerkogel. Oben hat man einen tollen Blick auf die umliegenden Berge. Leider ist er heute nicht so atemberaubend, da die meisten Berggipfel in den Wolken hängen. Herunter kommt man entweder mit dem Sessellift, dem Mountainbike (es gibt auch einen Bikepark) oder mit der Sommerrodelbahn, die wir auf jeden Fall nehmen wollen. Leider hat sie wegen des Regens geschlossen, also fahren wir ziemlich enttäuscht wieder mit dem Sessellift nach unten. Als Trost fahren wir dann aber mit dem Alpine Coaster ein Stück, was auch schon ziemlich cool ist. Nach einem kleinen Spaziergang durch Windischgarsten verschlägt es uns zu einem Chinesen, wo wir im Garten unser Abendessen genießen. Anschließend geht es zurück auf unseren Bauernhof, Kräfte sammeln für die morgige Tour.

Nach einem tollen Frühstück in der Sonne geht es auch direkt los. Wir fahren nach Spital am Phryn und parken an der Ochsenwaldalm. Von dort geht es 1.130 Höhenmeter nach oben, in nichtmal 5km! Nach zweieinhalb Stunden sind wir am Gipfelkreuz des großen Pyhrgas angekommen, der Weg dorthin ist mal wieder ein Traum! Jedes Mal, wenn wir uns umdrehen, warten neue tolle Kulissen auf uns. Der nun anstehende Abstieg ist anstrengend, aber nicht weniger schön. Also wir nach 5,5 Stunden wieder am Auto ankommen, sind wir erstaunt, wie fit wir noch sind.

Nach einem kurzen Stopp an der Bosruckhütte, wo es Cappucino und etwas Süßes für uns gibt, wandern wir noch ein Stück bergab zum Einstieg der Doktor Vogelgesang-Klamm. Anschließend geht es durch die Klamm wieder bergauf, etwas ganz anderes als die vorherige Tour und trotzdem super schön. Als wir schließlich wieder am Auto sind, freuen wir uns dann aber doch. Über 1.400 Höhenmeter gehen nicht Gant spurlos an uns vorbei.

Da der Gasthof in Spital leider Ruhetag hat, fahren wir zurück nach Windischgarsten und essen dort im „Q“. Nach einem Gruß aus der Küche gibt es für Marcus einen leckeren Burger und für mich ebenso leckere Gnocchi mit Büffelmozzarella und Salat. Zum Abschluss gönnen wir uns dann noch einen grandiosen Eisbecher. Jetzt freuen wir uns nur noch auf die Dusche, was ein toller Tag!

Unser letzter Tag im Nationalpark Kalkalpen beginnt (nach dem Frühstück) leider mit dem Abschied vom Bauernhof, wo es uns super gut gefallen hat. Wir fahren direkt zum Parkplatz des Wurbauerkogels, um endlich die Fahrt mit der Sommerrodelbahn nachzuholen. Heute hat sie auch auf, das Wetter ist auch allererste Sahne. Die 1.500m sommerrodeln machen einen riesen Spaß!

Anschließend geht es im Cabrio weiter zur Talstation der Wurzeralm. Von dort fahren wir mit der Standseilbahn zur Bergstation, wir haben heute natürlich schon wieder eine Wanderung vor uns, Marcus stuft diese aber als entspannt ein (🤔). Nebenbei sei bemerkt, dass wir beide Muskelkater haben, aber 11km mit 600 Höhenmetern sind ja ein Klacks! Oben angekommen, sind wir erstmal beeindruckt von der Natur, die Alm liegt wunderschön von Bergen umgeben und einen Bergsee gibt es sogar auch!

Wir wandern los und nach einer paar Minuten geht es auch schon steil bergauf. In der prallen Sonne und bei den Temperaturen gar nicht so entspannt, aber der Blick, wenn man sich umdreht, entschädigt alles!

Nach einer guten Stunde kommen wir dann schließlich am Gipfelkreuz der roten Wand an und genießen den Ausblick. Nach einer kurzen Stärkung geht es weiter in Richtung der Dümlerhütte, diesmal bergab. Leider reicht unsere Zeit nicht für eine Pause dort, da wir die letzte Talfahrt um 17 Uhr erwischen müssen. Also laufen wir direkt weiter wieder in Richtung der Bergstation.

Zum Glück können wir bis dahin ein wenig Zeit gut machen, sodass wir um 16:30 Uhr wieder an der Bergstation ankommen. Dort herrscht aber gespenstische Leere, und wir werfen einen Blick in die Bergstation, wo die nächste Talfahrt für 08:30 Uhr angegeben ist. Uns rutscht das Herz in die Hose und wir gehen nachschauen. Als wir schon im Gebäude sind kommt uns zum Glück die Fahrerin entgegen und fragt uns hektisch, ob wir noch mitfahren wollen. Wir sagen schnell ja und kommen gerade noch rechtzeitig in die Bahn, bevor die Türen schließen. Was ein riesen Glück! 650 Höhenmeter zusätzlich bergab hätten uns wahrscheinlich nicht sonderlich gut getan. Unten angekommen sehen wir, dass die letzte Bergfahrt um 17 Uhr gewesen wäre, das hatte uns natürlich herzlich wenig gebracht. Nachdem wir uns von dem Schock erholt haben, fahren wir ins nahe gelegene Liezen und gönnen uns erstmal Kaffee und Kuchen. Anschließend geht es weiter zu unserer nächsten Unterkunft, dem lustigen Steirer bei Leoben. Platt kommen wir an und gönnen uns erstmal etwas zu Essen und dann die lang ersehnte Dusche. Was ein Tag!

Hinterlasse einen Kommentar